Asendorf - An einem Abend im Juni klingelte bei den Großeltern von Sven Schröder das Telefon: „Kommt mal morgen zu meinem Wettkampf nach Hoya. Ich glaube, ich werde weit werfen“, sagte ihr Enkel.

70,24 Meter – so weit hat Sven Schröder den Speer noch nie geworfen. ·
Und tatsächlich: Der 23-jährige Speerwerfer des TSV Asendorf knackte zum ersten Mal die 70-Meter-Marke – 70,24 Meter blinkte auf der Anzeigentafel auf.
„Beim Anlaufen haben mich drei Trainingskollegen rhythmisch angeklatscht. Und beim Abwurf hatte ich ein gutes Gefühl“, erinnert sich Schröder. „Nach der Bekanntgabe der Weite habe ich mich natürlich riesig gefreut.“ Zeitgleich war er aber auch erleichtert, denn diese Weite bedeutete die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Kassel – seine ersten nationalen Titelkämpfe bei den Herren. Diese standen zunächst unter keinem guten Stern: Der Asendorfer hatte eine Erkältung, zudem waren er und seine Mutter und Trainerin Ute Schröder wenige Stunden vor dem Wettkampf in einen kleinen Autounfall (nur Blechschaden) verwickelt. „Das war vielleicht sogar ganz gut. Dadurch war der erste Adrenalin-Stoß weg und ich habe gar nicht mehr an meine Erkältung gedacht“, erklärt der Sportmanagement-Student. Von Nervosität war auch keine Spur – obwohl beispielsweise Weltmeister Matthias de Zordo am Start war.
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