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Manuel Meyer: Hinten fairer Torverhinderer, vorn bei Standards gefährlich

Der abgeklärte Abwehrchef

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Von Cord KrügerREHDEN · Er musste schon vor Deutschlands Kult-Trainer schlechthin strammstehen – da durfte sich Manuel Meyer trotz seiner Namensvetterschaft mit Grantler Hans Meyer nicht viel erlauben. „Trotzdem: Die vier Jahre bei Borussia Mönchengladbach waren meine lehrreichsten“, sagt der heute 29-Jährige über jene Zeit bis 2004.

So kennen ihn die Fans des BSV Rehden: In der Abwehr ist Manuel Meyer (l.) meist in der Nähe des Balls zu finden. ·

© Foto: Krüger

So kennen ihn die Fans des BSV Rehden: In der Abwehr ist Manuel Meyer (l.) meist in der Nähe des Balls zu finden. ·

Heute, als abgeklärter Abwehrchef des Fußball-Oberligisten BSV Rehden, zeigt Meyer diese Disziplin, Zweikampfstärke und Übersicht weiter so zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Das Jahr 2011 hätte für ihn kaum besser laufen können – auch wenn der BSV zurzeit „unterm Strich“ rangiert, wie Meyer mit Blick auf die Aufstiegsplätze urteilt.

Aber in der vergangenen Saison schoss er – vor allem bei Standards – mit neun Treffern die meisten aller Rehdener Tore und hielt hinten den Laden dicht; zum Start in die aktuelle Serie übertrug ihm Neu-Trainer Jürgen Stoffregen das Kapitänsamt. Seitdem spielte der 1,88 Meter große Leitwolf fast immer in der auch deshalb mit nur 15 Gegentreffern besten Abwehr der Oberliga durch – nur im Auftritt beim Goslarer SC fehlte er wegen eines Bänderanrisses im Knöchel. „Das war ärgerlich, weil ich im Spiel zuvor umgeknickt bin“, schildert Meyer. Eine Verletzung durch Fremdeinwirkung wäre auch unwahrscheinlich, denn der robuste Innenverteidiger kommt meist ohne Körperkontakt aus. Seit seinem Start bei den Schwarz-Weißen vor fünf Jahren weist die Statistik nur zwei Gelbe Karten gegen ihn aus.

Wohl ein einsamer Rekord für einen Abwehrmann, der auf dem Platz (fast) keine Konfrontation fürchtet. Nur bei einem Gegenspieler beschleicht ihn ein mulmiges Gefühl: Lincoln Assinouko vom BV Cloppenburg. „Er ist stämmig, sehr schnell und sehr wendig – ihn zu bändigen, ist schwer.“

Zweifelsfrei liegt das an der Ausbildung, die Meyer genossen hat: Beim TSV Mellinghausen schnürte er schon mit fünf die Schuhe, als Siebenjähriger wechselte er zum für gute Jugendarbeit bekannten TuS Sulingen. „Ich bin ein Grüner“, sagt Meyer in Anspielung auf die Vereinsfarben – vielleicht auch, weil ihn danach der Weg zu den Grün-Weißen führte: Im C-Jugend-Alter ging's zu Werder Bremen. „Dort wurde ich vom Stürmer zum Abwehrspieler umgeschult.“ Drei Jahre später folgte ein einjähriges Intermezzo beim VfB Oldenburg, ehe der Sprung nach Gladbach gelang: Er trainierte unter den Ex-Profis Thomas Kastenmaier und Holger Fach „und durfte in den Bundesliga-Kader hineinschnuppern“. Dort dozierte der gefürchtete Hans Meyer, „und man hatte schon manchmal Fragezeichen überm Kopf, ob er den einen oder anderen Spruch jetzt wirklich gerade gebracht hat.“

Der junge Meyer hörte genau zu – und verfolgte weiter sein großes Ziel, Profi zu werden. Bei Arminia Bielefeld reifte er zum Stammspieler. Aber danach, bei Kickers Emden, schlug das Schicksal zu: dreifacher Bandscheiben-Vorfall, lange Pause, Grübeln. „Da war ich schon 24 – und wusste, dass der Traum aus war.“

Rehdens damaliger Keeper Markus Norrenbrock fädelte den Kontakt zu BSV-Boss Friedrich Schilling ein. „Ein Glücksfall“, sagt der Defensivmann heute. Hier begann er seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann und arbeitet seitdem in diesem Beruf. Nach Feierabend geht's zum Training – als Coach der C1-Junioren oder eben als Schlüsselspieler von Trainer Jürgen Stoffregen, der ihn „meinen verlängerten Arm“ nennt. Der derart Geadelte gibt die Blumen gern zurück: „Mit dem Trainer macht es unwahrscheinlich Spaß. Er macht Übungen, die ich vorher noch nie gesehen habe.“ Vom 54-Jährigen könnte also auch der große Hans Meyer lernen…

Allerdings scheucht Stoffregen seine Kicker auch gerne ausgiebiger: „Die Einheiten bei ihm dauern deutlich länger“, verrät Meyer mit einem gequälten Grinsen. „Aber vielleicht ist das ganz gut so. Denn läuferisch habe ich mit den Jahren etwas nachgelassen…“

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