Rotenburg - Von Matthias Freese - Wenn Katzen kratzen, hinterlassen sie meist mehr als nur die Abdrücke ihrer Tatzen – so auch die Wildcats des BV Wolfenbüttel. Erst fingen sie die BG ’89 Avides Hurricanes wie eine junge Maus, dann durfte der personell arg gehandicapte Aufsteiger ein wenig mitspielen, ohne dass er entwischen konnte.

© Mediengruppe Kreiszeitung / Freese
Mutiger Auftritt: Mascha Treblin (am Ball, gegen Tenaya Watson) versenkte zwei Dreier im Schlussviertel.
Am Ende hielten die Gastgeberinnen dank eines couragierten Auftritts in der zweiten Halbzeit die Niederlage gegen den Tabellenzweiten der Basketball-Bundesliga mit 53:71 (23:44) immerhin in Grenzen.
„Ich hasse es zu verlieren“, bemerkte Team-Routinier Danielle Clark. Doch wirklich verärgert war sie nicht. Schließlich wusste auch sie nach den Ausfällen der Starting-Five-Kräfte Kim Sitzmann und Emma Stach, „dass wir alles gegeben haben. Mehr war nicht drin.“
Es gab aber auch positive Aspekte im Spiel der achtköpfigen Hurricanes, die phasenweise sogar mit vier Deutschen auf dem Feld standen. Da war die zweite Halbzeit, die mit 30:27 gewonnen wurde – und zwar nach einem deftigen Einlauf des Trainers in englischer Sprache („Our defense sucks! This is nothing!“) sowie einer deutlichen Steigerung vor allem von Danielle Clark, die auf vier Dreier kam. Mehr noch fiel aber der Gesamtauftritt von Hannah Pakulat auf. 26 Minuten spielte die 17-Jährige, erzielte zehn Punkte und wies neben ihrem unbändigen Willen eine vorzügliche 83-prozentige Zweier-Quote auf. „Ich habe einfach geworfen und nicht so viel nachgedacht wie früher“, erklärte der Forward. Und hatte Senger damit überzeugt: „Hannah war stark.“
Auch eine Mascha Treblin nutzte ihre Einsatzzeit für zwei feine Dreier im letzten Viertel. Mit dem ersten sorgte sie sogar für den knappsten Rückstand in Hälfte zwei (45:60/34.) Der Wildcats-Sieg geriet vor nur 220 Zuschauern in der Rotenburger Pestalozzihalle aber nie in Gefahr. „Wir sind in einem guten Zustand“, fand Coach Vlastibor Klimes und nutzte die Partie, um allen im Team reichlich Minuten zu gönnen. „Rotenburg fehlte die beste Spielerin und war richtig angeschlagen – das muss man berücksichtigen“, ergänzte er. Wohl auch deshalb zog sein Team die Krallen frühzeitig ein.
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