Rotenburg - Von Matthias FreeseDer Präsident dankte ab, der Kader wurde ausgedünnt – in der Winterpause hat sich beim Rotenburger SV einiges verändert. Doch was kommt jetzt? Wie geht es bei den Oberliga-Fußballern von der Wümme im Vorstand und auf dem Sportplatz weiter? Der zweite Vorsitzende Thorsten Bruns (43) stellte sich den Fragen.
Herr Bruns, im März steht die Jahreshauptversammlung an. Gibt es schon einen Nachfolge-Kandidaten für den zurückgetretenen ersten Vorsitzenden André Beyer?
Thorsten Bruns:Nicht dass ich wüsste. Natürlich würde ich mir jemanden wünschen, der es macht und es auch nach außen hin ist, einer der das Wort führt. Aber Typen wie Grewe oder Pricker, die dazu bereit waren, sind rar gesät.
Warum machen Sie es nicht? Sie sind doch ohnehin der starke Mann beim RSV?
Bruns:Starke Männer gibt es nur bei den Wikingern …
Aber Sie sind doch die eigentliche Nummer eins.
Bruns:Ich mache es definitiv nicht. Ich habe meine Gründe, unter anderem habe ich auch ein Unternehmen zu führen. Und ich habe mich in der Vergangenheit über manche Dinge geärgert. Ich hätte auf manchen Ratschlag gut verzichten können. Das Gerede von der guten alten Zeit kann ich jedenfalls nicht mehr hören. Ich bin aber nicht derjenige, der den Verein im Stich lässt und stehe auch bis Ende des Jahres im Wort. Wenn sich bis dahin aber nichts getan hat, muss ich mich selbst hinterfragen.
Was meinen Sie damit?
Kommen wir mal zum sportlichen Bereich. Der RSV hat sich auch aus wirtschaftlichen Gründen von einigen Spielern getrennt. Das dürfte eine schwere Rückrunde werden.
Bruns:Ich bin mir sicher, dass wir die Rückrunde nicht schlechter spielen werden als die Hinrunde.
Kann sich der Club die Oberliga denn überhaupt leisten?
Bruns:Von der wirtschaftlichen Seite her haben wir da eigentlich nichts zu suchen. Aber können sich andere das leisten? Wenn ich mir Nordhorn oder Emden anschaue – das wird uns nicht passieren. Bei diesem ganzen Insolvenzhype frage ich mich: Mit welcher Motivation geben manche Vereine so viel Geld aus? Wir werden jedenfalls noch weiter kürzen und eine Mannschaft für die nächste Oberliga-Saison aufstellen, die jung und willig ist. Die Landesliga ist nicht wirklich eine Alternative. Aber Fußball scheint ja ohnehin nicht das geliebte Kind in Rotenburg zu sein.
Ist der Sponsorenzuspruch denn mit dem Aufstieg nicht größer geworden?
Bruns:Nein, das hat nicht wirklich was gebracht. Aber willst du den Spielern sagen: Wir steigen nicht auf? Der Kader selbst ist ja auch nicht teurer geworden – es sind die anderen Dinge wie Fahrtkosten.
Sind die Bundesliga-Basketballerinnen der BG ’89 Hurricanes in puncto Sponsorensuche da vielleicht auch ein Konkurrent?
Bruns:Natürlich. Das erschwert uns die Sache schon. Aber die haben ja auch ein gutes Team – vor deren Arbeit ziehe ich den Hut.
Und wie sehr belasten die Altschulden den Verein?
Bruns: Sehr. Es wird da sehr fair mit uns umgegangen, aber wenn man sowieso wenig Geld hat, tut das natürlich weh. Es ist schließlich noch eine sechsstellige Summe.
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