Rahden - Von Melanie Russ. Woche für Woche kämpfen sie auf dem Sportplatz, in der Halle oder im Schwimmbecken um den Sieg oder eine neue Bestleistung. Von der Öffentlichkeit werden viele von ihnen dabei kaum wahrgenommen. Doch einmal im Jahr stehen sie im Rampenlicht: die besten Sportler des Rahdener Stadtgebiets.

Damit hätte Ursel Ortgies nicht gerechnet: Sie wurde zur Sportlerin des Jahres 2011 gewählt. Stadtsportverbandsvorsitzender Hans-Joachim Straßburg (2.v.l.) überreichte die Auszeichnung. Stadtsportwart Philipp Koehler (l.), Hartmut Jork von der Stadtsparkasse und Stadtsportabzeichenbeauftragte Jutta Schmalgemeier gratulierten. ·
Am Freitagabend ehrte der Stadtsportverband die Sportler, die im vergangenen Jahr herausragende Leistungen vollbracht haben.
Jens Küttenbrink, ehemaliger Stadtjugendpfleger und mit reichlich Erfahrung im Moderieren von Sportlerehrungen ausgestattet, führte in launiger Manier durch den festlichen Abend in der Aula des Gymnasiums und hatte bei allem Spaß immer ein wachsames Auge auf den strafen Zeitplan. Immerhin mussten rund 200 Auszeichnungen vergeben werden, deren Empfänger aber längst nicht alle anwesend waren. Die Lücken zwischen den Ehrungen füllten unterhaltsame Aufführungen der Nachwuchs-Band des Gymnasiums, der Kinder der Offenen Ganztagsschule Varl, der Kunstturntruppe „Blasheim“ und der Realschul-Band. Das „City Tratsch Ballett“ strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer mit einer recht eigenwilligen Choreografie.
Kopmann fiel auch die besondere Aufgabe zu, den Ehrenamtspreis zu überreichen. Mit Ulrich Eikenhorst, seit 2006 Vorsitzender von Union Varl, wurde ein wahres Urgestein der Rahdener Sportwelt ausgezeichnet. Eikenhorst, so Kopmann, habe sich in besonderer Weise um den Sport und das gesellschaftliche Zusammenleben in Rahden verdient gemacht. „Ehrenamtliche Arbeit macht in der Tat viel Arbeit und verdient unsere Anerkennung“, so Kopmann.
Mit neun Jahren in den Verein eingetreten, war Eikenhorst in allen Varler Fußballmannschaften aktiv. Seit 1988 ist er Jugendbetreuer und fast genauso lange als Schiedsrichter tätig. 2010 erhielt er die silberne Verdienstnadel des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes für mehr als 20 Jahre aktive Tätigkeit im Verein.
Aber auch abseits des Sportplatzes gestaltet Ulrich Eikenhorst das öffentliche Leben mit. Als Mitglied des Ausschusses für Soziales, Sport, Kultur und Tourismus war er maßgeblich an der Erstellung eines Konzeptes zur Belebung der Rahdener Sporthallen beteiligt. In Varl sei er gemeinsam mit seiner Frau Initiator für die Offene Ganztagsgrundschule gewesen, hob Kopmann hervor.
Die Mannschaft des Jahres, die 1. Tischtennis-Herren-Mannschaft des TuS SW Wehe, ragt nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge – Aufstieg in die Bezirksklasse, Kreispokalsieger, Gewinner des Bezirkspokals der Kreisligen – heraus, sondern durch das Engagement einzelner Spieler. So gäbe es ohne deren Einsatz in der Jugendarbeit überhaupt keine Jugendmannschaft, lobte Wolfgang Geusch, Geschäftsführer des TuS Wehe. Er hatte die ehrenvolle Aufgabe, „seiner“ Mannschaft die Auszeichnung zu übergeben.
Sportlicher wie emotionaler Höhepunkt des Abends war die Ehrung der Sportlerin des Jahres. „Diese Sportlerin repräsentiert in vorbildlicher Weise die klassischen Merkmale eines erfolgreichen Sportlers. Bewegung ist ihr ein existenzielles Bedürfnis. Sie ist ehrgeizig, ausdauernd und zielstrebrig und dabei immer eine Team-Spielerin“, sagte Laudator Hans-Joachim Straßburg über die 80-jährige Ursel Ortgies, für die ein Tag ohne Sport ein verlorener Tag zu sein scheint.
Tägliches Frühschwimmen, regelmäßige Yoga-Übungen, Fahrradtouren und die Teilnahme an der Seniorensportgruppe des TuS SW Wehe, in der sie zu den engagiertesten Mitgliedern zähle, seien für sie selbstverständlich, so Straßburg. „Mit ihrer Einsatzbereitschaft und ihrer fröhlichen Hingabebereitschaft ist sie eine hervorragende Botschafterin des Sports.“
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