Etelser Fußballer spielt beim TSG Neustrelitz vor

Oliver Warnke: Jetzt schnuppert er an einem Profi-Vertrag

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Gut möglich, dass Etelsens Fußball-Boss Alexander Coels (links) Oliver Warnke gleich wieder verabschieden muss, nachdem der Nordost-Regionalligist TSG Neustrelitz die Finger nach dem Defensivspieler ausgestreckt hat.

Etelsen - Von Frank von Staden. Das beendete Gastspiel beim Fußball-Oberligisten Heeslinger SC, das gerade einmal eine Saison dauerte, könnte für den Etelser Defensivspezialisten Oliver Warnke zu einem wahren Glücksfall werden. Denn während es zwischen dem HSC und dem 22-Jährigen irgendwie nicht passte, ist Benjamin Duray, Ex-Coach des Rotenburger SV und nun als Trainer in Diensten des Nordost-Regionalligisten TSG Neustrelitz tätig, überzeugt, „dass Oliver absolut das Zeug zu etwas Höherem hat.“ Deshalb lud er den Versicherungskaufmann kurzerhand zu einem viertägigen Probetraining in die Residenzstadt Mecklenburg-Vorpommerns ein, das bereits seit Montag läuft.

Schon 2014 durfte der Bayern-Fan kurz Regionalliga-Luft schnuppern, als er vor Werder Bremens damaligen U23-Trainern Viktor Skripnik und Torsten Frings vorspielte, damals aber aus Altersgründen nicht verpflichtet wurde. Nun lauert die zweite Chance, die da Neustrelitz und Duray heißt. „Bereits als Trainer des Rotenburger SV war ich an einer Verpflichtung von Oliver interessiert. Wir hatten damals wirklich gute Gespräche. Seine Art, sein Charakter, seine Einstellung zum Fußball – alles hat mir imponiert. Vor einigen Wochen habe ich dann bei euch in der Zeitung gelesen, dass er Heeslingen wieder verlassen und zum TSV Etelsen zurückgehen würde. Aber auch, dass er höherklassigen Fußball immer noch spielen wolle. Da habe ich ihn sofort angerufen“, klärte Duray am Dienstag auf.

Und der Übungsleiter machte auch deutlich, dass es nicht einfach nur ein Schritt in die Regionalliga sein würde: „Nein, das wäre gleich ein Sprung zum Profitum! Denn hier in der Nordost-Liga gibt es eigentlich kein Team mehr, in dem die Spieler noch nebenbei arbeiten. Wir trainieren täglich unter Profibedingungen vormittags als auch am Nachmittag.“

Neustrelitz, eine Stadt im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte, ist zwar stark „fußballinfiziert“, große finanzielle Sprünge aber können sie bei der TSG nicht machen. Duray: „Wir befinden uns da eher im unteren Drittel der Liga. Die Berliner Teams, Jena oder auch gerade Cottbus sind da weiß Gott besser aufgestellt und deshalb auch die Liga-Favoriten. Deshalb halten wir immer Ausschau nach Talenten, jungen Spielern und Studenten, denen wir quasi ein Sprungbrett bieten. Bei uns können sie reifen, sich entwickeln, um vielleicht noch höher aufzusteigen.“

Oliver Warnke, der Fußballer des Jahres im Landkreis Verden von 2014, ist so ein gereiftes Talent, dem der TSG-Coach einiges zutraut. Was aber derzeit noch gar nichts heißen soll. „Wir suchen ja nicht nur nach einem Puzzleteil, das fußballerisch zu uns passt. Es muss in allen Bereichen stimmen. Momentan haben wir einen Kader von 19 Spielern, den wir insgesamt auf 23 aufstocken wollen. Aber wir produzieren hier keine Schnellschüsse. Wir werden sehen, wie sich Olli bis Donnerstag bei uns macht“, so Duray, in dessen runderneuertes Team noch Vakanzen auf der Sechs als auch in der Innenverteidigung herrschen. Positionen, die dem 22-Jährigen, den Etelsens Ex-Coach Bernd Oberbörsch einst als eine Mischung aus Xabi Alonso und Javier Martinez in Anlehnung an Warnkes Sympathie-Club bezeichnet hatte, auf den Leib geschneidert sind.

Doch der „Etelser Jung“, dessen Berufswunsch auch immer noch im Sportjournalismus liegt, ist nicht der einzige Testkandidat bei der TSG Neustrelitz. Derzeit wohnt er gemeinsam mit einem weiteren gelernten Mittelfeldspieler in einer Pension im Ort – auch dieser könnte durchaus der neue Sechser im Duray-Team werden.

Morgen Abend endet dann der „Testlauf“ für den Defensivspezi mit einem Freundschaftsspiel in Brandenburg gegen den Nord-Regionalligisten VfB Lübeck. Erst danach werden dann die TSG-Verantwortlichen die Köpfe zusammenstecken. Ob Oliver Warnke dann nur an einem Profi-Vertrag schnuppern durfte, oder ob der große Traum eines jeden Vollblutfußballers wahr werden könnte – abwarten.

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