Neu-Uphuser Fußballer des Jahres

Mazan Moslehe: Der Traum vom Profi-Dasein lebt noch

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Überrascht und hoch erfreut: Mazan Moslehe (rechts) wurde von Sportredakteur Ulf von der Eltz als Fußballer des Jahres im Landkreis Verden ausgezeichnet. Als überragender Spieler hatte der 26-Jährige den TSV Ottersberg zum Klassenerhalt geführt. 

Ottersberg - Von Ulf von der Eltz. Ohne ihn hätte der TSV Ottersberg den Klassenerhalt in der Landesliga vermutlich kaum geschafft – er war praktisch die Lebensversicherung der Grün-Weißen. Das sah nicht nur sein Coach Torsten Just so, die Trainer der auf Bezirksebene und höher spielenden Teams hoben ihn mit großem Abstand auf den Thron: Mazan Moslehe wurde zum Fußballer des Jahres im Landkreis Verden gewählt – die Krönung einer starken Saison des Deutsch-Libanensen.

„Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Aber dass die Trainer mich auserkoren haben, macht natürlich stolz und glücklich“, freute sich der 26-Jährige bei der Verleihung der Trophäe. Mit 25 Punkten sammelte der Offensiv-Crack bei der von dieser Zeitung organisierten Wahl fast doppelt so viele Punkte wie der Uphuser Stefan Denker und der Verdener Mirco Temp, die sich gemeinsam mit 13 Zählern den zweiten Platz teilen. Über die eigene Leistung will der König der Kicker kein großes Aufhebens machen: „Es lief viel über mich, ich habe einfach immer alles gegeben und versucht, das Team mitzureißen.“ Da greift Torsten Just schon eher zu massiverem Lob: „Mazan hat mit genialen Momenten ganz oft Partien für uns entschieden. Er kann ein Spiel lenken und besitzt eine große Ballsicherheit.“ 13 Tore steuerte Moslehe zum Klassenerhalt bei.

Klar, dass sie an der Wümme enttäuscht waren, als der in Berlin geborene Techniker trotz bereits gebenener Zusage seine Koffer packte und zum TB Uphusen wechselte. Auch für Moslehe selbst: „Normalerweise bin ich kein Mensch, der sein Wort bricht. Da kann ich verstehen, dass sie sauer reagiert haben. In diesem Fall spielten aber mehrere Faktoren eine Rolle.“ In erster Linie der sportliche Anreiz als feststand, dass die Arenkamp-Kicker doch nicht aus der Oberliga absteigen müssen. „Außerdem sind in Ottersberg Wolf-Hinrich Haltermann sowie Torsten Just nicht mehr am Ruder, beide haben mich wahnsinnig unterstützt“, führt er weiter aus. Am wichtigsten sei aber die Aussicht gewesen, mit seinem Freund Benedetto Muzzicato und vielen Spielern, die er von früher kennt, in Uphusen arbeiten zu können. In Sachen Saisonziel gibt sich der Offensive eher defensiv: „Erst einmal wollen wir nichts mit der Abstiegszone zu tun haben und dann sehen, was die Saison ergibt.“

Trotzdem soll mit dem TBU irgendwann der Sprung in die Regionalliga gelingen, aus der Moslehe einige Angebote gehabt hat. Sogar Probetrainings bei Drittligisten schlug der 26-Jährige aus: „Als Event-Manager bei einer Hamburger Firma habe ich etwas mit aufgebaut. Da wäre ich nur in der 2. Liga eingestiegen, was sich aber nicht ergeben hat.“

Der Sprung in den Profibereich war Moslehe, der aus dem Talentschuppen des Hamburger SV 2009 aufgrund geringer Stammplatzchancen in der Bundesliga-Truppe nach Österreich zum SV Kapfenberg wechselte, in seiner Karriere mehrfach durch Verletzungen aus den Händen geglitten. Am schlimmsten traf es ihn jedoch 2010, als er in Hamburg niedergestochen wurde. Die Hauptschlagader im Arm wurde durchtrennt, Moslehe hat gerade so überlebt, verbrachte drei Monate im Krankenhaus und kehrte erst 2012 wieder ins Fußballgeschäft zurück. Teutonia Uelzen, TSV Ottersberg, Goslaer SC, Alemannia Aachen, SF Lotte, Lüneburger SK und wieder TSV Ottersberg heißen seitdem die Stationen.

So ganz hat der von sieben Geschwistern als einziger in Deutschland geborene 1,77 Meter-Mann die Hoffnung auf ein Profidasein noch nicht aufgeben: „Wir sehen ja an Justin Eilers, der es von Dresden zu Werder geschafft hat, dass es auch mit 26 noch klappen kann. Da hat er einen Super-Weg beschritten.“ Und der Hauch der großen Fußball-Welt weht Mazan Moslehe in vier Wochen wieder um die Nase: Dann ist er nämlich Gast bei der Hochzeit von Shkodran Mustafi, ebenfalls ein Freund aus dem damaligen HSV-Internat. Und der könnte seiner Braut als frisch gebackener Europameister das Ja-Wort geben.

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