Etelser tritt sogar sofort zurück

Die große Trainer-Rochade: Offermann beerbt Oberbörsch

Ab sofort kein Trainer beim TSV Etelsen mehr: Bernd Oberbörsch.

Etelsen - Von Ulf von der Eltz. Der nächste Paukenschlag erschüttert den Fußball im Kreis Verden: Nachdem vergangene Woche bereits die Zusammenarbeit zwischen dem Trainerduo Dennis Offermann/Mike Gabel und dem TB Uphusen zum Saisonende aufgekündigt worden war, sorgt nun der TSV Etelsen für Aufsehen.

Noch vor dem Match gegen Treubund Lüneburg bat der Landesligist seinen Coach Bernd Oberbörsch, zur neuen Saison den Weg freizumachen für ein Engagement ausgerechnet von Offermann und Gabel. Der Sottrumer und sein Co. Nils Goerdel willigten ein – um dann nach dem desaströsen 0:1 vom Sonntag sogar mit sofortiger Wirkung aus ihren Ämtern zu scheiden.

Im letzten Saisonspiel am Sonnabend in Cuxhaven fällt nun Alexander Coels, Fußball-Boss am Schlosspark, die Aufgabe zu, den Klassenerhalt in trockene Tücher zu wickeln. Dass sowohl in Uphusen als auch in Etelsen vereinbarte Vertragsverlängerungen wieder über den Haufen geworfen wurden, macht es ebenso spektakulär wie die Tatsache, dass Offermann/Gabel im Sommer direkt auf Oberbörsch/Goerdel folgen.

„Wir wären mit Bernd auch in die neue Saison gegangen. Aber wir wollten die Chance nicht verstreichen lassen, Dennis jetzt holen zu können. Schließlich steht er schon seit eineinhalb Jahren als Nachfolger auf meiner Wunschliste, falls Bernd irgendwann mal aufgehört hätte“, nannte Coels gestern auf Nachfrage dieser Zeitung den Grund für sein Vorpreschen.

Nächste Saison Chefcoach beim TSV Etelsen: Dennis Offermann.

Also bat der Boss seinen Trainer, das Ja-Wort für die Saison 2016/2017 wieder zurückzunehmen – schweren Herzens: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Vergangenheit und Gegenwart in Bernd den besten Coach hatten. Aber für die Zukunft sehe ich Dennis als den besten für unser Team. Also haben wir den Schnitt vollzogen.“ Da zwischen beiden Seiten in den zurückliegenden fast acht Jahren eine echte Freundschaft entstanden sei, habe Coels auch das offene und ehrliche Gespräch mit Oberbörsch gesucht. Und dass sich die Ereignisse mit dem sofortigen Rücktritt des Bank-Gespanns derart überschlagen würden, hatte der Spartenleiter nicht geahnt.

Oberbörsch war trotz der sportlichen Misere überrascht, als Coels ihn mit dem Wunsch nach einem Wechsel konfrontierte. „Sicher hatte ich mir meine Gedanken über die Gründe der Talfahrt in der Rückrunde gemacht. Aber ein Ausscheiden war dabei keine Option für mich gewesen.“ Nur einmal ganz kurz vor dem ersten Cuxhaven-Spiel, das am 12. Mai nachgeholt wurde: „Aber durch die trotz des 1:3 sehr starke zweiten Halbzeit wollte ich nicht von Bord gehen.“

Mit dem Ansinnen seines Chefs habe sich die Einstellung zu diesem Thema mittlerweile ein wenig geändert: „Letztlich sind die Überlegungen nicht von der Hand zu weisen. Wir haben es zwar über siebeneinhalb Jahre durch überragende Arbeit hinbekommen, dass sich durch entsprechende Fluktuation keine Abnutzungs-Erscheinungen einstellen. Das sieht jedoch für die nächste Saison nicht mehr so aus, weil wahrscheinlich wenig neue Spieler kommen.“ Da bestünde schon die Gefahr, dass der Spannungsbogen weiter abfallen könne: „Und außerdem ist es ja tatsächlich verwegen, mit einem 57-Jährigen eine mittel- bis langfristige Planung zu gestalten.“

„Ich will diesen Weg weiter gehen“

So fasste der Sottrumer den Plan, die Saison zu einem guten Ende zu bringen und die Mannschaft nach dem Treubund-Spiel über das nahende Ende zu informieren. Die katastrophale Leistung, „bei der nie das Annehmen des Abstiegskampfes zu erkennen gewesen war“, sorgte für ein rasches Umdenken und den sofortigen Rücktritt: „Ich sah mich zu diesem Schritt gezwungen, weil jetzt nur noch die Hammermethode hilft. Hoffentlich hat das Team diesen Schuss gehört. Denn es geht um das Wohl und Wehe des Vereins und nicht um Einzelschicksale. Etelsen muss die Landesliga halten.“

Für Oberbörsch bleiben neben fast acht Jahren toller Zusammenarbeit auch die außergewöhnlichen Minuten nach dem Treubund-Match in der Kabine haften: „Da ist es schon extrem emotional zugegangen. Und als ich in die Gesichter der Spieler geblickt habe, war mir schon klar, dass ich diesen Abschied noch am ehesten verkrafte.“ Klar ist auch, dass Oberbörsch am Sonnabend aus der Ferne mitzittert und der Mannschaft den Klassenerhalt sehnlichst wünscht.

Mit dem gewissen Abstand hegt der Ex-Coach keinen Groll gegen die Führungsetage: „Nein, ich bin nicht sauer. Ich fühle mich auch nicht abserviert, es bleibt nichts zurück. Dass Alex die Karte Offermann gespielt hat, ist letztlich okay. Es war ein vernünftiges und konstruktives Gespräch. Trotzdem kam keine spontane Freude auf.“

Gleichzeitig warb sein Nachfolger gestern auf Nachfrage zunächst um riesigen Respekt. Offermann: „Ich ziehe den Hut vor Bernds Arbeit, wie er mit bescheidenen Mitteln den Verein so hoch gehalten hat.“ An diese tollen acht Jahre wolle der in Uphusen gescheiterte Coach anknüpfen: „Wir haben junge, hungrige Spieler, mit denen ich diesen Weg weiter gehen will. Von daher ist Etelsen ein Glücksfall für mich, weil ich unbedingt Fußball-Trainer bleiben wollte.“ Dass die Blau-Weißen auch nächste Saison in der Landesliga abtreten, ist Offermanns feste Überzeugung: „Über alles andere reden wir erstmal nicht.“ Wichtig für ihn, dass zu den bereits 16 Zusagen solche Stützen wie Daniel Büchau, Philipp Büssenschütt, Jannis Oberbörsch oder Micha Langreder gehören.

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