Die 95 neuen Regeln der FIFA gelten ab dem 1. Juli auch für den NFV Kreis Verden

Fußball ohne Schuhe – und bitte die gleichen Unterhosen

Auch der Badener Unparteiische Harm Osmers muss seit dem 1. Juni wieder büffeln, hat er sich doch satte 95 Regeländerungen einzubläuen. -  Foto: imago

Verden - Von Frank von Staden. Sie sind die neue Revolution für den Fußball – behauptet zumindest die FIFA. Dreifachbestrafung, Behandlungspausen oder Elfmeterausführung: nur drei Themen, die durch den Weltverband vom 1. Juni 2016 an neu geregelt werden.

Insgesamt 95 Änderungen oder Anpassungen haben die Regelhüter vom International Football Association Board (IFAB) beschlossen. „Und ab dem 1. Juli gelten sie auch bis runter zur 3. Kreisklasse. Zumindest die meisten sollen dann 1:1 umgesetzt werden“, sagt Marcus Neumann, Schiedsrichter-Chef des NFV Kreis Verden.

Ziel war es, die Spielvorschriften zu vereinfachen, sie den Anforderungen der heutigen Zeit und Spielweise anzugleichen. Über 10.000 Wörter wurden aus dem Regelwerk gestrichen. Vieles wird dem Fußball-Liebhaber bekannt vorkommen, weil einige Regeln nur konkreter gefasst wurden. Doch es sind auch echte Aufreger darunter: Immer wieder wurde in der Vergangenheit über das Thema Dreifachbestrafung diskutiert. In Zukunft hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, bei einer Notbremse im Strafraum nur eine Gelbe Karte zu zeigen, wenn der Angriff des Abwehrspielers dem Ball galt.

Auch die Ausführung von Strafstößen wird neu definiert. Ein Spieler darf zwar noch beim Anlaufen verzögern, er darf aber nicht mehr komplett abstoppen. Wenn doch, gibt es eine Gelbe Karte für den Elfmeterschützen und indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft.

Doch es gibt auch weniger eingreifende Änderungen. So dürfen Socken, Tapeverbände oder Unterhosen künftig nicht mehr eine andere Farbe haben als die Spielkleidung. „Ich denke aber nicht, dass sich speziell diese Vorschrift auf Kreisebene durchsetzen lässt. Bei einigen Regeln werden wir sicherlich Abstriche machen müssen. Aber über alle neuen Änderungen weiß ich noch gar nicht zu 100 Prozent bescheid“, so Neumann.

Auch die Schiedsrichter werden entlastet. Der Unparteiische muss seit dem 1. Juni nicht mehr zwingend beide Arme heben, um die Vorteilsregel anzuzeigen, sondern darf dies auch nur mit einem Arm tun. Eine Regel steht indes noch auf dem Prüfstand: Das Gratis-Tor bei Handbspielen auf der Linie für den Gegner. Also Wegfall des bisherigen Strafstoßes.

1. Elfmeter

Wer beim Anlauf zum Elfmeter komplett abstoppt, sieht Gelb. Und: Es geht mit indirektem Freistoß für den Gegner weiter.

2. Dreifachbestrafung

Keine Rote Karte nach Foul im Strafraum, wenn die Attacke dem Ball galt.

3. Schuh weg

Ein Spieler darf jetzt bis zur nächsten Unterbrechung weiterspielen, auch wenn er einen Schuh verloren hat.

4. Unterhose

Sichtbare Unterwäsche muss die gleiche Farbe wie die Fußballhose haben.

5. Handspiel auf Linie

Das Handspiel auf der Linie eines Verteidigers könnte künftig mit einem Tor statt mit einem Elfer bestraft werden (noch nicht beschlossen).

6. Behandlungspausen

Dauert die ärztliche Versorgung eines Spielers weniger als 20 Sekunden, darf er ab sofort weiterspielen, ohne das Spielfeld verlassen zu müssen.

7. Anstoß

Der Anstoß muss nicht mehr mit einem Pass nach vorn ausgeführt werden. Der Ball kann auch in die eigene Hälfte gespielt werden.

8. Angriffsmauer

Verbot der Angriffsmauer. Bei direkten Freistößen wurde diese Taktik zuletzt populär, um dem Torwart bis kurz vor dem Schuss die Sicht zu nehmen.

9. Platzverweise

Schiedsrichter können jetzt auch vor dem Anpfiff Rote Karten verteilen. Eine betroffene Mannschaft darf dennoch zu elft auflaufen.

10. Trinkpausen

Trinkpausen bei sehr heißen Bedingungen werden im Regelwerk verankert. Die verlorene Zeit muss nachgespielt werden.

11. Einwurf

Einwürfe müssen mit beiden Händen ausgeführt werden. Nicht mit einer Hand und einer „Stützhand“.

12. Die Abseitsfrage

Die Mittellinie ist ab sofort bei Abseitsfragen eine neutrale Zone. Berührt eine Spieler bei einem Konter die Mittellinie und noch nicht die gegnerische Hälfte, steht er nicht im Abseits. In der eigenen Hälfte gibt es sowieso kein Abseits. Der Status der Mittellinie in Abseitsfragen war zuvor nicht eindeutig geklärt.

13. Das Vorteilszeichen

Einen Vorteil dürfen Schiedsrichter nun mit nur einem gestreckten Arm anzeigen, bislang mussten sie beide Arme wie ein V nach vorne austrecken. Diese Änderungen soll den Schiedsrichtern das schnelle Laufen erleichtern

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