Bastian Reiners stellt nach Patzer von Ottersbergs Keeper Leon Seeger früh die Weichen

TSV Etelsen nach 5:0-Derbysieg erster Tabellenführer

Da kann Ottersbergs Keeper Leon Seeger nur noch hinterherschauen: Etelsens Kato Tavan auf dem Weg zum 3:0. - Foto: Westermann

Etelsen - Von Kai Caspers. Nach nicht einmal 60 Sekunden Spielzeit hatte Jan Schröder im Derby der Fußball-Landesliga beim TSV Etelsen die Führung auf dem Fuß. Doch der Stürmer des TSV Ottersberg fand seinen Meister in Torhüter Daniel Büchau und musste in der Folge hilflos mitansehen, wie seine Mannschaft den Gastgebern in allen Belangen unterlegen war. Logische Quittung war ein auch in der Höhe völlig verdienter 5:0 (3:0)-Erfolg der Schlossparkkicker.

Für Ottersbergs Jan Fitschen eine mögliche Schlüsselszene. „Wir müssen einfach in Führung gehen. Dann kann das Spiel eventuell auch eine ganz andere Richtung nehmen. Wie wir uns dann aber nach dem Rückstand verhalten haben, dafür habe ich kein Verständnis“, hätte sich Fitschen bei seinem Debüt auf der Trainerbank natürlich ein ganz anderes Ergebnis gewünscht. Kritik übte Ottersbergs Coach in erster Linie am Zweikampfverhalten seiner Spieler. „Da waren wir viel zu naiv. Auch im Spielaufbau haben wir uns zu viele Fehler geleistet. Und das kann man sich gegen einen Gegner wie Etelsen einfach nicht erlauben. Wichtig ist jetzt, dass meine junge Mannschaft aus den Fehlern lernt und die Köpfe schnell wieder nach oben nimmt.“

Auch wenn Dennis Offermann verständlicher überaus zufrieden war, drückte er umgehend auf die Euphoriebremse. „Wir freuen uns natürlich über das Ergebnis, wissen es aber einzuordnen. Klar haben wir etwas Glück in der ersten Minute, aber dafür haben wir ja Daniel Büchau“, lobte Etelsens Trainer seinen Torhüter. „Nach unserer Führung hat das Spiel seinen Lauf genommen. Dabei kann ich meiner Mannschaft nur ein dickes Lob aussprechen, da sie unsere Vorgaben sehr gut umgesetzt hat“, verwies Offermann auf das starke Offensivspiel. Immer wieder wurden die Gäste von der Wümme durch schnelles Kurpassspiel und kluge Pässe in die Spitze von einer Verlegenheit in die andere gestürzt. Und da die Etelser nicht nur körperlich wesentlich präsenter sondern auch gedanklich wesentlich schneller waren, entwickelte sich spätestens nach dem frühen 1:0 (3.) eine mehr als einseitige Partie. Hatte Kato Tavan kurz zuvor noch die mögliche Führung ausgelassen, war Bastian Reiners nach einem groben Patzer von Torhüter Leon und Seeger und der anschließenden unglücklichen Rettungsaktion von Dominik Rosenbrock zur Stelle. Glück für Ottersbergs Keeper dann in der sechsten Minute, als der nächste Fehler von ihm unbestraft blieb, da Micha Langreder nur die Latte traf. Die Etelser drückten in der Folge weiter vehement aufs Tempo. Vor allem Nicolai Gräpler war kaum zu halten. Und wenn, dann auf Kosten eines Fouls. So auch in der 20. Minute, als er Rosenbrock im Ottersberger Strafraum mit einer Körpertäuschung ausstiegen ließ und dann von den Beinen geholt wurde – Strafstoß. Diesen verwandelte Oliver Warnke sicher zum 2:0 (22.). Direkt nach dem Anstoß war es erneut Schröder, der mit einem schönen Schuss an Büchau scheiterte. Aber auch Seeger wusste sich in der Folge auszuzeichnen und parierte gegen Tavan und Reiners (25./30.). Die Vorentscheidung in der 38. Minute. Nach einem Pass in die Schnittstelle von Oliver Warnke zögerte Seeger jedoch etwas zu lange mit dem Herauslaufen. Nutznießer war Kato Tavan mit dem Treffer zum 3:0-Pausenstand.

Gleiches Bild auch in der zweiten Hälfte. Etelsen kontrollierte Ball und Gegner. Lediglich die Chancenverwertung ließ etwas zu wünschen übrig. Offermann: „Da gibt es sicher noch etwas zu verbessern. Positiv stimmt mich jedoch, dass wir uns so viele gute Möglichkeiten erarbeitet haben. Vor allem das Flügelspiel war schon richtig gut anzusehen.“ Bestes Beispiel dafür war sicher der Treffer zum 4:0 (56.). Nachdem Stephan van Freeden den mitgelaufenen Micha Langreder auf Rechtsaußen bedient hatte, war Christopher Petzold nach dessen Pass in die Mitte zur Stelle. Und nur fünf Minuten später war es van Freeden, der nach schöner Vorarbeit von Kato Tavan für den 5:0-Endstand (61.) verantwortlich zeichnete. In der Folge ließen es die Gastgeber dann bei einigen Kontern an der nötigen Konsequenz vermissen und verpassten so einen noch höheren Erfolg.

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