45-Jähriger meistert den Transalpine-Run 

Tom Bischoff bezwingt die Alpen

Da war die Überraschung groß, als Tom Bischoff nach seinem „Ritt“ über die Alpen nach der Zielankunft in Brixen von seinen Eltern Almuth und Hermann Bischoff erwartet wurde. Foto: hu

Langwedel - In sieben Etappen über die Alpen – und das im Laufschritt. Der in Langwedel aufgewachsene Tom Bischoff stellte sich beim Transalpine-Run der großen Herausforderung. Erschöpft, aber dafür extrem glücklich, erreichte der 45-Jährige nach sieben harten Tagen das Ziel in Brixen im schönen Südtirol – als einer von über 400 Läufern aus vielen Ländern der Erde.

Die größte Überraschung für Tom Bischoff wartete nach dem Zieleinlauf. Denn dort traf er seine Eltern Almuth und Hermann Bischoff, die extra aus Langwedel angereist waren. „Sie haben mich in Empfang genommen. Da war ich erstmal sprachlos“, gab der 45-Jährige nach der Sektdusche seines Vaters zu verstehen. Zumal neben den beiden Begleiterinnen Antje John-Müller und Andrea Müller auch sein eigentlich vorgesehener Laufpartner Peter Müller da waren. Der hatte zwei Stunden vor dem Startschuss aus gesundheitlichen Gründen vom Arzt ein Startverbot erhalten. Da bei diesem Lauf Zweierteams erforderlich waren, schien das gesamte Unternehmen somit zu platzen. Doch da es einem anderen Team genauso ging, erhielt Tom Bischoff von der Rennleitung mit Marc Slonek einen neuen Partner zugewiesen und konnte das Rennen doch wie geplant in Garmisch-Partenkirchen aufnehmen.

Bestens ausgerüstet und vorbereitet ging es dann gemeinsam mit Slonek auf die erste Etappe, die über 36.5 Kilometer von Garmisch-Partenkirchen nach Lermoos in Tirol, unterhalb der Zugspitze entlang führte. Dabei galt es immer die Zeiten im Auge zu behalten, was dem Duo bestens gelang. Im Ziel angekommen durfte die Belohnung in Form eines kühlen Bieres natürlich nicht fehlen, ehe direkt im Anschluss im Hotel bereits die Vorbereitung auf den nächsten Tag begann. Ein Prozess – der sich im weiteren Verlauf täglich wiederholte. Die zweite Etappe führte von Lermoos nach Imst. Eine traumhafte Strecke, die auf steilen Pfaden und Stegen über das Grubigjöchl ging. Nach 33,8 Kilometern war das Ziel erreicht. Die dritte Etappe von Imst nach Mandaren und ins Pitztal stellte die größte Anforderung für die Athleten dar. Sie war mit 47,9 Kilometern nicht nur die längste, sondern auch die Strecke mit den meisten zu absolvierenden Höhenmetern. „Da blieb dann nicht viel Zeit, um die schöne Landschaft und die Ötztaler Gletscher zu genießen. Im Hotel habe ich mir dann Rat geholt, wie die kleineren Blessuren am besten zu behandeln sind“, gab Bischoff zu verstehen. „Und danach habe ich mich dann anspornen lassen für den nächsten Tag.“ 

Deutlich ruhiger ließ es der 45-Jährige dann an den beiden abschließenden Etappen angehen, ohne dass er dabei die „Cut-Zeiten“ aus den Augen verlor. Auf der vierten Etappe nach Sölden galt es zwar „nur“ 25,7 Kilometer zu absolvieren, doch oben auf dem Gletscher war die Luft schon extrem dünn. „Da sprach keiner mehr. Dafür war das Schnaufen der Teilnehmer umso mehr zu hören“, erklärte Bischoff. Die fünfte Etappe über 33,3 Kilometer von Sölden nach St. Leonhard in Passeier und die sechste Etappe über 33,6 Kilometer nach Sarntheim wurden dann fast schon zur Routinie, auch wenn es über das 2474 Meter hohe Timmelsjoch ging. Dafür ging es am sechsten Tag durch die südtiroler Bilderbuchlandschaft mit dem Dolomiten-Panorama. Allerdings summierten sich nun auch so langsam die kleinen Wehwehchen in Form von Blasen, blauen Zehnägel und Abschürfungen durch den einen oder anderen Sturz.

Endlich in Sarntheim angekommen, fehlte nun nur noch der letzte Schritt – die abschließende Etappe über 36,4 Kilometer, ein Höhenweg der Extraklasse mit den Dolomiten-Gipfeln im Blickfeld, nach Brixen. „Natürlich steckten einem die harten Tage in den Knochen. Doch das Ziel vor Augen, wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert und gekämpft“, machte sich Bischoff um die Motivation keine Gedanken. Am zweiten Versorgungsposten wurde dann auch die Cut-Zeit aufgehoben. Bischoff: „Damit war für uns alle das heiß ersehnte Finisher-Shirt zum Greifen nahe.“ Der Zieleinlauf in Brixen – er wurde zu einem wahren Ausbruch der Endorphine. 

„Durch den Applaus und Jubel in den Straßen waren die Strapazen der vergangenen Tage wie weggeblasen. Leichten Fußes bin ich quasi über die Ziellinie geflogen“, machte Tom Bischoff aus seinen Gefühlen keinen Hehl. Und als dann auch seine Eltern nach 247 absolvierten Kilometern, inklusive der 14973 Höhenmeter, im Ziel warteten, kannte die Freude und pure Erleichterung beim 45-Jährigen keine Grenzen mehr. Und mit etwas Abstand erinnerte sich Tom Bischoff dann auch wieder an einen Satz der Veranstalter, der vor einer Etappe, als alle Teilnehmer noch froren, morgens aus den Lautsprechern kam. „Und wenn ihr Montag alle wieder zurück auf der Arbeit seid, werdet ihr das hier vermissen.“ Eine Aussage, der Bischoff nicht wiedersprechen wollte. 

hu

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