Volleyballer des TV Baden 

Bereit für das Abenteuer 3. Liga

Mit diesem eingeschworenen Team wollen die Volleyball-Herren des TV Baden die 3. Liga in Angriff nehmen. Das Minimalziel heißt dabei Klassenerhalt. J Foto: tvb

Baden - Von Frank von Staden. Es war Mitte März 2005, als Peter-Michael Sagajewski aus ein paar Achimer Schülern im TV Baden ein Volleyball-Team aufbaute, das nach wenigen Monaten Training mehr schlecht als recht durch die Bezirksklasse taumelte. Es setzten leidvolle und knappe Niederlagen. Doch Sagajewski arbeitete beharrlich weiter und hat so maßgeblichen Anteil an einer Erfolgsstory, die wahrlich ihresgleichen sucht und jetzt den Titel trägt: Bereit für das Abenteuer 3. Liga!

Trainersohn Ole Sagajewski gehört zu den schlagstärksten Spielern im TV Baden. 

„Hätte mir noch vor drei Jahren jemand gesagt, dass wir auch nur die leise Chance haben würden, Regionalliga zu spielen, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Dass wir jetzt sogar das erfolgreichste und höchstspielendste Herren-Team im Umkreis von 80 Kilometern sind und die 3. Liga rocken dürfen, ist einfach nur Wahnsinn“, schüttelt der Volleyball-Urvater des TVB auch jetzt immer noch etwas ungläubig den Kopf. Am kommenden Sonnabend gibt der Tabellenzweite der Regionalliga, der als Nachrücker ins Bundesliga-Unterhaus kam, erstmalig seine Visitenkarte ab, überreicht diese dann beim Traditionsclub Moerser SC.

Mit dabei wird dann auch Han Canh Huynh sein, neben Sagajewski das noch einzig verbliebene Gründungsmitglied dieser so erfolgreichen Truppe. „Allerdings wird er dann nicht mehr unter diesem Namen auflaufen. Es war ihm letztlich einfach zu blöd, dass irgendwie kaum einer seinen Namen aussprechen konnte. Deshalb hat er sich jetzt offiziell in Han Wong umbenannt“, so Sagajewski.

Mehr bieten als Power-Volleyball

Doch gegenüber der Vorsaison hat sich noch einiges mehr beim Aufsteiger getan. Im Umfeld soll alles noch etwas professioneller werden. So wurden weitere Sponsoren aufgetan, erhielt Hallensprecher Marko Gerken extra eine Schulung von einem Event-DJ. „Wir werden alles tun, um in dieser Saison die 300er-Marke bei der Zuschauerzahl in der Lahofhalle zu knacken. Also müssen wir etwas mehr bieten als ausschließlich attraktives Power-Volleyball. In dieser Hinsicht sind wir auf einem sehr guten Weg“, verrät Sagajewski derzeit aber noch nicht die Details. „Nun, in Zukunft wird bei uns noch mehr die Post abgehen“, versichert der 56-Jährige, der dann aber im selben Atemzug auch einräumt, „dass meine Arbeit im Umfeld immer mehr Zeit in Anspruch nimmt, die ich vom normalen Trainingsbetrieb abknapsen muss.“

Deshalb hat sich der Medizintechniker Unterstützung geholt, besitzt die Badener Mannschaft seit dieser Saison nun erstmals in Christina Plath eine Co- und Mentaltrainerin, die in Bremen wohnt und in Vechta gerade ihre Doktorarbeit in Sportpsychologie schreibt. „Sie ist ein Glücksfall für uns, gibt dem Team völlig neue Impulse, die ihm sehr guttun!“

Dass Sagajewski nach nun elf Jahren „Einzelkampf“ als Trainer erstmals eine Assistentin hinzuzieht, hat natürlich auch einen Grund. Und so gesteht der Badener Volleyball-Guru ein: „Nach so vielen Jahren nutzt sich doch einiges ab. So muss ich der Tatsache Tribut zollen, dass ich nicht mehr jeden in der Mannschaft erreiche. Was nicht heißt, dass ich nicht weiter mit Herzblut bei der Sache wäre. Denn ich habe noch ganz viel vor. Doch vielleicht ist es langsam an der Zeit, von meinem Team als Trainer loszulassen, um mich nach dieser Saison mehr dem Drumherum zu widmen. Da gibt es noch so viel zu verbessern und noch so viel zu verfeinern. Wir sind hier im TV Baden noch längst nicht am Ende der Fahnenstange angekommen!“

Allerdings wird der Achimer als 1. Herren-Kopf sicherlich nur dann leise Servus sagen, wenn er ein bestelltes Feld hinterlassen kann. Deshalb heißt seine sportliche Zielsetzung für die anstehende Saison „ein Mittelfeldplatz mit Blick nach oben.“ Der Übungsleiter weiß natürlich, dass viele Faktoren absolut stimmen müssen, damit seine Schützlinge im „Haifischbecken 3. Liga“ nicht gefressen werden. „Verletzungspech dürfen wir nicht haben – und in der Birne muss alles klar sein. Denn das Zeug für diese Liga haben die Jungs allemal. Sie dürfen sich nur keine Sekunde zurücklehen, müssen sich in jedem Spiel neu beweisen und aus Fehlern schnell lernen, da diese Liga noch ein Stück stärker geworden ist. Deshalb haben uns die Tests wie zuletzt in der Bremer ÖVB-Arena gegen Erstligist SVG Lüneburg und auch die Vorbereitungsturniere viel gebracht!“

Damit der Coach personell reagieren kann, falls es einmal nicht so läuft, haben sich die Badener mit drei Akteuren verstärkt. In dem 23-jährigen Moritz Wanke schloss sich ein Zuspieler dem TVB an, der vom Ligakonkurrenten VSG Ammerland kam und in Bremen wohnt. Ebenfalls Zuspieler ist der erst 19-jährige Nick Sörensen, der zuletzt beim Nachbarn 1860 Bremen aktiv war. Und als Mittelblocker versucht sich zukünftig Luca Ahrendt (25) beim TVB, der in der vorherigen Saison noch in der Landesliga beim TV Verden aufschlug. Sagajewski: „Letztlich sind wir aber besonders stolz, dass wir bisher und auch zukünftig vor allem aus der eigenen Jugend schöpfen können. Es wäre ein Traum, ihr in den nächsten Jahren Drittliga-Volleyball bieten zu können. Dafür wird jeder Einzelne im Team, vom Spieler bis zum Physio, alles geben – 100 Prozent!“

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