TSV Achim feiert Höhenflug in der Kreisliga

Dreyer: „Trotz des großen Kaders gibt‘s keine Störfeuer“

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Hat derzeit allen Grund zur Freude: Jens Dreyer steht mit dem TSV Achim an der Spitze. 

Achim - Von Björn Drinkmann. Der TSV Achim hat mit 20 Punkten aus neun Spielen einen bärenstarken Saisonstart hingelegt. Zusammen mit dem Ortsnachbarn TSV Uesen führt das Team die Tabelle der Fußball-Kreisliga an. Im Interview mit dieser Zeitung spricht der erfahrene Trainer Jens Dreyer über die Gründe des Höhenflugs.

Ihre Mannschaft hatte vor der Saison noch niemand auf dem Zettel. Nun nach rund einem Drittel grüßen Sie punktgleich mit Uesen von Platz eins. Haben Sie persönlich damit gerechnet, dass es so gut laufen könnte?

Jens Dreyer: Nein, damit konnte in der Form keiner rechnen. Wobei ich aber auch weit davon entfernt bin, von höheren Zielen wie dem Aufstieg zu sprechen. Nach der starken Rückrunde im Vorjahr und einigen weiteren starken Neuzugängen haben wir schon an Qualität gewonnen und daher auf einen guten Start gehofft. Unser vorrangiges Ziel war es daher auch, zunächst gut aus den Startlöchern zu kommen, um nicht gleich wieder von Anfang an unter Druck zu geraten. Das ist uns, wenn auch hier und da mit etwas Glück, ganz gut gelungen. Die aktuelle Situation ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht.

Was sehen Sie denn darüber hinaus als das Erfolgsrezept?

Dreyer: Sehr positiv ist auf jeden Fall, dass trotz der Größe des Kaders keine großartigen Störfeuer in der Mannschaft bestehen. Nicht jeder Akteur kann an einem Spieltag berücksichtigt werden und zum Kader gehören. Natürlich sind die Jungs, die nicht nominiert werden können, nicht glücklich darüber. Aber ich habe es bislang noch nicht erlebt, dass ein Spieler nicht bereit war, in unserer Zweiten oder Dritten aufzulaufen, um Spielpraxis zu sammeln. Das zeugt von einem guten Mannschaftsgeist, der zunehmend besser wird.

Sie haben viele junge Spieler in Ihren Reihen und mit Timo Schöning einen erst 19-Jährigen zum Kapitän gemacht, der obendrein auch als Torjäger überzeugt. Liegt die neue Stärke in Ihrem Team in der Jugend?

Dreyer: Zunächst einmal sind Rüdiger Hilbers und ich sehr froh, dass wir im Gegensatz zur letzten Saison einen sehr breiten Kader und damit viel mehr Möglichkeiten haben. Mit einem Schnitt von gut 23 Jahren und aktuell sieben Spielern unter 20 – zwei davon sind erst 17 – gehören wir sicherlich nicht zu den ältesten Teams in der Liga. Dennoch haben wir speziell mit Cuma Avanas, Firat Burc und Oliver Ipekoglu drei Routiniers in unseren Reihen, die aus der Mannschaft nicht wegzudenken sind. Ist hoffentlich Ali Sarafangai bald wieder fit, ist auch er eine Bereicherung für die Elf. Die Mischung macht es bei uns. Timo ist dabei von den jungen Spielern mit seiner Dynamik und Übersicht schon sehr weit, zumal er auch in der letzten Saison viel gespielt und Erfahrungen gesammelt hat. Er hat aufgrund seines Auftretens Anerkennung in der Mannschaft und wird als Kapitän voll akzeptiert. Dass er derzeit auch noch trifft, kommt nicht überraschend. Neben Timo haben aber auch besonders Lukas Kiemes, Justin Gericke, Jonas Schosseck und natürlich Luca Bach sehr positive Entwicklungen genommen.

In den Spielen, in denen es mal nicht so gut lief, bemängelten Sie zumeist die schlechte Chancenauswertung. Fehlt Ihnen vielleicht noch ein richtiger Torjäger?

Dreyer: Wir haben viele richtig gute Offensivspieler, die alle wissen, wo das Tor steht. Neben Timo haben wir mit Ahmet und Behcet Kaldirici zwei weitere Jungs, die sich oben in der Torjägerliste wiederfinden. Weitere Angreifer stehen im Kader, es ist also eigentlich genug Qualität da. Alle sind aber durchweg nicht älter als 24 Jahre und demnach noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Da fehlt hin und wieder die Kaltschnäuzigkeit und letzte Konzentration vor der Kiste. Es ist aber richtig, dass wir daran arbeiten und effektiver werden müssen.

Gegen die Spitzenmannschaften der Liga lief es sehr gut. In den nächsten drei Spielen treffen Sie mit Lohberg, Ottersberg II und Etelsen II allerdings auf Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen. Schätzen Sie diese Gegner daher als besonders gefährlich ein?

Dreyer: Absolut! Gerade gegen die Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, haben wir uns zuletzt sehr schwer getan. Und genau da zeigt sich, dass wir noch keine Spitzenmannschaft sind, wie ich es vorher schon erwähnt habe. Einerseits muss ich sagen, dass die Kreisliga sehr viel ausgeglichener ist als noch letzte Saison. Das heißt, dass auch die Teams aus der unteren Tabellenregion, die Qualität haben, Mannschaften aus der oberen Region zu schlagen. Da musst du schon alles abrufen, um zu bestehen und auch vom Kopf her die gleiche Einstellung mitbringen wie gegen vermeintliche Spitzenteams. Da sind wir wieder beim Alter der Elf. Andererseits haben wir im letzten Jahr brutal gegen den Abstieg spielen und arbeiten müssen. Jetzt sind wir auf einmal in einigen Partien in der Favoritenrolle, wo wir was zu verlieren haben. Damit müssen gerade die jungen Spieler erstmal klarkommen.

Zwei Ihrer Hoffnungsträger, Adrian Wülbers und Daniel Behr, kamen durch Verletzungen in dieser Saison noch gar nicht zum Einsatz. Wie sieht es aktuell aus? Können Sie bald wieder auf diese Spieler zurückgreifen?

Dreyer: Ja, das stimmt. Mit Adrian (Kreuzbandriss) und Totti (Auslandsaufenthalt) fehlen uns zwei Jungs, die ebenso wie Abdullah Sahinoglu (Auslandsaufenthalt) zur Rückrunde wieder zur Verfügung stehen sollten und damit die Konkurrenz im Kader nochmals erhöhen werden. Wir werden sie langsam wieder ans Team heranführen und sehen, wie schnell sie uns letztlich helfen können.

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