Dimitri Peters fährt nicht zu Olympia

Der Traum von Rio ist geplatzt

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Dimitri Peters (weißer Anzug) fährt nicht zu den Olymipischen Spielen.

Rotenburg - Von Julian Diekmann. Er hat gebangt, gezittert und gehofft. Doch am Ende ist der Traum von einer zweiten Teilnahme an den Olympischen Spielen geplatzt. Der Judo-Bundestrainer Detlef Ultsch verzichtet bei den Weltspielen (5. bis 21. August) auf Dimitri Peters, der seine Judo-Karriere im Alter von elf Jahren beim TuS Rotenburg begann. Stattdessen fährt sein größter Konkurrent Karl-Richard Frey nach Rio de Janeiro. „Na klar bin ich enttäuscht von der Entscheidung“, erklärt Peters. Auch sein ehemaliger Rotenburger Judo-Trainer Volker Mitschke kann sie nicht nachvollziehen. „Peters ist eindeutig der stärkere Kämpfer von beiden und hätte eine erneute Teilnahme an den Spielen verdient gehabt.“

„Ich habe vor Kurzem einen Anruf vom Bundestrainer erhalten. In dem Gespräch hat er mir mitgeteilt, dass ich nicht nominiert werde, sondern Frey bei Olympia dabei sein wird“, erinnert sich Peters an das unerfreuliche Telefonat: „Die Entscheidung war im ersten Augenblick sehr hart für mich. Ich bin jetzt 32 Jahre alt und es wäre meine letzte Chance gewesen, noch mal bei Olympia dabei zu sein.“

Im Gegensatz zu Frey weiß der Sportsoldat Peters wie es ist, bei so einem Großereignis anzutreten. Bei den vergangenen Olympischen Spielen in London im Jahr 2012 hatte Peters die Bronzemedaille gewonnen. Anscheinend zählen die Verdienste, die Peters für den Deutschen Judo-Bund (DJB) in der Vergangenheit erzielt hatte, nicht mehr viel.

Karl-Richard Frey (r.) fährt statt Dimitri Peters zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro.

Diese Einschätzung teilt auch sein ehemaliger Trainer Mitschke. „Ich bin der Meinung, dass die Entscheidung politisch motiviert ist“, glaubt der Rotenburger . „Immerhin kommt Frey aus Nordrhein-Westfalen. Es ist der größte Landesverband im Deutschen Judo-Bund. Zudem kommt der Präsident Peter Frese aus Nordrhein-Westfalen. Das ist schon sehr auffällig“, ist sich Mitschke sicher, dass es bei der Nominierung nicht mit rechten Dingen zuging.“

So weit will Peters aber nicht gehen: „Das Problem ist einfach, dass laut dem Internationalen Olympischen Komitee pro Nation nur ein Judoka bei den Spielen antreten darf.“ Und sowohl Frey als auch Peters gehören zu den Top Ten in der Weltrangliste. So hatte Bundestrainer Ultsch die Qual der Wahl. „Für mich hätte die Erfahrung gesprochen. Aber am Ende hat sich der Judo-Bund für den jüngeren Kandidaten entschieden“, so Peters, der bis vor drei Jahren noch dem TuS Rotenburg angehörte und nun für das Judo-Team Hannover an den Start geht.

Eine kleine Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme besteht allerdings noch. Sollte sich Frey in der Vorbereitung verletzten, wird Peters, der sich für den Fall der Fälle fit hält, nachnominiert. „Sollte der Fall eintreten, stehe ich natürlich bereit. Aber ich bin der Letzte, der Karl-Richard eine Verletzung wünscht“, zeigt sich der zweifache Familienvater Peters als fairer Sportsmann: „Das Leben geht auch ohne eine zweite Olympia-Teilnahme weiter.“

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