71:91 – Hurricanes patzen beim Saisonstart 

Tote Hose unterm Korb

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An ihr lag es definitiv nicht: Laura Rahn (am Ball, gegen Bad Aiblings Christina Schnorr) war eindeutig die beste Hurricanes-Spielerin, auch wenn sie vorzeitig mit dem fünften Foul vom Feld musste. 

Scheeßel - Von Matthias Freese. Als dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene Laura Rahn mit dem fünften Foul das Feld der Scheeßeler Sporthalle verlassen musste, war auch der letzte Hoffnungschimmer erloschen. Ohne ihre an diesem Abend beste Spielerin hatten die Avides Hurricanes den Fireballs Bad Aibling nichts mehr entgegenzusetzen. „Am Ende haben wir uns auseinandernehmen lassen“, gestand auch Kapitänin Pia Mankertz nach dem völlig missglückten Saisonstart in die Basketball-Bundesliga – der Aufsteiger aus Oberbayern demütigte die Hurricanes mit 91:71 (46:44).

Das obligatorische Abklatschen mit den Fans in der ersten Reihe fiel aus. Zu groß war die Enttäuschung bei Team und rund 320 Zuschauern. Auch Rolf Ludwig hatte sein Kommen bereut. „Wäre ich mal lieber zum Handball gegangen“, entfuhr es dem Vorsitzenden des TuS Rotenburg. Und Utz Bührmann, Vorstand Finanzen der Hurricanes, räumte ein: „Man kann eine Saison auch schöner anfangen.“ Coach Tomas Holesovsky zitierte sein Team nach dem Debakel zunächst in die Kabine und kehrte mit seinen hanbeschriebenen DIN-A2-Blättern zurück. „Box out“ stand da blau abgesetzt drauf – und groß oben drüber: „Do not underestimate“, also die Aufforderung, den Gegner nicht zu unterschätzen. Die wenigsten Spielerinnen folgten den Hinweisen.

Nach diesem Auftritt muss sogar die Frage erlaubt sein: Besitzt das Team das nötige Niveau für das Oberhaus und geht es womöglich von Beginn nur gegen den Abstieg? Die Leistung unterm Korb wäre ein Indiz dafür, denn dort herrschte tote Hose. 16:37 lautete die Reboundbilanz. Verheerend! „Wir haben extreme Probleme unterm Korb, denn wir haben niemanden, der die Rebounds holt“, urteilte auch Power Forward Laura Rahn, die mit fünf eingesammelten Bällen noch am besten war. „Deshalb müssen wir als Team besser rebounden. Und wir müssen mit mehr Aggressivität in jede Situation gehen“, weiß Coach Holesovsky um seine größte Baustelle. Bei Bad Aibling kam die mit 1,66 Meter kleinste Spielerin, Guard Lena Bradaric, allein auf sieben Rebounds, zusammen mit Flügelspielerin Lindsay Sherbert (9) waren das genauso so viele wie für das gesamte Hurricanes-Team. Centerin Minna Sten, immerhin finnische Nationalspielerin, gelang es in dieser Partie nicht annähernd, die Lücke zu schließen, die Kierra Mallard beim Vorjahressiebten hinterlassen hatte. Nur 18 Minuten nahm sie an der Partie teil und war dabei viel zu selten in der Zone zu finden.

So gelang den Hurricanes lediglich im ersten Viertel ein gutes Spiel. Angeführt von Laura Rahn, die allein in diesem Viertel zehn Punkte erzielte und am Ende auf 17 Zähler kam, legten die Gastgeberinnen eine zwischenzeitliche 29:17-Führung nach zwei Dreiern von Petra Zaplatova vor (10.). Doch schon zu diesem Zeitpunkt wurde ein zweites Problem offensichtlich: Rahn und Zaplatova waren bereits mit jeweils zwei Fouls belastet. Insgesamt gab es sogar zwei unsportliche und zwei technische Fouls gegen die Hurricanes – einige davon waren durchaus umstritten und verunsicherten das Team spürbar.

Profitierten die Hurricanes bis zur Halbzeit noch von ihrer guten Dreierquote (43 Prozent), ließ auch diese stark nach. Bad Aibling übernahm zunehmend die Kontrolle, hatte in Jessica Höötmann (21 Punkte), Sherbert (18), Bradaric (17), Christina Schnorr (17) und Cyrielle Recoura (12) gleich fünf Spielerinnen, die zweistellig punkteten und war damit schwer ausrechenbar. Nur eine gute Phase erwischten die Hurricanes noch, als Rahn einen 10:0-Lauf zum 54:55 abschloss (26.), doch danach wurde unter dem Korb wieder schlecht gearbeitet. Und in den letzten zwei Minuten musste sogar noch ein 14:0-Run der Fireballs geschluckt werden. „In der Defense sehe ich vor allem Verbesserungsbedarf, da muss der Trainer noch mal einiges aus der Mannschaft herauskitzeln“, merkte auch Bührmann an.

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