Nach 14 Jahren im Verein: Coach verlässt verbittert die Reserve / Noch kein Nachfolger und kein Team

Sztorc und RSV reichen Scheidung ein

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Harter Hund, zuletzt aber ungewohnt handzahm am Spielfeldrand: Bezirksliga-Trainer Dariusz Sztorc (rechts, im Gespräch mit Marvin Meyer) beendet seine Tätigkeit beim RSV.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Dariusz Sztorc und der Rotenburger SV – das ist seit fast 14 Jahren eine feste Verbindung. Doch im Sommer wird sie gelöst, beide Seiten haben die fußballerische Scheidung eingereicht. Der 46-jährige Pole will und muss als Coach der in der Bezirksliga spielenden Reserve am Saisonende gehen. Wie es mit dem personell ausgedünnten Team weitergeht, steht derweil noch in den Sternen. Aktuell gibt es weder einen Nachfolger noch eine spielfähige Mannschaft für die neue Serie.

Sztorc geht freiwillig, aber auch mit spürbarer Verbitterung. „Fakt ist: Ich habe den Vorstand schon im Februar informiert, dass ich unter den Umständen, wie ich sie in dieser Saison vorfinde, nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich vermisse die Unterstützung von allen Seiten“, klagt er. „Und wie dankend man meine Kündigung angenommen hat, bestätigt mich darin, dass es der richtige Schritt war. Das hörte sich an, als wenn im Zeugnis steht: ,Er war stets bemüht.‘“

„Andere Lobby, hätte ich Altherren gespielt“

In der vergangenen Woche gab es das entscheidende Gespräch mit Thorsten Nitz und Henning Schwardt aus dem geschäftsführenden Vorstand. „Wir sind ein bisschen zwiegespalten und mir persönlich tut es auch leid“, erklärt Nitz. „Wir sind ja nicht unzufrieden mit seiner Arbeit, sind uns aber einig, dass es sich ein bisschen abgenutzt hat. Darek ist ein harter Hund, der sehr professionelle Ansprüche hat. Da ist die Mannschaft im ersten Jahr mitgegangen – sicher auch aufgrund des Erfolges. Jetzt tun es aber nicht mehr alle.“ Zudem glaubt der Verein, dass Sztorc für den bevorstehenden Umbruch nicht der richtige Mann ist. „Wir müssen die U 18-Spieler überzeugen, in den Herrenbereich zu gehen. Bei dem Anspruch des Trainers trauen es sich aber nicht alle zu“, meint Nitz.

Sztorc teilt diese Einschätzung nicht und verweist auf Matthias Czimmeck, den er gerade zum Stammspieler gemacht hat. Und er fügt süffisant an: „Hätte ich in der Altherren gespielt, hätte ich vielleicht eine andere Lobby im Vorstand gehabt.“ Zur Erklärung: Nitz und Schwardt gehören zum Kader des Altherrenteams, Sztorc hatte wiederum kein Interesse, dort mitzuwirken.

Nun ist also nach 14 Jahren Schluss beim RSV. 2002 war Sztorc als zentral-defensiver Mittelfeldspieler gekommen, als die Oberliga noch die vierthöchste Spielklasse war. 2007 wechselte er mit 37 Jahren in die Reserve und stieg mit ihr als Abwehrchef von der 1. Kreisklasse bis in die Bezirksliga auf. Vor zwei Jahren beendete er seine aktive Laufbahn und übernahm das Team als Trainer. Und künftig? „Ich möchte das hier mit Anstand zu Ende bringen und bin dann offen für alles.“

Offen scheint auch die Zukunft der RSV-Reserve, die mit einem Mini-Kader noch im Abstiegskampf steckt. Schon jetzt stehen mit Sebastian Lauridsen, Tim Potratz und dem zuletzt nicht mehr zum Kader gehörenden Dominik Reuter drei Akteure fest, die in die Landesliga-Elf hochrücken.

Ohne die U 18 geht es künftig nicht

Auch Thies Lünzmann liegt das Angebot vor, in die Erste zu wechseln. Aber Ligarivale Jahn Schneverdingen ist ebenfalls an ihm dran. „Für die Zweite steht er nicht zur Verfügung“, berichtet Nitz. Und er weiß: „Ohne die Leute aus der U 18 der JFV Rotenburg werden wir sehr wahrscheinlich die Zweite nicht halten können.“ Dann müsste eine Zusammenlegung mit der Dritten oder – als Worst Case – gar die Abmeldung erfolgen. „Dieses Szenario hatten wir in der Vergangenheit schon mal – das wegzuschmeißen, wäre schade. Das wäre der Super-GAU“, findet Nitz.

Viel dürfte also auch davon abhängen, wer auf Sztorc als Coach folgt. „Wir sind noch auf der Suche. Noch ist nichts konkret“, gesteht Nitz und hofft auf eine schnelle Lösung.

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