Der Scheeßeler Klaus Fuhrmann nimmt für Großbritannien an der U 18-EM teil

Auf dem Sprung

Klaus Fuhrmann (mit dem Ball in der Hand), zurzeit noch in Diensten des HC Bremen, nimmt für Großbritannien an der Handball-Europameisterschaft der U 18-Junioren teil, die vom 13. bis 22. August im georgiischen Tiflis ausgetragen wird.

Scheeßel - Der 18-jährige Scheeßeler Gymnasiast Klaus Fuhrmann hat in den vergangenen Jahren als Handballer einiges erlebt und wird in Kürze auch noch einiges mehr erleben. Er steht vor seiner bisher größten sportlichen Herausforderung: Fuhrmann wird vom 13. bis 22. August für das Team Großbritannien die U 18-Europameisterschaft in Tiflis (Georgien) bestreiten. Wie aber kommt Klaus Fuhrmann in die britische Nationalmannschaft?

Das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten, da seine Mutter Engländerin ist, hat er einen deutschen und einen englischen Pass. Fuhrmann startete im Jahr 2007 seine Laufbahn als Handballer und spielte bis zur B-Jugend beim TV Scheeßel. Zur Saison 2015/ 16 wechselte er zum HC Bremen in die Jugendbundesliga. Der 1,84 Meter große Fuhrmann spielt dort auf Linksaußen und auf Halblinks. In diesen Tagen absolviert er mit dem HC Bremen die Aufstiegsspiele zur Bundesliga.

Im Jahr 2015 wurde der Coach der englischen Nationalmannschaft Mark Hawkins auf ihn aufmerksam. Fuhrmann wurde wenig später zu einem Sichtungslehrgang der U 18 eingeladen. Dort konnte er Trainer Hawkins überzeugen, sodass er sofort in den offiziellen Kader berufen wurde. Fuhrmann hat inzwischen schon ein Testspiel mit der englischen Mannschaft bestritten, dabei wurde Schottland mit 34:28 bezwungen. Der 18-Jährige erzielte neun Treffer. Bis zur EM im August in Tiflis finden noch zwei Trainingslager statt. Einmal geht es im Juli für eine Woche ins portugiesische Lissabon und unmittelbar vor der Europameisterschaft für fünf Tage in die Türkei nach Antalya.

Bei der Europameisterschaft der U 18 spielt Großbritannien im August in einer Gruppe mit Weißrussland, Belgien und Montenegro. „Die EM ist natürlich ein absolutes Highlight in meiner Karriere als Handballer. Ich hoffe, dass wir einigermaßen erfolgreich abschneiden, denn England ist nun ja nicht unbedingt eine Handballhochburg“, sagt Fuhrmann. Der englische Handball hängt hinter Fußball, Cricket, Rugby, Hockey und Tennis weit zurück und wird daher von staatlicher Seite nicht unterstützt. Das hat zur Folge, dass die Spieler nur die Hälfte der Kosten vom Verband erhalten und angehalten sind, sich um die Finanzierung der anderen Hälfte selbst zu kümmern. „Ich bin seit Wochen intensiv auf der Suche nach einigen Sponsoren, was sich aber sehr schwierig gestaltet, da ich als Gymnasiast nur wenig Zeit habe, mich darum zu kümmern. Über jeden noch so kleinen Beitrag wäre ich sehr dankbar“, betont Fuhrmann. Auch seine ältere Schwester Anna spielt für das Team Großbritannien in der Frauennationalmannschaft.

In einem Jahr wechselt Fuhrmann in den Seniorenbereich. „Wo ich dann spielen werde, steht noch nicht genau fest. Rotenburg wäre natürlich eine Alternative für mich, aber im Moment interessiert mich nur mein Verein Bremer HC und die britische Nationalmannschaft“, versichert das aufstrebende Handballtalent. - jho

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