RSV völlig neben der Spur beim 0:3 gegen Treubund Lüneburg / Minuskulisse im letzten Heimspiel

Scharfe Kritik am fehlenden Fitschen

Auch in dieser Szene ist Lüneburgs Lennart Holzhütter (l.) schneller als Rotenburgs spielender Co-Trainer Tim Ebersbach.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es klang wie Häme, als Stadionsprecher Carsten Böder nach dem Abpfiff die Musik einspielte. „So sehen Sieger aus“, tönte es aus den Lautsprechern des Ahe-Stadions, während es so mancher Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV eilig hatte, auf direktem Weg in die Kabine zu kommen. Im letzten Heimspiel der Saison hatte die Wümme-Elf eine indiskutable Leistung abgeliefert und sich beim 0:3 (0:1) gegen den abstiegsbedrohten, aber couragiert auftretenden MTV Treubund Lüneburg blamiert.

Es passte zum Spiel, dass weniger als 50 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden – Saison-Minuskulisse. Nicht wenige taten ihren Unmut ob der Rotenburger Magerkost kund, einige gingen enttäuscht vorzeitig. Und es regte sich spürbare Kritik am abwesenden und nach der Saison zum Ligarivalen TSV Ottersberg wechselnden Coach Jan Fitschen, der bereits das zweite Spiel in Folge nicht an der Seitenlinie stand, weil er aus beruflichen Gründen passen musste. „Das war vorher klar, dass er fehlt, ist nach so einem Spiel aber natürlich schwierig zu verkaufen“, bemerkte Geschäftsführer Joschka Kleber.

Braut sich da etwa kurz vor Saisonende, bei noch drei ausstehenden Auswärtspartien, ein Gewitter über dem RSV zusammen, nachdem von den vergangenen sieben Spielen fünf verloren gingen? Thorsten Bruns, langjähriges Vorstandsmitglied und Sponsor des Vereins, hielt sich jedenfalls nicht mehr mit seiner Meinung zum Trainer zurück. „Der ist doch überflüssig. Da muss man kein Geld mehr für ausgeben“, schoss er Richtung Fitschen, der bekanntlich Abwehrchef Christoph Drewes mit nach Ottersberg nimmt und auch weitere aktuelle RSV-Akteure auf dem Zettel haben soll.

Nun, gegen Lüneburg war – wie schon eine Woche zuvor gegen Ottersberg (1:2) – erkennbar, dass ohne echten Coach die ordnende Hand von außen fehlte. Co-Trainer Tim Ebersbach versuchte es bis zu seiner Auswechslung in der 65. Minute vom Feld aus, an der Linie riefen der verletzte Tobias Kirschke und Betreuer Jörg Matthies ab und an Anweisungen rein.

Für Stürmer Jannis Niestädt lag es aber nicht am Fehlen des Trainers. „Das darf keine Ausrede sein“, betonte er. „Unerklärlich“ war ihm die Leistung dennoch. „Wir haben keine vernünftige Aufteilung gehabt und können noch von Glück reden, dass wir Henner im Tor hatten.“ In der Tat verhinderte Keeper Lohmann Schlimmeres und fand selbst: „Ich habe lange nicht soviel zu tun gehabt. Erschreckend!“ Ein Spielaufbau existierte quasi nicht, das nötige Zweikampfverhalten war nur beim Gegner aus Lüneburg zu erkennen – und hinten agierte insbesondere Drewes nach Bekanntwerden seines Wechsels ungewohnt fahrig. So auch beim 0:1, als er nicht eng genug am Mann war und gegen den quirligen Daniel Horn zu spät kam (36.). Die beste RSV-Chance hatte Niestädt zuvor vergeben (27.), während Mirko Peter an einem Niestädt-Querpass vorbeigrätschte (43.). Eher ungeschickt war auch der Hinweis von Patrick Peter in Richtung des Schiedsrichters Yavuz Dag (VfL Altenhagen) gewesen, seine Karten doch zum Einsatz zu bringen. Das tat der Referee prompt und zeigte dem Rotenburger Gelb (33.).

Ein Aufbäumen war auch nach der Pause nicht erkennbar. Mehrfach musste Lohmann parieren, drei Mal trafen die Lüneburger zudem das Aluminium. Aber eben auch zwei Mal ins Netz – erst per wuchtigem Kopfball durch Stefan Harms (81.), nur eine Minute später trotz Abseitsstellung nach einem Konter durch Tim Franke. „Wenn sie so weiterspielen, steigen sie nicht ab“, lobte der bei den Gegentreffern machtlose Lohmann. Mitspieler Niestädt versuchte indes, sich und seinen Kollegen für die letzten Aufgaben Mut zu machen: „Freitagabend holen wir uns die Punkte beim TSV Etelsen wieder“, versprach er.

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