Rotenburger SV zieht sich gegen Hannover 96 mehr als achtbar aus der Affäre – 0:3 / Fitschen: „Ich bin stolz auf meine Spieler“

Tschauner staunt über Patrick Peters Raffinesse

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Duell in der Luft: Christian Schulz (links) und Rotenburgs Yannik Malende.

Von Lars Kattner und Julian Diekmann. c: Mit einer beachtlichen Leistung haben die Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV dem Bundesligist Hannover 96 gestern Abend Paroli geboten. Die Mannschaft von Trainer Jan Fitschen unterlag dem Team von Coach Michael Frontzeck vor rund 2000 Zuschauern nur mit 0:3 (0:2). Dabei hatte der Wümme-Club in der zweiten Halbzeit sogar mehrere Möglichkeiten, ein Tor zu schießen.

Die Szene des Spiels aus Rotenburger Sicht ereignete sich in der 71. Minute. Ercan Baris erkämpfte sich den Ball in der Hälfte des Bundesligisten. Kurz vor dem Strafraum nahm er sich ein Herz und schoss den Ball mit seiner linken Klebe stramm aufs Tor der Hannoveraner. 96-Schlussmann Philipp Tschauner staunte nicht schlecht und ließ den Ball nur ungenügend in die Mitte abprallen – genau vor die Füße des Rotenburgers Patrick Klee, der den Ball nur noch ins fast leere Tor schieben musste. Doch sein Schuss wurde in aller letzter Sekunde von Waldemar Anton gerettet, sodass Atilla Iscan beim Nachsetzen im Fünfmeterraum einen Schritt zu spät kam und Keeper Tschauner noch in letzter Sekunde für die Gäste klären konnte. „Ich wollte eigentlich den Torwart auf dem falschen Fuß erwischen und ihn somit verlanden. Leider hat das nicht geklappt und so kam noch ein Hannoveraner dazwischen“, berichtete Klee von der Torchance seines Lebens: „So eine Möglichkeit bekommst du nicht jeden Tag“, zeigte sich der Rotenburger ein wenig enttäuscht über die vertane Chance.

Die zweite Riesenmöglichkeit aus Sicht des RSV hatte Patrick Peter, als die Gastgeber einen Freistoß zugesprochen bekamen. Weder die Zuschauer noch Hannover 96 hatte damit gerechnet, dass der abgezockte Peter den Freistoß direkt aufs Tor bringen wird. Immerhin lagen zwischen dem Kasten der Gäste und dem Freistoß gute 40 Meter. Doch Peter hatte erkannt, dass Tschauner etwas weit vor seinem Kasten stand und zog einfach mal drauf. Der zurückeilende 96-Torwart kam in allerletzter Sekunde noch mit den Fingerspitzen an den Ball und bugsierte diesen über das Tor zur Ecke. „Ich hatte Patrick vor dem Freistoß darauf hinweisen, dass er auf den Keeper achten solle, weil ich sah, dass er zu weit vor dem Tor stand“, erklärte Taktikfuchs Fitschen.

Die beiden Szenen hatten auch Hannovers Trainer Michael Frontzek beeindruckt: „Der Rotenburger SV hätte in dem Spiel definitiv ein Tor verdient gehabt. Aber ich muss auch sagen, dass wir mindestens drei bis vier Tore mehr hätten schießen müssen. Schade für das Publikum, dass sie am Ende nur drei Tore zu Gesicht bekamen“, zollte der 96-Coach dem Landesligisten großen Respekt. Dass es am Ende nur 0:3 ausging, war zu Beginn der Begegnung nicht zu erwarten. Immerhin legte Hannover los wie Bayern München sonst nur gegen den Hamburger SV. Bereits in der dritten Minute klingelte es das erste Mal im Kasten von RSV-Keeper Henner Lohmann. Eine zielgenaue Ecke verwandelte Artur Sobiech ohne Probleme aus fünf Metern. Lohmann war ohne Chance: „Natürlich ist ein so frühes Gegentor doof, aber wir haben uns insgesamt gut verkauft.“ Denn der RSV bewies Moral und hielt lange Zeit gut dagegen. Auch in der 18. Minute war Rotenburgs Schlussmann chancenlos, als sich Hannovers Allan Saint-Maximin im Strafraum durch Freund und Feind dribbelte und aus halblinker Position eiskalt zum 2:0 für die Gäste verwandelte. Noch sehenswerter war sein anschließender Jubel – immerhin war es sein erster Treffer für Hannover gewesen. Mit Flickflack und angehängtem Salto zelebrierte er zur Freude der Zuschauer den Treffer.

Rotenburger SV - Hannover 96

Doch die Fitschen-Elf ließ sich auch davon nicht verunsichern und hielt weiter gut mit. „Ich bin stolz auf meine Spieler, wie das insgesamt gemacht haben. Wir wollten mitspielen und das ist uns auch über weite Phasen sehr gut gelungen“, freute sich der Coach nach Spielende: „Unser Ziel war es, dass wir uns nicht in der Abwehr verstecken wollten. Und wenn es doch mal gefährlich wurde, haben wir es spielerisch lösen können, ohne den Ball einfach nach vorne zu dreschen. Schade das es nicht mit einem Tor für uns geklappt hat. Die Jungs hätten es sich verdient“, lobte Fitschen. Doch auch das letzte Tor der Partie fiel in der 50. Minute für die Gäste aus Hannover. Charlison Benschop versenkte den Ball aus kurzer Distanz zum 3:0-Endstand, nachdem er zuvor per Hackentrick gescheitert war.

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