„Denkpause“ vor dem Kellerduell gegen Stinstedt

Rose streicht Oberbörsch und Kanigowski für zwei Spiele

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Glücklich sieht Timo Kanigowski nicht aus – der Defensivspieler, der zwischenzeitlich schon seinen Stammplatz verloren hatte, gehört nun wie Jannis Oberbörsch zwei Spiele lang nicht zum Kader.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit drei Jahren hat Matthias Rose seinen Worten Taten folgen lassen. Der Coach der Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV hat Defensivspieler Timo Kanigowski und Offensivkraft Jannis Oberbörsch vor dem Kellerduell gegen Aufsteiger SG Stinstedt (Samstag, 14 Uhr, Ahe-Stadion) eine „Denkpause“ verordnet und beide für zwei Spiele aus dem Kader ausgeschlossen.

In Rotenburg und Umgebung dampfte es nach der siebten Pleite im neunten Spiel bereits kräftig aus der Gerüchteküche – eine Trennung zwischen Coach und Verein wurde kolportiert. Doch Thorsten Nitz, zweiter Vorsitzender des RSV, dementierte und erklärte: „Matthias Rose wird am Wochenende und in den Wochen danach auf der Bank sitzen. Wir heißen RSV, nicht HSV!“ Vorausgesetzt, der 45-jährige Trainer wirft nicht von selbst hin. Momentan ist damit aber nicht zu rechnen: „Ich habe den Ehrgeiz, jedem zu zeigen, dass wir das hinkriegen“, betonte er.

Die Konsequenzen der schlechten Ergebnisse bekamen vielmehr Oberbörsch und Kanigowski präsentiert. „Sie rufen im Moment nicht ihre Leistung ab und sollen in diesen zwei Wochen in der Zweiten trainieren, um den Kopf freizubekommen. Ich würde gerne danach wieder auf sie bauen und schlage die Tür nicht zu, möchte jetzt aber die Kräfte bündeln und mit den Spielern arbeiten, bei denen ich momentan das Gefühl habe, dass sie den Bock umstoßen können.“

Durchaus überrascht reagierte Timo Kanigowski auf seine unfreiwillige Auszeit: „Sicherlich bin ich nicht erfreut, da ich es nicht nachvollziehen kann. Schließlich möchte ich der Mannschaft gerade in dieser Situation bestmöglich helfen. Aber ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers und werde mich weiterhin in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich halte mich nun bei der zweiten Mannschaft fit – und was dann passiert, klären wir intern“, sagte der Innenverteidiger diplomatisch. Und Oberbörsch äußerte sich ähnlich: „Natürlich werde ich Zweite spielen, solange ich das soll und versuche, dort zu helfen.“

Am Dienstag hatte das Team noch Trainingsbesuch bekommen – die Vorstandsmitglieder Nitz und Henning Schwardt baten zum Krisengespräch. „Uns war aufgefallen, dass die letzten Auftritte blutleer waren. Die Mannschaft weiß auch, dass sie den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, sie muss aber die Grundtugenden an den Tag legen“, meinte Nitz. Coach Rose, der bei dieser Unterredung nicht anwesend war, sieht es ähnlich: „In der Mannschaft ist eine Bequemlichkeit vorhanden. Jetzt gucken wir, wer sich opfert, wer den Weg mitgeht und auch künftig für den RSV spielen will. Aber ich denke, wir brauchen auch frisches Blut von außen, Leute, die die anderen unter Druck setzen“, denkt der frühere Bundesligaspieler an personelle Veränderungen in der Winterpause – nicht an Aufgabe.

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