Der RSV ist finanziell auf dem Weg der Besserung, kränkelt dafür aber sportlich

Der paradoxe Patient

Coach Matthias Rose (hier im Gespräch mit Sercan Durmaz) ist mit dem RSV noch nicht auf Erfolgskurs. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Dem Rotenburger SV geht es gut. Ziemlich gut sogar. Finanziell zumindest. Sportlich sieht die Sache schon anders aus. Da kränkeln die Herrenteams gewaltig – die Dritte wurde bereits mangels Personal abgemeldet, die Landesliga-Elf und die Reserve aus der Bezirksliga stehen auf Abstiegsrängen. Der RSV ist so etwas wie der paradoxe Patient. Trotz dieser Situation: Eine Trainerdiskussion gibt es aktuell nicht.

Henning Schwardt freut sich über die finanzielle Situation – weniger über die sportliche.

Henning Schwardt hat allen Grund zur Freude. Er ist Schatzmeister des Vereins und kann dem Schuldenberg fast beim Schmilzen zusehen. Der Verein hat auch dank des umtriebigen Marketingbeauftragten Paul Metternich so viele Sponsoren wie nie zuvor, generierte in der jüngsten Vergangenheit durch die Freundschaftsspiele gegen Hannover 96 und den Hamburger SV zusätzliche Einnahmen – und wenn demnächst auch noch die 72 000 Euro für den Verkauf des Umkleidegebäudes an die Stadt Rotenburg fließen, steht der Club so gut da wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Ich schätze, dass im neuen Jahr noch 25 000 Euro Schulden da sind. Und im folgenden Jahr wollen wir auf null kommen – dann haben wir sehr gut gewirtschaftet“, so Schwardt.

Möglich ist das derzeit sogar ohne Einschränkungen, vor allem in Bezug auf den Etat der Landesliga-Elf. Der ist im Vergleich zur vergangenen Saison sogar „ganz leicht gestiegen“, sagt Schwardt, wenngleich er die genaue Summe nicht nennen will. Dass sie bei etwas mehr als 70 000 Euro liegen soll, dementiert er jedenfalls nicht. „Dieser Etat muss aber auch ausreichen, um das Ziel oberes Drittel zu erreichen. Wir haben nicht vor, über unsere Verhältnisse zu wirtschaften“, schließt das Vorstandsmitglied teure Kadernachbesserungen aus.

Die sportliche Realität entspricht den Vorstellungen bisher jedoch nicht annähernd. Nur zwei Siege, aber fünf Niederlagen nach sieben Spielen sind eine enttäuschende Ausbeute, die sich auch in den zuletzt nur noch zweistelligen Zuschauerzahlen widerspiegelt.

„Natürlich haben wir mehr erwartet. Ich bin aber überzeugt davon, dass Matthias Rose es hinkriegt, die Jungs in die Spur zu bringen. Wir haben da keine Panik und bauen keinen Druck auf, wir müssen ja nicht aufsteigen, aber wir wollen am Ende mindestens in der oberen Hälfte sein“, schließt Schwardt eine Trainerdiskussion aus. „Auch von einer Deadline halte ich überhaupt nichts.“ Ein Freifahrtsschein ist es freilich auch nicht. „Im Laufe der Hinserie muss man sehen können, dass eine Entwicklung da ist.“ Das weiß auch der Coach, der momemtan ebenfalls nicht vor hat, in den Sack zu hauen. Trotz manch nachdenklicher Äußerung. „Klar kommt nach den Spielen mal Frust auf, aber ich weiß, dass die Mannschaft intakt und auch viel zu stark ist, um abzusteigen“, sagt Matthias Rose. „Natürlich mache ich mir auch meine Gedanken, warum manche Sache nicht funktionieren. Vielleicht müssen wir auch wieder den einfachen Fußball spielen.“

Seit dem Wochenende belegt die Erste einen Abstiegsplatz. Ein Gefühl, dass die Reserve von Coach Bernd Santl seit Saisonbeginn kennt. Sie ist mit nur einem Punkt Schlusslicht. „Dass es schwer werden würde, war jedem klar“, meint Schwardt, der selbst zum Trainerstab und Spielerkader gehört. „Es ist aber kein Himmelfahrtskommando. Und wenn wir den Klassenerhalt nicht schaffen, ist es kein Drama.“ Das wiederum unterscheidet die Zweite von der Ersten.

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