Hurricanes verlieren „dreckiges“ Duell mit 55:68 / Viertelstunde ohne Deutsche

Nur Pfiffe, aber keine Punkte gegen Kelterns „Bad Girls“

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Schwer durchzukommen: Maggie Skuballa (am Ball) versucht es gegen Kelterns Mara Hjelle trotzdem und gehörte zu den Besten ihres Teams.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Rolf Ludwig war außer sich und knöpfte sich nach dem Abpfiff den verdutzten Christian Hergenröther vor. „Ihr macht den Sport kaputt in Deutschland“, warf der Vorsitzende des TuS Rotenburg dem Basketball-Coach von Grüner Stern Keltern vor, nachdem der Bundesliga-Aufsteiger mit 68:55 (36:31) die Punkte bei den Avides Hurricanes entführt und dabei das Gentlemen's Agreement gebrochen hatte. Insgesamt standen die Gäste – entgegen der Abmachung – fast eine Viertelstunde ohne deutsche Spielerin auf dem Feld.

Hurricanes-Coach Tomas Holesovsky musste erst mal seinen roten Schlips lockern. „Ich brauche ein bisschen Luft“, bemerkte er nach diesem Fight, in dem es kräftig zur Sache gegangen war. Die Unparteiischen Benjamin Dirks und Holger Lohmüller hatten zudem viel durchgehen lassen. „Manchmal zu viel“, fand Hurricanes-Routinier Laura Rahn. „Keltern hat schon aggressiv gespielt, womit wir nicht klargekommen sind, aber sie haben auch dreckig gespielt.“ Und spätestens nach einem Foul von Magali Mendy an Rahn in der 18. Minute war die Flügelspielerin der Gäste bei den Hurricanes-Fans unten durch. Fortan quittierten sie fast jeden Ballbesitz der Französin mit lautstarken Pfiffen.

Auch die Centerin Stephanie Madden war aufgrund ihrer robusten Spielweise ein „Bad Girl“ für das Publikum. Doch das schien ihr wenig auszumachen, zumal die Amerikanerin viel Schlimmeres erlebt hat. Keltern hatte Madden vor einigen Wochen von Hapoel Petah Tikva verpflichtet, nachdem sie in Israel auf offener Straße überfallen und niedergestochen worden war. Narben im Gesicht und am Körper sind ihr geblieben.

Auf Seiten der Hurricanes meldeten sich Kierra Mallard und Shay Selby nach ihrem Ausfall gegen den TSV Wasserburg zurück. Insbesondere Mallard war mit 20 Punkten und acht Rebounds wieder in guter Form. Nach einem schwachen ersten Viertel (15:25) und einem Elf-Punkte-Rückstand im dritten führte sie ihr Team per Dreier wieder heran (27.), zumal Angela Rodriguez noch auf 46:50 verkürzte (29.). Auch Maggie Skuballa Dreier und Mallards anschließender Korb zum 51:55 (33.) hätten als Initialzündung für eine Schlussoffensive getaugt. Doch mit zu vielen Passfehlern und schlechten Abschlüssen vermasselten es sich die Hurricanes selbst.

„Keltern hat wirklich gut in der Verteidigung gespielt, diesen Druck können wir im Training nicht simulieren. So hatten wir Probleme, den Ball nach vorne zu bringen und die Offense zu organisieren“, resümierte Tomas Holesovsky. Was auch dadurch untermauert wird, dass die Guards in seinem Team alle nur einstellig punkteten. „Wir waren in der Offense zu hektisch, hatten zu viele Einzelaktionen und haben den Ball nicht laufen lassen“, pflichtete ihm Laura Rahn bei.

Holesovsky spielte dabei mit einer kleinen Rotation, ließ Hannah Pakulat, die direkt von der Uni anreiste, komplett draußen und brachte auch Andrea Baden und Birte Riebesell nur für neun beziehungsweise zwei Minuten. „Ich habe das Risiko gewählt, mehr Aufbau in unser Spiel zu bringen – das hat leider nicht geklappt“, stellte er hinterher fest.

Dass Keltern bereits in der achten Minute trotz klarer Führung erstmals ohne Deutsche auf dem Feld stand, wollte der Hurricanes-Coach nicht kommentieren. „Ich find’s schade, zumal sie ja drei Deutsche dabei hatten – aber wir müssen es so akzeptieren“, bemerkte dafür Laura Rahn. Immerhin: Absteigen können die Hurricanes seit diesem Wochenende nicht mehr. „Und in die Play-offs kommen wir auch“, verspricht der Power Forward.

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