Hurricanes halten Donau-Ries mit 71:68 auf Distanz / Bär sauer auf die Referees

Mit „Wow“-Momenten die Gefahrenzone verlassen

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Im Duell der Amerikanerinnen war Shay Selby (l.) effektiver als Nördlingens D’Shara Strange. Der Neuzugang der Gäste setzte aber ebenfalls einige Akzente.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt, ein kleiner auf dem Weg in die Play-offs: Nach dem erzitterten 71:68 (35:33)-Heimsieg gegen den Tabellennachbarn BG Donau-Ries aus Nördlingen blicken die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes zuversichtlich in die Zukunft. Selbst Utz Bührmann, als Vorstand Finanzen von Natur aus eher defensiv-euphorisch, sagt: „Mit dem Abstieg haben wir nichts mehr zu tun.“ Es war der dritte Punktspielerfolg in Serie, den der Tabellensiebte vor 250 Zuschauern in der Pestalozzihalle einfuhr.

Patrick Bär, Coach der Gäste, verstand die Basketball-Welt hingegen nicht mehr. „Es war ein intensives Spiel mit tollen Szenen und Wow-Momenten von beiden Mannschaften. Aber die Schiedsrichter sollten sich ärgern – mit so einer Leistung können sie in der Liga nicht pfeifen“, haderte er mit den Entscheidungen der Referees Holger Lohmüller und Sascha Gilbert. Bär kreidete ihnen in der Schlussphase „zwei krasse Fehler an. Da habe ich zwei Fouls gegen uns gesehen.“

Verhängnisvoll für die „Angels“ aus Bayern, die selbst auch nicht als solche auftraten, war vor allem die Szene zehn Sekunden vor dem Ende bei einer 69:67- Führung der Hurricanes. Da erhielt Nördlingens amerikanische Nachverpflichtung D’Shara Strange unverhofft einen Fehlpass von Pia Mankertz, sprintete los und geriet, verfolgt von Shay Selby, im Mittelkreis ins Stolpern. Foul? Die Unparteiischen ließen weiterlaufen. Mit der Folge, dass Laura Rahn vier Sekunden vor Ablauf der Zeit von Heidi Schlegel gefoult wurde und den zweiten ihrer Freiwürfe zum 71:68 verwandelte.

„Glück gehört dazu“, kommentierte Hurricanes-Coach Tomas Holesovsky den knappen Erfolg. Er betonte aber auch: „Wir hatten den Sieg mehr verdient, weil wir über das ganze Spiel gesehen längere Zeit besser waren.“ Das galt insbesondere für das zweite und dritte Viertel. Einen eher schwachen ersten Durchgang mit zwischenzeitlichem Neun-Punkte-Rückstand rettete dabei Pia Mankertz mit ihrem Dreier in letzter Sekunde – 19:21. Zwei weitere ließ sie in den folgenden Minuten folgen – 32:27 (17.). Bei Donau-Ries erlaubten sich indes die US-Profis Alysha Womack und Strange ihr jeweils drittes Foul noch vor der Pause.

Die beste Phase erwischten die Hurricanes zwischen der 24. und 27. Minute. Eingeleitet mit einem Dreier der hinten wie vorne starken Shay Selby legten die Gastgeberinnen einen 13:0-Run hin, abgeschlossen mit einem Drei-Punkt-Spiel durch Maggie Skuballa. Doch diese 48:35-Führung sollte bereits sieben Minuten später aufgebraucht sein – 52:52 durch Nördlingens zweite Debütantin, die Serbin Aleksandra Racic (34.). „Wir hatten Angst, das Spiel zu Ende zu bringen“, stellte Holesovsky fest. Immerhin: Sein Team, das aufgrund der Verletzung von Angela Rodriguez mit einer extrem kleinen Siebener-Rotation agierte, legte immer wieder knapp vor und verkraftete auch den kurzfristigen Ausfall von Hannah Pakulat, die in der Schlussphase einige Minuten mit Kühlkissen am Hals pausierte, nachdem sie beim Ausboxen einen Ellenbogen an den Kehlkopf bekommen hatte. „Mir blieb kurz die Luft weg. Es war jemand aus meinem Team – den Namen nenne ich aber nicht“, meinte sie nach dem Spiel lachend. Kaum wieder drin, stürzte sich die 21-Jährige mitten ins Getümmel und sicherte einen wichtigen Ball 20 Sekunden vor dem Ende. Später ärgerte sie sich aber, dass der klare Vorsprung zusammengeschmolzen war und erinnerte an das Hinspiel, das mit 68:78 verloren gegangen war: „Schade, dass wir den direkten Vergleich nicht gewonnen haben.“

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