Trennung von Trainer Matthias Rose nicht ausgeschlossen

Rotenburger SV: „So geht’s nicht weiter“

Nachdenklicher Blick: Rotenburgs Coach Matthias Rose wartet auf ein Erfolgserlebnis in der Fußball-Landesliga. Noch in dieser Woche will der RSV-Vorstand darüber beraten, wie er auf die Krise reagieren will. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. In den Wochen der Wahrheit kann sich Matthias Rose seines Jobs nicht mehr sicher sein. Ob der Trainer auch noch am Samstag im Heimspiel der Fußball-Landesliga gegen den ebenfalls schwächelnden FC Verden 04 auf der Bank des Rotenburger SV sitzt, ist nach der 1:2-Derbyschlappe beim TSV Ottersberg fraglich. „Irgendwann müssen wir reagieren. So geht’s nicht weiter“, bemerkt der zweite Vorsitzende Thorsten Nitz, ohne konkret zu werden.

Fakt ist: Der RSV durchlebt seine größte sportliche Krise seit sieben Jahren. Schon damals drohte der Abstieg in die Bezirksliga. Jetzt ist die Situation ähnlich – und doch ganz anders. Ende August 2009 war es, als Coach Hartmut Schwolow eine No-Name-Mannschaft in der Bezirksoberliga betreute und nach 0:14 Toren aus drei Spielen von einem damals ohne Präsidenten, aber mit hohen Schulden dastehenden Verein entlassen wurde. Der Erfolg stellte sich unter Nachfolger Detlef Lehmann erst kurz vor der Winterpause ein – am Ende belegten die Rotenburger Platz sieben.

Nun, im Herbst 2016, dümpelt der finanziell genesene RSV mit gerade einmal sieben Punkten aus elf Spielen auf einem Abstiegsrang. Der große Unterschied zu damals: Auf dem Platz steht ein Team, das mit etlichen ehemaligen Oberliga-Akteuren gespickt, von diesem Niveau aber weit entfernt ist. Sechs Spiele ohne Sieg – das nagt auch am Selbstbewusstsein. Sämtliche ergriffene Maßnahmen fruchteten bisher nicht. Auch durch die zweiwöchige Verbannung von Jannis Oberbörsch und Timo Kanigowski in die Zweite wurde der gordische Knoten nicht gelöst. Mit beiden trifft sich Rose zwecks Wiedereingliederung heute vor der Übungseinheit – „ich gehe davon aus, dass wir danach normal trainieren, mit den beiden.“

Dass die Mannschaft womöglich gegen den Trainer spielen könnte, glaubt dieser nicht. Der spielende Co-Trainer Tim Ebersbach bestätigt das und rechnet nicht damit, dass der frühere Erstliga-Akteur jetzt hinschmeißt: „Er ist ja ein Beißer!“ Ein Aufgeben komme für ihn (noch) nicht infrage, sagt der 45-jährige Coach selbst: „Ich werde auf jeden Fall am Samstag am Platz stehen. Im Moment habe ich noch das Gefühl, dass das Vertrauen des Vorstandes da ist. Aber wenn das Erfolgserlebnis gegen Verden ausbleibt, mache ich mir auf jeden Fall Gedanken.“

Die entscheidenden Vorstandsmitglieder um Präsident Peter Grewe treffen sich bereits in den kommenden Tagen, um die Lage zu bewerten. „Ich würde ihm gerne noch Zeit geben, denn ich tue mich persönlich schwer damit zu sagen, der Trainer ist schuld, muss weg und alles wird besser. Das ist nicht die Lösung“, sagt Thorsten Nitz. „Aber wir werden darüber diskutieren müssen, ob und wie wir reagieren müssen – ob das auch mit einer Trainerentlassung zusammenhängt, müssen wir abwarten.“ Auch Nitz kennt den Lauf der Dinge, wenn es sportlich nicht läuft. „Wir haben uns das auch anders vorsgestellt. Ich hatte mit sieben Punkten aus den letzten zwei Partien und dem nächsten Spiel kalkuliert – jetzt ist es einer, und wir haben das Verden-Spiel noch vor der Brust. Da muss man auch ehrlich sein, das weiß Matthias, dass seine Person infrage gestellt wird.“

Doch auch mit Geduld ist der RSV schon einmal gut gefahren. In der Saison 2013/2014 war der Club unter Benjamin Duray in der Oberliga ähnlich erfolglos und schaffte den Klassenerhalt als zweitbeste Rückrundenmannschaft. Jetzt ist es aber die Landesliga – und ein Abstieg hätte fatale Folgen, auch für die Reserve, die dann zurück in die Kreisliga müsste. Ein Erdbeben? „Auf alle Fälle. Das wäre der Super-Gau“, findet Thorsten Nitz.

Insofern ist es nicht undenkbar, dass der Verein über einen Plan B nachdenkt. Genügend potenzielle Kandidaten waren ja bei den Spielen. Der Sottrumer Bernd Oberbörsch, bis Sommer beim Ligarivalen TSV Etelsen, ist ohnehin Stammgast. Auch Jesco Rohde, aktuell Erfolgstrainer beim Bezirksligisten Germania Walsrode, begleitet den RSV seit zwei Spielen. Insofern gilt Roses Aussage: „In der Situation, in der wir uns befinden, kann ich nichts ausschließen.“

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Die Krise des Rotenburger SV kommentiert unser Autor Matthias Freese

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