Flüchtling aus Gambia besteht Medizin-Check beim HSV

Keine Zweifel am Alter von Jatta

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Lothar Kannenberg (links) von der gleichnamigen Fußball-Akademie in Bothel mit dem gambischen Flüchtling Bakery Jatta. Der 17-jährige Jatta steht kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV.

Bothel - Von Julian Diekmann und Hannes Grittner. Das moderne Fußball-Märchen um Bakery Jatta scheint ein Happy End zu finden: Der Flüchtling aus Gambia, der vor Kurzem beim Bundesligisten Hamburger SV vorspielte, steht kurz vor der Unterzeichnung seines ersten Profivertrags.

Der 17-Jährige hat bereits den Medizin-Check beim HSV bestanden und soll im Sommer, wenn er seine Volljährigkeit erreicht, einen Kontrakt bei den Profis unterschreiben. Besonders Lothar Kannenberg von der gleichnamigen Akademie in Bothel, bei der Jatta in einer Zweigstelle in Bremen untergebracht ist, freut sich. „Ich war positiv überrascht, als ich gehört habe, dass Bakery den Medizin-Check bestanden hat“, sagt der Einrichtungsleiter unserer Zeitung.

Für Kannenberg war von vornherein klar, dass Jatta seinen Weg als Fußballer gehen wird. „Ich habe schon damit gerechnet, dass der Hamburger SV nicht an ihm vorbeikommt. Er bringt alle Anlagen mit, die ein angehender Fußballprofi braucht. Aber dass es jetzt so schnell geht, hat mich auch etwas überrascht. Er hat vom HSV bereits einen persönlichen Trainingsplan erhalten. Nach der Rückkehr der Mannschaft aus dem Trainingslager im türkischen Belek soll Bakery wieder zur Mannschaft stoßen“, berichtet der Akademieleiter.

Beim Medizin-Check hat der HSV auch Jattas Alter genauer unter die Lupe genommen, um zu prüfen, ob der Flüchtling auch wirklich 17 Jahre alt ist, wie Jatta behauptet. Vorher hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, dass Jatta sogar schon 20 bis 21 Jahre alt sein könnte. Bei der Untersuchung sei festgestellt worden, dass das Wachstum des Gambianers bereits abgeschlossen sei. „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass wir am Alter von Jatta, das er angegeben hat, Zweifel haben müssen“, sagte HSV-Sportdirektor Peter Knäbel gestern gegenüber der „Bild“-Zeitung. Bei der sportmedizinischen Untersuchung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sei eindeutig festgestellt worden, „dass die biologische Entwicklung abgeschlossen ist“, betonte Knäbel. Ähnlich äußert sich auch Jattas Spielerberater Firat Aktas, der zurzeit mit der HSV-Clubspitze im Trainingslager verhandelt. „Einige Spieler sind erst mit 20 Jahren ausgewachsen, andere eben schon mit 17 Jahren wie Bakery“, sagt Aktas: „Von daher ist ein Alters-check eine ganz normale Angelegenheit.“

Da Jatta die Volljährigkeit noch nicht erreicht hat, ist eine Zusammenarbeit ab Sommer angedacht. Die Konditionen für den Vertrag sind nach Informationen der „Bild“-Zeitung bereits ausgehandelt. Der Flüchtling würde demnach ein Jahresgehalt von 120000 Euro erhalten, inklusive Prämien könne die Summe auf rund 300000 Euro ansteigen. Ein Profivertrag darf der Flüchtling allerdings nicht vor seinem 18. Geburtstag unterzeichnen. Jattas Berater kann die Diskussionen um sein Alter eh nicht verstehen. „Wäre Bakery schon volljährig, könnte er bereits jetzt schon einen Profivertrag unterzeichnen. Und der HSV hätte sofort einen spielberechtigten Spieler“, argumentiert Aktas gegenüber unserer Zeitung. HSV-Trainer Bruno Labbadia betont aber auch, dass es bei ihm streng nach Leistung gehe. „Einen Flüchtlingsbonus wird es nicht geben“, stellt der Coach klar.

Zurzeit prüfen die HSV-Verantwortlichen, wie Jatta die Zeit bis zur Volljährigkeit im Sommer überbrücken kann. „Sobald die Mannschaft aus Belek zurück ist, werden wir uns noch einmal zusammensetzten und die offenen Fragen klären, welche Möglichkeiten es gibt, damit Bakery eine Spielerlaubnis erhält“, erklärt Aktas. Der HSV steht zudem im engen Kontakt mit der Deutschen Fußball Liga und dem Weltverband Fifa und prüft den Fall juristisch.

Ob Jatta bereits demnächst in der Jugend oder im Sommer bei den Profis des Hamburger SV aufläuft, ist für Akademieleiter Lothar Kannenberg nicht entscheidend: „Ich freue mich einfach nur riesig für Bakery. Für mich ist die ganze Geschichte ein Beispiel für eine gelungene Integration. Etwas besseres kann dem Jungen doch nicht passieren. Ich hoffe, dass Bakery beim HSV Fuß fasst, sich dort durchsetzt und wir ihn bald als Stammspieler sehen. Das Zeug dazu hat er allemal.“

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