1:2 – Ottersbergs Zehner macht im Wümme-Derby den Unterschied aus

Dem RSV fehlt einer wie Moslehe

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Die zwei Jobs des Tim Ebersbach: In der ersten Halbzeit coachte der Routinier in Abwesenheit von Jan Fitschen von außen das Team (rechts auf dem linken Bild), in der zweiten Hälfte glich er auf dem Feld dann persönlich zum 1:1 aus und verlud Keeper Tim Eggert.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Ab der 76. Minute coachte Torsten Just zweisprachig: Weil der Trainer des TSV Ottersberg seinen aus der Elfenbeinküste geflüchteten Neuzugang Patrick Yao Delon in die Partie brachte, rief er dem Flügelspieler die Kommandos auf Englisch zu. Von seinem Nachfolger war hingegen nichts zu hören und zu sehen. Jan Fitschen, Noch-Übungsleiter des Rotenburger SV und nächste Saison beim Wümme-Rivalen an der Seitenlinie, war ausgerechnet in diesem Derby der Fußball-Landesliga beruflich verhindert. Er befindet sich eine Woche lang in Polen und übertrug die Verantwortung seinem „Co“ Tim Ebersbach. Der musste letztlich von einer 1:2 (0:1)-Heimniederlage berichten.

Hoch das Bein: Jannis Niestädt (r.) rackerte als Stürmer vergeblich, auch wenn Ottersbergs Keeper Tim Eggert hier nicht an den Ball kommt. Jan Schröder gerät hier ein wenig zwischen die „Fronten“.

Nun, absichtlich leistete der RSV den Ottersbergern keine Hilfestellung im Abstiegskampf. Ebersbach räumte aber ein: „Die Luft bei uns ist einfach raus. Irgendwie fehlte dann auch die Spannung und Ottersberg hat noch einmal alles gegeben.“ Das zwar mit limitierten Mitteln, aber eben mit Erfolg. Während Ebersbach von beiden Teams ein „schwaches Landesliga-Spiel“ sah und meinte, dass Just „das Maximum“ herausholen würde, erklärte Ottersbergs scheidender Trainer wiederum: „Ich fand‘s gar nicht so schlecht. Ich habe schon schlechtere Spiele mitgemacht.“

Ein Mann machte letztlich in diesem recht emotionslosen Derby vor lediglich 120 Zuschauern den Unterschied aus: Mazan Moslehe. Einen Zehner wie Ottersberg hatte der RSV an diesem Tag nicht. „Das ist deren Lebensversicherung“, betonte Ebersbach. Der nicht ganz unumstrittene Spielmacher war es schließlich auch, der die Partie entschied, als er die Rotenburger Abwehr in der 69. Minute ziemlich alt aussehen ließ und zum 2:1 traf. Schon zuvor waren fast alle gefährlichen Aktionen über den 26-Jährigen gelaufen. „Das ist ja auch seine Aufgabe, unser Spiel zu lenken“, stellte Just fest. Für ein paar Minuten hatte er allerdings auch um Moslehe bangen müssen, als Kevin Klützke ihn von den Beinen geholt hatte und der Deutsch-Libanese humpelnd und gestützt den Platz kurzzeitig verließ (46.). „Er ist durch das Mittelfeld gelaufen und wir waren nicht zupackend genug. Es kann ja nicht sein, dass ich ihn in der zweiten Halbzeit zum ersten Mal zu Fall bringe“, ärgerte sich auch der RSV-Kapitän über die zaghaften Aktionen seines Teams. „Und auch sonst waren wir nicht zielstrebig genug.“

Am treffsichersten war da aus Sicht der Gastgeber im ersten Durchgang noch ein verunglückter und hoher Ball gewesen, den Patrick Peter nur noch mit dem Kopf ins Aus verlängern konnte – und der für den Bruch einer Glasscheibe des Umkleidegebäudes sorgte.

Ottersberg war hingegen schon in der 16. Minute in Führung gegangen, als Aykut Kaldirici einfach mal aus der Distanz abgezogen hatte und der Ball im linken Eck eingeschlagen war. Keeper Sebastian Lauridsen war zwar hinterher geflogen – aber einen Tick zu spät. Jelle Röben (27.) und Patrick Peter, der an Keeper Tim Eggert scheiterte (34.), vergaben vor der Pause die besten Möglichkeiten zum Ausgleich.

Also reagierte der aufgrund von Rückenproblemen draußen gebliebene Tim Ebersbach und wechselte sich zur zweiten Halbzeit selbst für Sercan Durmaz ein. „Im Nachhinein wäre es vielleicht doch besser gewesen, wenn ich von Anfang an gespielt hätte, um mehr Sicherheit und Ordnung reinzubringen.“ Und eben auch Torgefahr. Schließlich markierte Ebersbach den Ausgleich, indem er Eggert per Kopfball nach einer Ecke von Timo Kanigowski verlud (52.).

Doch diese Drangphase hielt nicht zu lange an, zumal der RSV ein ganzes Dutzend Mal ins Abseits rannte. „Das hat recht gut funktioniert“, freute sich Torsten Just. Tim Eggert hatte zwar ein wenig Dusel, als er nach einem Foul außerhalb des Strafraums gegen den eingewechselten Patrick Klee nur Gelb von Referee Jan Lindner (VfL Westercelle) sah (82.), doch ansonsten hatte Rotenburg nichts groß nachzusetzen. Auf dem Spielbericht stand auch nur noch der zweite Vorsitzende Thorsten Nitz als Ersatzkeeper – dabei saß er nicht einmal auf der Bank.

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