Erste Gespräche laufen bereits

Rotenburger SV will Flüchtling Jatta verpflichten

Bakery Jatta
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Der RSV bemüht sich um den 17-jährigen gambischen Flüchtling Bakery Jatta, der auch vom HSV umworben wird.

Rotenburg - Von Julian Diekmann. Das wäre ein echter Transfer-Hammer: Der Fußball-Landesligist Rotenburger SV bemüht sich um die Dienste des Flüchtlings Bakery Jatta, der erst vor Kurzem beim Probetraining des Bundesligisten Hamburger SV überzeugte, aber aufgrund seines Status erst einen Profivertrag unterzeichnen darf, sobald er die Volljährigkeit im Sommer erreicht.

Der 17-jährige Nachwuchsspieler wird aktuell von der Lothar-Kannenberg-Akademie in Bothel betreut. „Ich habe Lothar Kannenberg Anfang der Woche kontaktiert und ihm den Vorschlag unterbreitet, dass wir gerne bereit wären, Jatta bis Sommer beim RSV aufzunehmen“, sagt Paul Metternich, Sicherheits- und Marketingchef des RSV.

„Das Angebot ist gemacht“, betont Metternich, der den Offensivspieler, der sich erst seit vergangenem Sommer in Deutschland aufhält, gerne im Dress des Rotenburger SV sehen würde. Zurzeit hält sich Jatta in Bremen auf. Dort ist er in einer Zweigstelle der Lothar-Kannenberg-Akademie untergebracht. „Ich habe ein langes Gespräch mit Herrn Kannenberg geführt. Er will jetzt mit Bakery Jatta sprechen und überlegen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Jungen bis Sommer bei uns unterzubringen“, erklärt Metternich auf Nachfrage. Generell könnte sich auch RSV-Coach Jan Fitschen ein Engagement des Flüchtlings vorstellen: „Ich habe Bakery zwar noch nicht spielen sehen, müsste mir erst selbst ein Bild machen, aber jeder Spieler der uns sportlich weiterbringt, ist bei uns gerne gesehen.“

Ob das allerdings alles so klappt, wie Metternich sich das vorstellt, ist offen. Immerhin hatte Jatta, bevor er Anfang des Jahres das Probetraining beim Hamburger SV absolvierte, auch schon beim Ligakonkurrenten Werder Bremen vorgespielt. Dort hat er auch an einem Testspiel für die U23-Mannschaft gegen Hannover 96 teilgenommen, erzielte einen Treffer und bereitete zwei Tore vor. Werder unterbreitete ihm ein Angebot für die Bundesliga-A-Jugend. Doch Jatta lehnte ab, wollte einen Profivertrag. Anschließend überzeugte er beim HSV.

„Wir wollen mit Jatta kein Geld verdienen“, betont Metternich: „Uns geht es in erster Linie darum, dem Jungen eine Perspektive zu bieten. Er kann sich bei uns fit halten und ein halbes Jahr bei uns spielen, da wir für ihn auch ohne Weiteres eine Spielerlaubnis bekommen würden. Auf Grund seines Flüchtlingsstatus ist Jatta nur bis zur Oberliga spielberechtigt.

Allerdings grätschte gestern Lothar Kannenberg dazwischen. „Das Angebot des RSV ist sehr nett gemeint. Aber ich sehe es eher als schwierig an, dass Bakery bis Sommer in Rotenburg spielen könnte, da der Hamburger SV jetzt extra einen Privattrainer für ihn abgestellt hat“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Bis zum Sommer soll der HSV-Coach den jungen Mann aus Gambia fit für den Profikader machen. „Ich glaube nicht, dass der HSV da mitspielt“, oraktelt Kannenberg.

Der ehemalige Boxer Kannenberg, der schon Arthur Abraham unter seinen Fittichen hatte, betont aber, noch andere junge Talente in seiner Akademie zu haben, die für den Rotenburger SV interessant sein könnten. „Ein paar Jungs sind richtig gut, haben Regionalliga-Niveau. Von daher wäre der Rotenburger SV eine gute Anlaufstation für den einen oder anderen Nachwuchsspieler.“

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