Hurricanes legen keinen Vorrat an – 75:90 in Halle 

Erfolglose Eichhörnchen

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Sehr engagiert, aber nicht immer glücklich im Abschluss: Evita Iiskola (am Ball), die hier von Halles Kimberly Pohlmann bedrängt wird, konnte die Niederlage nicht verhindern. 

Aus Halle berichtet Matthias Freese - Herbstzeit ist Eichhörnchenzeit – da wird der Vorrat angelegt. Und eben da ähnlen sich die possierlichen Tierchen mit den Erstliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes. Aber während die Nager einen Großteil ihrer versteckten Nüsse später nicht wiederfinden, sammelt die Spielgemeinschaft aus Rotenburg und Scheeßel ihre Punkte nur spärlich ein. Der Klassenerhalt – er droht so zu einem mühsamen Unterfangen zu werden, nachdem es an der Saale beim SV Halle am Tag der Deutschen Einheit eine 75:90 (36:52)-Schlappe setzte.

Nach dem Zwischenhoch zwei Tage zuvor bei der BG Donau-Ries (69:66) stellt sich jetzt wieder die Frage, ob personeller Handlungsbedarf besteht. „Wir müssen an der Defense arbeiten. Der Rest ist Sache des Vorstandes“, bemerkte Kapitänin Pia Mankertz. Speziell unterm Korb, wo die Finnin Minna Sten aufräumen soll, aber nur drei Punkte und sechs Rebounds beisteuerte, läuft es suboptimal. „Ich bin für Abwarten“, will Utz Bührmann, Vorstand Finanzen, nichts überstürzen. Er sagt aber auch: „Ich hoffe, dass der Knoten bei ihr noch platzt und dass das nicht ihre wahre Leistung ist. Sie kann deutlich besser spielen.“

Das galt zunächst für das gesamte Team, dass einen Katastrophenstart erwischte und das erste Viertel mit 15:32 wegschenkte. „Eine Hypothek“, nannte es Bührmann. Eine, die sogar weiter anwuchs – bis auf 19:45 nach 15 Minuten! „Es darf nicht passieren, dass sie ohne Verteidigung zum Korb ziehen können und wir sie die Dreier werfen lassen. Außerdem haben wir Probleme gehabt, gegen deren Druck den Ball unter den Korb zu bekommen“, haderte Coach Tomas Holesovsky. Für ihn die aktuellen Hauptprobleme: „Kondition und Defense.“ Mankertz stimmte ihm zu: „Kondition ist der Punkt.“

Halle zeigt sich formverbessert

Holesovsky erwähnte auch die Tatsache, dass Halle einen Tag mehr zur Regeneration hatte und er nur mit einer kleinen Rotation spielen konnte. „Darauf will ich das aber gar nicht schieben. Sie haben auch zwei schwere Spiele gespielt, das kann nicht der Grund sein“, meinte Mankertz. „Wir haben so viele einfache Korbleger kassiert, weil wir einfach pennen.“ Halle zeigte sich allerdings auch formverbessert – zunächst war es Centerin Kaneisha Horn, später Sara Hammond, vor allem aber auch Inken Henningsen mit ihren vier Dreiern, die sich nicht stoppen ließen.

Da half auch ein Zwischenspurt letztlich nichts mehr. Die Hurricanes verkürzten zwar dank eines 10:0-Runs und einer Steigerung bis auf zwölf Punkte kurz vor dem Ende des dritten Viertels (55:67), doch dichter kamen sie nicht heran. „Das kostet natürlich auch Kraft“, so Mankertz, die mit 18 Punkten wieder zu den Top-Scorerinnen gehörte, sich aber kurz vor dem Ende mit dem fünften Foul verabschiedete. Ein gutes Spiel zeigte auch Aufbauspielerin Petra Zaplatova, die auf 19 Punkte und sieben Rebounds kam. Die Tschechin ist bisher die einzige der fünf Profispielerinnen, die den Erwartungen voll gerecht wurde. Bei allen anderen dauert der Gewöhnungsprozess an die deutsche Liga offensichtlich noch an.

Die Aussichten für die Hurricanes? Nicht die besten, denn als nächstes geht es gegen die Spitzenteams Herner TC, TV Saarlouis und TSV Wasserburg. Bei der aktuellen Form nicht zu lösende Aufgaben für die Eichhörnchen aus Rotenburg und Scheeßel.

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