Derby zwischen Sottrum und Westerholz: Gemeinde sperrt den Platz

„Eine linke Nummer“

Da war die Welt noch in Ordnung: Sottrums Nico Fröhlich (am Ball) liefert sich ein Duell mit Westerholz’ Claas Riebesell. Kurze Zeit später wurde die Partie abgebrochen. Laut dem TV Sottrum hätte die Gemeinde den Platz nach dem Gewitter gesperrt. - Foto: Woelki

Sottrum - Von Julian Diekmann. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist eine Sauerei“, sagte ein sichtlich aufgebrachter Peter Ludwig. Der Trainer des TuS Westerholz führte mit seiner Mannschaft im Kreisliga-Derby beim TV Sottrum bereits mit 2:0, als der Schiedsrichter Günter Bassen (SV Ippensen) die Fußball-Partie auf Grund eines Gewitters in der 42. Minute unterbrach. So weit, so unspektakulär. Doch was sich in der Folgezeit ereignete, ließ Ludwig fast sprachlos werden – letztlich wurde nicht wieder angepfiffen.

Gut 20 Minuten dauerte die Gewitter-Unterbrechung. Als Bassen danach das Spielfeld unter die Lupe nahm, entschied der Unparteiische zunächst, die Begegnung wegen der Unbespielbarkeit des Platzes abzubrechen. Zu viel Wasser soll auf dem Spielfeld gestanden haben. Auf Bitten von Ludwig wartete der Referee weitere 15 Minuten, begutachtete erneut den Platz und entschied zusammen mit seinen Assistenten, dass es doch weitergehen sollte.

Allerdings sollten die Spielfeldlinien erneut gekreidet werden. Was wiederum Sottrums Fußball-Abteilungsleiter Thomas Holzkamp auf die Palme brachte. „Unser Platzwart ist nicht vor Ort. Er hat auch den Schlüssel für den Schuppen, in der die Kreidemaschine steht. Es ist nicht möglich, den Platz erneut zu kreiden“, erklärte er dem Referee. Bereits im vergangenen Heimspiel gegen den TSV Karlshöfen (0:0) hatte Sottrum vom Haupt- auf den Nebenplatz ausweichen müssen, weil der Platzwart nicht zum Kreiden erschienen war.

Also ließ sich der Schiedsrichter auf einen Kompromiss ein. „Dann stellen wir eben Hütchen auf, wie es im Winter bei Schneefall üblich ist“, erklärte Bassen. Doch nur wenige Minuten nach der Anweisung bekam der Unparteiische die Aussage, „dass die Gemeinde gerade den Platz gesperrt hat“, wie Bassen mitteilte. Zu dem Zeitpunkt befanden sich schon 70 Prozent der Sottrumer Spieler unter der Dusche. Allerdings war von einem Gemeindemitarbeiter auf dem Gelände des TV Sottrum weit und breit niemand zu sehen. Wie dann eine Platzsperre zustande kommen konnte, erscheint rätselhaft. „Sobald die Gemeinde den Platz sperrt, sind mir als Schiedsrichter die Hände gebunden. Ich darf den Platz dann nicht mehr betreten“, versuchte Bassen den aufgebrachten Westerholzer Trainer zu beruhigen. „Was Sottrum hier veranstaltet hat, ist eine Sauerei, eine linke Nummer. Einfach nur unfair. Der Sport bleibt dabei völlig auf der Strecke“, ärgerte sich Ludwig: „Zudem war keiner von der Gemeinde vor Ort. Die einzige logische Schlussfolgerung muss lauten, dass wir die Punkte kampflos zugesprochen bekommen.“ Auch Sottrums Coach Vitalij Kalteis gab zu: „Zwar ist die Entscheidung vertretbar, aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man auch weiterspielen können.“

Und Referee Bassen betonte noch mal: „Ich werde das alles zu Protokoll bringen. Am Ende muss der Staffelleiter darüber entscheiden, wie das Spiel bewertet wird.“

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