Routinier macht Fehler gegen Stinstedt gut und erzielt in der Nachspielzeit das 2:2 / „Es ist Leben drin“

Ebersbach verhindert die Blamage

Routine gefragt: Waldemar Ott (2.v.l.) rückte in die Startelf und bedrängt in dieser Szene Stinstedts Eduard Krüger. - Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Wenn Keeper Henner Lohmann mit nach vorne geht, dann ist die Lage für den Rotenburger SV schon ziemlich brenzlig. Im Kellerduell der Fußball-Landesliga gegen die SG Stinstedt war es mal wieder der Fall. Die nächste Pleite im Ahe-Stadion drohte, Lohmann eilte bei einer Ecke in des Gegners Strafraum – und Routinier Tim Ebersbach gelang in der zweiten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch der Ausgleich zum 2:2 (0:2)-Endstand. „Punktemäßig eine Katastrophe“, räumte Coach Matthias Rose ein. „Aber ein Riesenplus für unsere Moral.“ Oder anders gesagt: Nur eine halbe Blamage!

Kaum zu glauben nach den spärlichen Kulissen der letzten Wochen: 160 Zuschauer fanden sich im Ahe-Stadion ein – zwei Busse mit feierwilligen Fans hatte allerdings der Aufsteiger mitgebracht. Der Rest? Neben einer Abordnung des TSV Ottersberg, dem nächsten RSV-Gegner, sicher auch der eine oder andere „Katastrophen-Tourist“, der sehen wollte, wie sich die kriselnde Wümme-Elf nach der momentanen „Verbannung“ von Jannis Oberbörsch und Timo Kanigowski (beide ebenfalls im Stadion) so schlagen würde. Zudem saß Mannschaftsführer Jannis Niestädt zunächst nur auf der Bank, ehe er zur zweiten Halbzeit als Stürmer eingewechselt wurde und Rose auf eine Dreierkette umstellte.

„Wir haben gezeigt, dass Leben in der Mannschaft drin ist“, stellte Waldemar Ott fest. Der 32-jährige Mittelfeldakteur profitierte von den Veränderungen und rotierte erstmals in dieser Saison in die Startelf. Auch in der Innenverteidigung setzte Rose auf Erfahrung, zog Tim Ebersbach zurück und stellte ihn an die Seite von Kevin Klützke, der die Kapitänsbinde übernahm. „Natürlich war die zweite Halbzeit von uns besser als die erste, da haben wir Stinstedt den Platz gegeben und zu wenig Druck gemacht. Aber sie sind auch nur zwei Mal vor unser Tor gekommen und haben zwei Mal getroffen“, war Klützke zwiegespalten, ob er sich nun über den späten Punkt freuen sollte oder eher nicht. Schließlich war ein Dreier gegen sehr bieder und limitiert spielende Stinstedter fest eingeplant, doch machten die Gäste ihre Unzulänglichkeiten durch Kampfgeist wett.

Beim RSV lief im ersten Durchgang wenig zusammen, es wirkte fast so, als würde bei jedem Pass die Angst vor dem Versagen im Ball mitkullern. Wenngleich der Rückstand ein Zufallsprodukt war – einen satten Freistoß von Dastin Harrer gab der Kopf von Tim Potratz die kleine, aber entscheidende Richtungsänderung (26.). Ein hausgemachtes Problem war indes das 0:2 drei Minuten später, weil sich Tim Ebersbach einen fatalen Fehlpass erlaubte und Christoph Roes der Nutznießer war.

„Da weiß man nicht, was man dazu sagen soll“, kommentierte der RSV-Vorsitzende Peter Grewe den Pausenrückstand. Später sprach er von „zwei Gesichtern“ und stärkte dem Trainer den Rücken. Eine Entlassung ist für ihn derzeit kein Thema und wäre es auch bei einer Niederlage nicht gewesen. „Das hätten wir so oder so nicht gemacht – aber irgendwann muss die Mannschaft jetzt mal gewinnen.“ Die Lage hat sich jedenfalls nicht entspannt, auch wenn es noch zum 2:2 reichen sollte. Stinstedts Malte Wencke bugsierte zunächst einen von Ebersbach in den Fünfmeterraum geköpften Ball ins eigene Netz (64.), in der Nachspielzeit benötigte Rotenburgs Routinier dann keine Mithilfe, um seinen Fauxpas aus Hälfte eins endgültig auszubügeln. Zuvor hatten Patrick Hiob und Niestädt bereits das Aluminium getroffen (74./88.) und Patrick Klee ein wegen Abseits nicht anerkanntes Tor erzielt (66.). „Es sind alle an ihre Grenzen gegangen, das war beeindruckend zu sehen“, lobte Matthias Rose und setzt nun vor allem auf den Lerneffekt, denn: „Das war ein gutes Spiel, um zu begreifen, was nötig ist.“

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