Zwei RSV-Fußballer kandidieren für den Stadtrat

Drei Kreuze statt drei Punkte

Im Fußball treten beide für den Rotenburger SV an, bei der Kommunalwahl sind Bernd Santl (WIR/links) und Tobias Kirschke (CDU) jedoch Konkurrenten. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Fußball und Politik – das ist schon ein besonderes Verhältnis. Keine andere Sportart wird von Regierung wie Opposition so leidenschaftlich begleitet. Kaum ein Länderspiel ohne Minister, kein WM-Titel ohne Kanzlerin in der Kabine. Und mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel steht inzwischen sogar ein Politik-Profi an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes. Aktive Kicker in der Politik – das ist hingegen äußerst selten. Umso ungewöhnlicher, dass mit Tobias Kirschke (CDU) und Bernd Santl (WIR) gleich zwei Akteure des Rotenburger SV in den Stadtrat wollen.

In der Saison sollen Woche für Woche drei Punkte auf dem Platz eingefahren werden – am 11. September aber auf den Wahlzetteln möglichst oft drei Kreuze hinter dem eigenen Namen stehen.

Tobias Kirschke hat deshalb auch immer einen Flyer mit seinem Konterfei in der Jackentasche. „Den findet man auch im Sportlerheim“, erzählt er schmunzelnd. Und Bernd Santl war erst in dieser Woche mehrere Stunden mit dem Rad in gleicher Mission unterwegs – von Briefkasten zu Briefkasten.

Seit fünf Jahren gehört der 46-jährige Altherrenspieler und Trainer der zweiten Herren der Wähler-Initiative Rotenburg an, weil er „nach keinem Parteibuch abstimmen“ will. Zum zweiten Mal bewirbt sich der für ein Visselhöveder Mineralölunternehmen tätige Bereichsleiter auf ein Mandat für den Stadtrat. Weil er aus Bayern, genauer: aus Wolfratshausen, stammt, wird der Ex-Profi bei den alten Herren übrigens „Seehofer“ gerufen – obgleich er nie Mitglied der CSU war.

Tobias Kirschke ist ein Novize in der Politik. Der derzeit verletzte Mittelfeldspieler aus dem Landesliga-Team des RSV kommt aus Visselhövede, wohnt seit Ende 2013 im Stadtzentrum und ist seit fast zwei Jahren CDU-Mitglied. „Viele Sportler in meinem Alter haben andere Interessen als Politik. Ich bin aber ein Typ, der gerne mehr Verantwortung übernehmen möchte“, erklärt der 27-jährige Wirtschaftsingenieur, der bei einem großen Unternehmen in Verden als Bereichsleiter Logistik sowie als Assistent der Geschäftsleitung arbeitet. Ihm liegt vor allem der Sport am Herzen. Kunstrasenplatz, Flutlicht – dafür will er sich stark machen. „Mir ist aber nicht nur der RSV wichtig, auch der TuS Rotenburg bewegt viele Menschen dazu, in der Stadt zu bleiben“, sagt er und nennt die Finanzen, die Ansiedlung attraktiver Unternehmen und eine lebenswerte Stadt für die jüngere Generationen als weitere Schwerpunkte.

„Es ist wie im Fußball. Du kannst nicht nur über die Jugendtrainer meckern, du musst auch mal selbst anpacken“, sagt Santl. Der zweifacher Familienvater ist ein Befürworter der IGS, hat allerdings auch mal Auffassungen, die bei seinem Sportverein nicht nur Applaus hervorrufen. „Ich bin ganz ehrlich: Momentan kann sich die Stadt eine Flutlichtanlage oder einen Kunstrasenplatz nicht leisten – und dann muss so etwas eben nach hinten geschoben werden.“

Natürlich erhofft er sich dennoch die eine oder andere Stimme aus den Reihen des RSV – wenngleich er mit Kirschke große Konkurrenz hat. „Ich bin aber der Ältere, ich habe das Vorrecht“, findet Santl und lacht. „Das werden wir noch sehen“, entgegnet Kirschke, merkt jedoch an: „Ich würde mich genauso für Bernd freuen, wenn er reinkommen sollte.“

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