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    • 06.11.09
    • Kreis Rotenburg
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Wiedersehen mit Austria-Stürmer in Bremen / Von Regenwürmern und einem Polizeistopp in der Fußgängerzone

Diabang hat den RSV nie vergessen

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Kreis-Rotenburg - Von Matthias FreeseBREMEN · Für einen kurzen Moment gehen die Augen zu. Dann beginnt die rechte Hand Schlangenlinien zu fahren. Die Erinnerungen an den täglichen Weg zur Ahe-Sportplatz laufen für Mamadou Diabang wie ein Film ab. „Ich sehe die Stadt noch ganz genau“, sagt der gebürtige Senegalese. Dabei ist es schon über zehn Jahre her, dass er den Rotenburger SV verließ, um Karriere zu machen. Inzwischen kickt der 30-jährige Stürmer beim FK Austria Wien, mit dem er gestern Abend in der Europa League bei Werder Bremen antrat.

Treffpunkt Hotel Hilton, Böttcherstraße: Mamadou Diabang (M.) freut sich riesig über das Wiedersehen mit Richard Steckhan (r.) und Hans-Jürgen Malende, die ihm sein altes RSV-Trikot mit der Nummer 18 mitbrachten.

Treffpunkt Hotel Hilton, Böttcherstraße: Mamadou Diabang (M.) freut sich riesig über das Wiedersehen mit Richard Steckhan (r.) und Hans-Jürgen Malende, die ihm sein altes RSV-Trikot mit der Nummer 18 mitbrachten.

Treffpunkt Hotel Hilton, Böttcherstraße. Die Wiedersehensfreude ist riesig. Ehrlich und nicht gespielt. „Momo“ Diabang muss kurz schauen, nachdenken – dann fällt er Richard Steckhan und Hans-Jürgen Malende nacheinander in die Arme. Der ehemalige Manager des RSV und der damalige zweite Vorsitzende überraschen den Fußball-Profinach dem Abendessen.

„Wie geht es Euch? Und dem Verein?“, will Diabang wissen. Und dann ist es plötzlich wie beim Entrümplen eines Dachbodens. Da werden alte Erinnerungen entstaubt und zurück in die Gegenwart geholt. „Hast Du immer noch Angst vor Regenwürmern?“, fragt Hans-Jürgen Malende. Diabang lacht, bleibt die Antwort aber schuldig.

„Es war schon eine schöne Zeit in Rotenburg. Die erste Station in einem fremden Land vergisst man nie“, sagt er. „Heiko Malende war damals Kapitän, im Tor stand Björn Müller. Und vorne hatten wir noch ‚Schwani‘.“ Zur Rückrunde der Saison 1997/1998 war Diabang zusammen mit Bassirou Sylla gekommen. Eigentlich sollten sie bei Atlas Delmenhorst anheuern, doch dort ging es abwärts. „Also habe ich die beiden da abgeholt“, erinnert sich Richard Steckhan.

Zu Sylla, zuletzt bei Germania Leer unter Vertrag, hat Diabang noch Kontakt. „Vor einer Woche habe ich mit ihm telefoniert“, berichtet er. Und ergänzt: „Fußball ist manchmal Glückssache. Auch ‚Bassi‘ hätte höher spielen können.“

Diabang selbst warfen weder Kreuzband- noch Achillessehnenriss aus der Bahn. Von Rotenburg ging es für den zehnfachen Nationalspieler, der inzwischen einen deutschen Pass besitzt, verheiratet ist und zwei Kinder hat, steil bergauf. Im Sommer 1999 wechselte er zum FC Oberneuland, ein Jahr später hatte der Junge aus Dakar sich seinen Traum erfüllt, war zu Arminia Bielefeld gewechselt und stieg mit den Alm-Kickern in die Bundesliga auf. Mit dem VfL Bochum erreichte er sogar den UEFA-Cup, ehe Kickers Offenbach, der FC Augsburg und seit 2008 Austria Wien als weitere Stationen folgten.

„Die Stadt ist wirklich nett, die Leute sind dort aber ein bisschen zurückhaltend“, urteilt Diabang über die österreichische Hauptstadt. Und er erzählt von der stiefmütterlichen Behandlung seines Clubs: „Was Rapid auch macht – es ist immer super. Wenn wir aber gut spielen, gibt’s trotzdem Kritik.“ Vieles deutet denn auch darauf hin, als sollte der Afrikaner im Sommer wieder nach Deutschland zurückkehren: „Ich bin dann ablösefrei.“

Für Sekundenbruchteile fällt der Blick auf den Flachbild-Fernseher über der Bar – Stuttgart liegt 0:1 zurück. Dann blättert Diabang aufmerksam durch das Rotenburg-Buch, das die RSV-Urgesteine ihm als Andenken mitgebracht haben. Und er wird an seine ersten Versuche mit dem Fahrrad erinnert. „Paul Metternich hatte damals für ‚Momo‘ und ‚Bassi‘ die Räder besorgt. Ich habe mit den beiden dann geübt – wie eine Glucke mit ihren Küken“, schmunzelt Malende. Und Diabang verrät: „Damals hat mich auch die Polizei mal angehalten, weil ich durch die Fußgängerzone gefahren bin.“ Großes Gelächter. Dann werden noch die Telefonnummern ausgetauscht. Es soll nicht das letzte Wiedersehen bleiben – das ist versprochen.

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