Bothels Torwart-Talent ist „in fast allen Bereichen sehr komplett“

Denell macht es seinen Trainern verdammt schwer

Sascha Denell lieferte bisher genügend Argumente, um weiterhin die Nummer eins im Botheler Tor zu sein. - Foto: Freese

Bothel - Von Matthias Freese. Christoph Meinke steht in dieser Woche eine verdammt schwere Entscheidung ins Haus. Der Coach des TuS Bothel muss zusammen mit seinen beiden Co-Trainern Torben Klinger und Dennis Schlifelner entscheiden, wie es im Tor des Fußball-Bezirksligisten weitergehen soll. Nur für die ersten drei Punktspiele hatte sich das Trio bisher festgelegt – und Sascha Denell, der den Vorzug vor Christian Riesebeck erhalten hatte, lieferte insbesondere beim 1:2 am Freitag gegen die TuSG Ritterhude jede Menge Argumente dafür, dass er auch künftig im Kasten bleibt.

„Wir müssen mit beiden Torhütern sprechen“, weiß Meinke. „Beide sind ungefähr auf einem Level. Das ist ein echtes Luxusproblem, was wir haben.“ Jahrelang war Christian Riesebeck im Kasten gesetzt, der 30-Jährige lieferte eigentlich auch nie Gründe für einen Tausch.

Doch jetzt ist Newcomer Denell, elf Jahre jünger, aus der A-Jugend hochgerückt und hat in der Vorbereitung mit starken Auftritten überzeugt. Fast ist es ihm schon unangenehm, dass er den Routinier den Platz weggenommen hat. „Ich würde es Christian auch gönnen“, sagt der Youngster, wenngleich er natürlich hofft, dass er auch weiterhin die Nummer eins sein darf. „Ich denke, beide haben es verdient“, schiebt er hinterher und betont das gute Verhältnis. „Wir verstehen uns super. Außerdem hat Christian nach der Entscheidung ja nicht aufgegeben, sondern weiter Gas gegeben. Das belebt den Konkurrenzkampf und macht es nicht einfach für die Trainer“, findet Denell.

Meinke bezeichnet den angehenden Versicherungskaufmann als „bodenständig“, attestiert ihm eine hohe Trainingsintensität und sagt: „Für mich ist er in fast allen Bereichen sehr komplett. Er spielt den modernen Torwart, steht höher, klebt nicht auf der Linie.“ Und zeigte trotzdem dort gegen Ritterhude großartige Reflexe.

Dabei steht Denell noch gar nicht lange zwischen den Pfosten. Angefangen hatte er als Libero. Als die Stelle der Viererkette zum Opfer fiel, wurde er zunächst Innenverteidiger. Im Alter vom zehn Jahren brach er sich jedoch die Kniescheibe, setzte ein Jahr aus und hatte fortan Probleme auf der operierten Seite. „Also gab es nur die Entscheidung, entweder aufzuhören oder aber etwas zu ändern – da bin ich dann ins Tor gegangen.“

Nach Anfangsschwierigkeiten wurde er mit dem entsprechenden Torwarttraining zunehmend stärker. „Ich habe schon ein Auge dafür, ob ich an den Ball komme oder nicht“, profitiert Denell von seiner Vergangenheit als Feldspieler. Als 16-Jähriger durfte er bereits die Vorbereitung bei der ersten Herren unter Coach Peter Ullrich mitmachen. Vergangene Saison half er bereits ein Mal aus, jetzt holte ihn Christoph Meinke aus seiner eigenen A-Jugend fest ins Team. „Seitdem ich Christoph als Trainer und Sven Beyer als Torwarttrainer hatte, habe ich persönlich einen großen Aufstieg gemacht. Und jetzt habe ich noch einmal einen Sprung gemacht – allein vom Auftreten her“, findet Sascha Denell. Christoph Meinke wird ihm da nicht widersprechen – und muss nun seine bisher wohl schwerste Entscheidung als Trainer des TuS Bothel treffen.

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