1:5 – Rotenburg fliegt nach desolater Vorstellung gegen Etelsen aus Bezirkspokal

Die Demütigung

Bilder sagen mehr als tausend Worte: Timo Kanigowski kann es einfach nicht fassen. Mit 1:5 unterlag der Innenverteidiger und sein Rotenburger SV im Viertelfinale des Bezirkspokals dem TSV Etelsen. - Fotos: Freese

Rotenburg - Von Julian Diekmann. Das war eine Lektion, die gesessen hat. Einsatz, Aggressivität, Torgefahr – in wirklich allen Bereichen war der TSV Etelsen im Viertelfinale des Bezirkspokals überlegen. Die Konsequenz: Der Landesliga-Spitzenreiter kegelte den Klassenrivalen Rotenburger SV vor weniger als 100 Zuschauern mit 5:1 (3:0) aus dessen Ahe-Stadion.

„All das, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir am Ende nicht umgesetzt“, ärgerte sich Rotenburgs Trainer Matthias Rose. Und das, obwohl die Gäste ab der neunten Minute in Unterzahl spielen mussten, nachdem Etelsens Innenverteidiger Philipp Büssenschütt erst die Gelbe Karte wegen Meckerns sah, er seinen Mund dann nicht halten konnte, und Sekunden später von Schiedsrichter Nikolas Wilckens (SV Drochtersen/Assel) mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde.

Von Rotenburgs Stürmer Patrick Hiob (r.) war im Viertelfinalspiel gegen Etelsen wenig zu sehen. Dagegen freute sich Micha Langreder (l.) über den Einzug ins Halbfinale des Bezirkspokals.

Doch vom Platzverweis ließ sich der aktuelle Spitzenreiter der Landesliga nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Nur eine Minute nach der Gelb-Roten Karte ging die Mannschaft von Trainer Dennis Offermann in Führung. Nach einem Konter legte Simon Gloger quer in den Strafraum und der freistehende Katip Tavan musste den Ball nur noch im Tor unterbringen.

Rose hatte zur Überraschung der Zuschauer Neuzugang Patrick Hiob in die Startelf beordert und versucht, Etelsen mit fünf statt wie sonst mit vier Offensivspielern unter Druck zu setzten. Das Experiment scheiterte aber kläglich. Die Gäste waren den Hausherren in allen Belangen überlegen. Hinzu kamen individuelle Fehler, wie zum Beispiel der von Rotenburgs Innenverteidiger Timo Kanigowski, als er auf Höhe der Mittellinie unbedrängt den Ball an Bastian Reiners verlor, dieser an Freund und Feind aufs Tor zu sprintete und aus gut 16 Metern einschoss – 0:2 (23.). Noch vor der Halbzeit kassierte der RSV sogar das 0:3 – dieses Mal verwandelte Yannik Funck einen Freistoß aus rund 18 Metern, bei dem RSV-Keeper Sebastian Lauridsen alles andere als gut aussah.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verpasste Rotenburg den Anschlusstreffer. Yannik Malende traf nach einer Ecke nur das Lattenkreuz (48.). „Das war der Knackpunkt des Spiels“, meinte Rose. Praktisch im Gegenzug kassierten die Hausherren dann das 0:4 (51.). Nach einem Konter zog Einwechselspieler Pascal Kubiak aus halblinker Position ab – wieder sah Lauridsen nicht gut aus. „Danach haben wir die Köpfe hängen gelassen“, erklärte Rose. Und so verwunderte es auch nicht, dass Etelesen nur vier Minuten später auf 5:0 erhöhte. Dieses Mal durfte sich Micha Langreder nach einem mustergültigen Konter in die Torschützenliste eintragen. Zur Ergebniskosmetik trug dann noch der eingewechselte Patrick Klee bei, der nach einer Flanke von Mathis Wulff aus kurzer Distanz einschoss.

„Dass wir unseren Innenverteidiger mit Gelb-Rot verloren hatten, war natürlich eine Katastrophe. Dafür haben wir dann aber eine souveräne Vorstellung geboten und das Glück auf unserer Seite gehabt“, lobte Etelsens Coach Offermann sein Team.

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