32:24 gegen Marienhafe – aber Langen hilft Rotenburg nicht

Applaus, Applaus – auch ohne Aufstieg

Es wurde zugepackt – in mehrfacher Hinsicht: Daniel Jäger (Bild links) versucht Marienhafes Nico Krüger am Wurf zu hindern, während Keeper Yannick Kelm bereits in Position geht. Später kam es auch zum Handgemenge und zur Roten Karte gegen Luka Bruns, der von Coach Nils Muche aber nachher trotzdem gedrückt wurde. - Fotos: Freese

Norden - Nils Muches Blick ging nach oben, dabei klatschte der Coach bester Laune in die Hände und spendete den mitgereisten Fans des TuS Rotenburg ausgiebig Applaus. Seine Verbandsliga-Handballer beglückwünschten sie zunächst selbst und taten es ihm kurz darauf gleich – Enttäuschung sieht anders aus.

Der Aufsteiger von der Wümme hatte zwar den Durchmarsch in die Oberliga als Tabellendritter verpasst, sich aber in Ostfriesland mit einem 32:24 (16:15)-Erfolg bei TuRa Marienhafe aus der Premierensaison in dieser Klasse verabschiedet.

Das zweite Aufstiegsticket sicherte sich im „Fern-Finale“ letztlich der VfL Fredenbeck II, der sich mit dem 29:21 beim TV Langen keinen Ausrutscher mehr erlaubte. „Das ist Fredenbeck zu gönnen – alles hübsch“, kommentierte Muche nach dem Abpfiff und grämte sich keineswegs. Zuvor hatte er noch einmal einen starken Auswärtsauftritt seines Teams in der Conerus-Sporthalle erlebt. Aufgrund von Renovierungsarbeiten musste Marienhafe die Partie im zehn Kilometer entfernten Norden ausgetragen, in einer Spielstätte, die quasi in den Rotenburger Vereinsfarben ausgestattet war – die Wände waren blau-weiß. Und auch sonst kam die Stimmung vor allem von den Rotenburger Unterstützern.

Insgesamt zwölf Siebenmeter, elf Zeitstrafen und zwei Rote Karten – die Statistik spricht für sich. Insbesondere die erste Halbzeit wurde von beiden Teams intensiv geführt. Da wurden die Grenzen des Erlaubten oft mehr als ausgereizt, was daran deutlich wird, dass die Gastgeber in diesem Durchgang sieben Siebenmeter zugesprochen bekamen, aber auch fünf Zwei-Minuten-Strafen kassierten; für Rotenburg gab es hier drei Strafwürfe und ebenfalls fünf Zeitstrafen. Früh brachten die Unparteiischen Hans-Christian van Hoorn (FC Oldersum) und Günther Smolka-Tongers (TuS Weener) nicht nur Marienhafes Coach Victor Pliuto gegen sich auf. Nils Muche attestierte ihnen hinterher allerdings „eine solide Leistung. Bis auf einen Kritikpunkt: Marienhafe durfte solange spielen, bis sie das Tor gemacht haben.“

Luka Bruns hatte nicht gar so viel Verständnis für die Unparteiischen. Auch wenn Ostfriesenwitze inzwischen ja eher aus der Mode gekommen sind, dachte Rotenburgs Rechtsaußen wohl an einen schlechten Scherz, als ihm Referee van Hoorn in der 48. Minute die Rote Karte vor das Gesicht hielt. Der Linkshänder war gleich von zwei Gegenspielern wie ein Sandwich gequetscht worden und hatte sich nicht ganz regelkonform am Boden gegen Menke Poppinga Platz verschafft. Danach gab es ein Handgemenge, an dem mehrere Spieler beteiligt waren. Marienhafe kam durchaus glimpflich, nämlich ungestraft, davon. „Er zieht mich runter, ich will ihn dann von mir runterschubsen und habe hinterher auch mehrere Schläge mitbekommen“, rekapitulierte Bruns die Szenen aus seiner Sicht. Coach Muche kommentierte: „Luka war böse, weil er ja auch gut in die Mangel genommen worden war.“

Marienhafe hatte bereits 13 Minuten zuvor den entscheidenden Rückschlag erlitten: Die dritte Zeitstrafe gegen Leistungsträger Keno Lücken, der unnötig Rotenburgs Keeper Yannick Kelm den Ball entreißen wollte, war der Beginn der besten Rotenburger Phase. „Das hat uns in die Karten gespielt“, gestand Muche. Sein Team zog durch den starken Kreisläufer Christian Hausdorf auf 25:19 davon (47.) – die Vorentscheidung. Aus einem guten Team stachen zudem Keeper Kelm – er hielt allein drei Siebenemeter -, wie gewohnt Linksaußen Lukas Misere mit standardmäßigen zehn Toren sowie Rückraumspieler Daniel Jäger mit fünf Treffern heraus.

„Am Ende haben wir doch noch mit unserer spielerischen Art überzeugt“, meinte Luka Bruns, nachdem auch er anfänglich mehrfach am guten Keeper Jörg Moltzahn gescheitert war. Nils Muche freute sich indes, dass „die taktische Geschichte, die wir in der Pause besprochen haben, eins zu eins umgesetzt wurde“. Die Umstellung auf eine 6:0-Abwehr mit einem aggressiven Mittelblock zahlte sich aus.

Dass letztlich die Fredenbecker Reserve und der TV Langen nicht mitspielten und der Aufstieg dadurch unmöglich wurde, stand nicht mehr in der Macht der Rotenburger.

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