Handball: Kreisläufer erklärt Wechsel von GWD Minden zum TuS N-Lübbecke

Torbrügge will mehr Verantwortung übernehmen

Nils Torbrügge ist vom Kreisnachbarn GWD Minden zum TuS N-Lübbecke gewechselt – vom Auf- zum Absteiger. - Fotos: Pollex

Lübbecke - Von Maik Hanke. Nils Torbrügge wechselt den Arbeitgeber, die Trikotfarbe, von einem Aufsteiger zu einem Absteiger. Nur seinen Wohnort muss er nicht wechseln. Der 24-Jährige Handballer kann weiter in Oerlinghausen leben, wenn er von Bundesliga-Aufsteiger GWD Minden zum Absteiger TuS N-Lübbecke geht. Und auch bei der Liga muss er sich nicht umgewöhnen: Die zweite Bundesliga kennt er – und die kann er.

„Es war relativ schnell klar, als der Anruf kam, dass ich das machen möchte“, sagt Torbrügge. „Ich will Verantwortung in der Mannschaft übernehmen. Ich will jede Spielminute“, erklärt er. Torbrügge will ein zentraler Mann sein – auch wenn es bei einem Team der zweiten statt der ersten Bundesliga ist.

Der Kreisspieler gilt als Defensivspezialist, als sicherer Mann im Innenblock. Im Offensivspiel hapert es allerdings – noch. Beim TuS N-Lübbecke will er zeigen, dass er sich steigern kann, dass er auch offensiv eine Alternative ist.

Neue Chance in der Offensive

Diese Chance hätte er bei GWD Minden in der kommenden Saison wohl nicht bekommen. Und auch in der Defensive wäre Torbrügge nicht gesetzt gewesen. Mit Joakim Larsson und Magnus Gullerud hätte er gleich zwei starke Konkurrenten auf seiner Position gehabt.

Jetzt also der Wechsel nach Lübbecke. Torbrügge weiß, dass der dortige neue Trainer Aaron Ziercke auf ihn setzt. Auch Innenblock-Partner Piotr Grabarczyk – den Torbrügge als Abwehrchef sieht – ist eigentlich kein Mann für die offensive Rolle am Kreis. Das ist Torbrügges Chance.

Beim öffentlichen Training präsentierte sich Nils Torbrügge (r.) mit Jens Bechtloff und den anderen Spielern den Fans.

Ziercke kennt Torbrügge schon lange. Aus der A-Jugend bei GWD, aus der zweiten und der ersten Mannschaft. 2012 sind sie gemeinsam aus der zweiten in die erste Liga aufgestiegen. Ziercke stand damals als Co-Trainer an der Seitenlinie. Für Torbrügge war es das erste Jahr in der ersten Senioren-Mannschaft. Ziercke ist nun in höherer Position, und Torbrügge ist einen Schritt weiter.

In der vergangenen Saison war der Kreisläufer bei GWD Minden Stammkraft. Er stand in allen 40 Ligaspielen auf der Platte. Insgesamt warf der 1,96-Meter-und-100-Kilo-Mann 35 Tore. Dass er aber vor allem ein harter Zweikämpfer in der Defensive ist, zeigen die Zahlen: Er kassierte in der abgelaufenen Spielzeit mit 28 die meisten Zeitstrafen im Team, sah 21-mal die Gelbe Karte – der zweithöchste Wert in der Mannschaft. Einmal gab es Rot.

Torbrügge ist ein harter Bursche – und in der Vorbereitung wird er wie seine Mitspieler auch hart rangenommen. „Es war die knackigste erste Woche, ich bisher mitgemacht habe“, sagt Torbrügge. Ziercke, der als ausgesprochener Fitness-Fan gilt, lässt viel laufen, viel an der Kondition arbeiten.

„Arbeitsklima ist sehr, sehr positiv“

Torbrügge ist bisher mit seinem Wechsel zum TuS N-Lübbecke rundum zufrieden. „Das Arbeitsklima ist sehr, sehr positiv“, findet er. Die Teamstruktur sei anders als in Minden. Sehr viele Spieler sind neu, viele sind in einem ähnlichen Alter. Das erleichtere den Einstieg für ihn und wahrscheinlich auch für die anderen.

Gelegentlich unternehmen die Spieler schon privat etwas miteinander, und Torbrügge ist einer, der anderen hilft, wenn er kann: vor allem den neuen ausländischen Spielern, die noch kein Deutsch können.

Zurzeit befindet sich die Mannschaft im Trainingslager in Wilhelmshaven. Dort soll der völlig neu zusammengestellte Kader zu einer echten Mannschaft reifen, dort will Aaron Ziercke seine Mannschaft fit für die neue Saison machen.

Der direkte Wiederaufstieg ins deutsche Handball-Oberhaus, das hat Ziercke bereits gesagt, sei keine Pflicht. Wenn er aber gelingen sollte, nimmt ihn jeder gerne mit. 2012 und 2016 hat Nils Torbrügge den Bundesliga-Aufstieg schon erlebt. „Es wäre schön, wenn es im dritten Jahr genauso funktioniert“, sagt er.

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