Rhein-Neckar Löwen gewinnen beim TuS N-Lübbecke die Deutsche Handball-Meisterschaft

Goldener Regen für gelbe Helden

Uwe Gensheimer ist nach 13 Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen am Ziel seiner Träume. Zum Abschied – er wechselt zur neuen Saison zu Paris Saint-Germain – durfte der Kapitän erstmals in seiner Karriere die Meisterschale in die Höhe recken. - Fotos: Pollex

Lübbecke - Von Maik Hanke. Es regnete Gold, als Uwe Gensheimer die Schale in die Höhe reckte. Ausgerechnet beim sportlichen Tabellenletzten, dem längst abgestiegenen TuS N-Lübbecke, wo es zuletzt reichlich wenig zu feiern gab, haben sich die Rhein-Neckar Löwen die Deutsche Handball-Meisterschaft gekrallt. Nach einem einseitigen letzten Saisonspiel am Sonntag feierte der Liga-Primus die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Uwe Gensheimer (l.) und Alexander Petersson feierten ausgelassen nach dem Abpfiff.

„Natürlich ist es ein schönes Gefühl, das geschafft zu haben“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen nach dem 35:23 (17:10)-Sieg. „Der Verein hat lange auf den Titel gewartet.“ Jacobsen lobte die „fantastische Stimmung“ in der Merkur-Arena und die rund 1500 mitgereisten Fans. „Das ist eine unglaubliche Kulisse hier. Das war für uns ein Heimspiel.“ Tatsächlich war von Anfang an alles in Lübbecke auf eine meisterliche Feier ausgerichtet. Schon zwei Stunden vor dem Spiel war die Merkur-Arena und sein Umkreis fest in gelber Hand. Zu Spielbeginn hatte bereits niemand in der Halle auch nur den leisesten Zweifel, dass irgendetwas schief gehen könnte.

Angetrieben von Spielmacher Andy Schmid, der vor der Partie zum dritten Mal in Folge zum besten Spieler der Bundesliga gekürt wurde, zeigten die Rhein-Neckar Löwen den Gegnern von Anfang an, wie die Rollen in diesem Spiel verteilt sind. Der werdende Deutsche Meister lag bereits nach sieben Minuten mit 5:1 gegen den Absteiger vorn.

Gegen die 6:0-Deckung um den Innenblock mit Nationalspieler Hendrik Pekeler und Gedeon Guardiola fanden die Lübbecker von Beginn an kein Mittel. Zu oft verdichteten die Lübbecker das Spiel in der Mitte. Dazu schlichen sich bei Pässen, die die Defensive aufbrechen sollten, Ungenauigkeiten ein, und Schüsse aus dem Rückraum führten nur selten zum Ziel.

Die Lübbecker verkürzten zwar bis zur zehnten Minute auf 4:6, doch dann zogen die Löwen allmählich davon: Stand es nach einer Viertelstunde noch 6:9, erhöhte die Mannschaft mit Sitz in Mannheim auf 9:15 in der 27. Minute. Mit einem Sieben-Tore-Unterschied ging es beim Stand von 10:17 in die Pause. In der zweiten Halbzeit war die Spannung dann endgültig raus bei den Lübbeckern.

Für Tim Suton (Mitte) und den TuS N-Lübbecke war gegen die Löwen-Defensive kaum ein Durchkommen.

Tor um Tor bauten die Löwen ihre Führung aus. Harald Reinkind erhöhte erst auf einen Acht- (37.), dann auf einen Neun-Tore-Vorsprung (40.). Aber selbst dabei sollte es nicht bleiben – bis zum Ende sollten sich die Löwen einen Abstand von 13 Toren verdienen. Den umjubelten Schlusspunkt setzte Uwe Gensheimer, Kapitän der Löwen, der nach 13 Jahren im Verein endlich am großen Ziel angekommen ist und ruhigen Gewissens zu Paris Saint-Germain wechseln kann.

Und dann war Party angesagt: Unter ohrenbetäubendem Jubel der Zuschauer ging das Match zu Ende. Die Lübbecker zogen sich daraufhin still zurück und überließen dem Meister die Bühne.

Riesenjubel bei Patrick Groetzki. Kurz vor dieser Aufnahme war er bereits auf einen Presse-Tisch gesprungen.

Nach dem Spiel lobte der scheidende TuS-Trainer Goran Perkovac den verdienten Meister: „Die ganze Mannschaft macht einfach Spaß  zuzugucken. Da darf man keinen Spieler aus dieser Mannschaft herausheben“, sagte Perkovac über das Kollektiv. „Das ist Weltklasse.“ Perkovac sagte, dass er sein Ziel, die Klasse zu erhalten, verfehlt habe. Er versuchte dem Abstieg zum Schluss aber noch etwas Positives abzugewinnen: „Es ist eine große Chance für den Verein, sich richtig zu stabilisieren.“

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