Fußball-Kreisliga-A: Unsportliche Szenen in Stemwede / Kellerkinder glücklos

Patrick Hölscher verdient sich mit fairer Geste viel Respekt

+
Die „Einschüchterungsversuche“ des großen Bruders Christopher nutzten nichts. Am Ende setzten sich Florian Bänsch und sein VfB Fabbenstedt durch. 

Wehdem - Von Willi Pries. Der achte Spieltag in der Fußball-Kreisliga-A bot einiges an Unterhaltungswert und lieferte einiges an Gesprächsstoff. Eine Szene dürfte wohl nicht nur beim TuS Gehlenbeck diskutiert worden sein: Der geschenkte Elfmeter von Gehlenbecks Kapitän Patrick Hölscher, der beim Rückstand von 1:2 den Ball zum gegnerischen Torwart zurück schubste, anstatt den Ausgleichstreffer zu versuchen.

„Es haben zunächst nicht alle mitbekommen, dass er den Elfer herschenken will. Dementsprechend waren einige Mitspieler und auch wir an der Außenlinie etwas irritiert“, beschrieb Gehlenbecks Coach Zapatka die kuriose Situation. „Aber wir haben das später im Kreis der Mannschaft besprochen und es gibt da auch keine zwei Meinungen. Die Entscheidung von Patrick war richtig.“

Der sportliche Wettkampf, hier ein Kopfballduell zwischen Daniel Hegerfeld (links) und Thomas Suckau, trat in der Partie TuS Stemwede - TuRa Espelkamp zeitweise wegen unsportlicher Szenen in den Hintergrund. 

Zuvor hatte Holzhausens Abwehrspieler Martin Lidke den Ball nach einem Freistoß im Strafraum gefangen, da zwei Spieler nach einem Zusammenprall benommen waren. Schiedsrichter Sasse-Westermann hatte den Vorfall und die Rufe der Mitspieler scheinbar nicht wahrgenommen und den Freistoß ausführen lassen. „Den Ball dann einfach zu fangen, ist vielleicht auch nicht die beste Entscheidung, es hätte ja durchaus auch eine rote Karte dafür geben können“, so Zapatka. Nach einigen Diskussionen entschied sich Gehlenbecks Kapitän, dieses Missverständnis nicht auszunutzen und den Ball fair zurück zu schieben, wofür er viel Beifall der Gegner erntete. „Es wäre natürlich super, wenn andere Mannschaften das als Vorbild nehmen und den Fair-Play-Gedanken aufgreifen“, wünscht sich Gehlenbecks Trainer Zapatka für die Zukunft. Bei einigen Situationen in dieser Saison habe er dieses Verhalten beim Gegner vermisst.

Wenig fair ging es teilweise im Spiel des TuS Stemwede gegen TuRa Espelkamp zu. Größter Aufreger war eine üble Grätsche von TuRas Danny Stoll gegen Stemwedes Kapitän Ananda Nottbeck. Er traf Nottbeck bei dessen Befreiungsschlag am eigenen Strafraum am Knöchel, der Stemweder fällt mit einem Außenbandriss einige Wochen aus. Nicht weniger gefährlich war in der Schlussphase eine Aktion von Jens Thiesing, der mit beiden Beinen voraus in Danny Stoll grätschte, diesen aber glücklicherweise nicht voll traf. Schiedsrichter Celik schickte Thiesing mit Rot vom Feld. „Er hat eine Verletzung des Gegners in Kauf genommen, dafür gibt es Rot“, begründete der Unparteiische seine Entscheidung gegenüber Stemwedes Trainer Sven Kassen. „Das ist schon korrekt, die Karte kann man geben. Es war auch völlig unnötig, bei dem Spielstand so in den Zweikampf zu gehen“, nahm Kassen seinen oft übermotiviert wirkenden Spieler in die Verantwortung. Die Stemweder freuten sich zwar über den 4:1-Sieg und drei Punkte, es lag aber ein leichter Schatten über dem Erfolg, der den Aufsteiger bis auf Tabellenplatz vier schob. „Es hätte sogar noch ein Platz höher sein können, wenn die Varler nicht gewonnen hätten“, meinte Kassen.

TuS Gehlenbecks Kapitän Patrick Hölscher geht mit gutem Beispiel voran. Gegen den SuS Holzhausen verschoss er trotz Rückstands seiner Mannschaft absichtlich einen fragwürdigen Strafstoß.  

Union Varl tat sich lange Zeit schwer, geriet gegen Vehlage früh in Rückstand und vergab viele Chancen. Erst mit einem verwandelten Strafstoß, den der zuvor selbst gefoulte Andre Lange verwandelte, war der Bann gebrochen. Ein Eigentor der Gäste und das 3:1 von Jonas Hörnschemeyer sicherten den späten Erfolg. „Aufgrund der späten Tore kann man vielleicht von etwas Glück sprechen, aber das haben wir uns nach dem Rückstand eben auch erarbeitet“, so Varls Mario Lange nach dem Spiel.

Ohne Glück bleiben weiterhin die beiden Schlusslichter Rahden und Blasheim. Die Rahdener konnten in Oberbauerschaft nichts holen. Da halfen auch der neue Trainer Matthias Pätkau und der Führungstreffer von Erik Peper nicht. „Wir waren erst etwas unsortiert, aber danach in allen Belangen überlegen“, beschrieb BWO-Coach Daniel Bönker den Spielverlauf. Mit 4:1 fuhr sein Team am Ende einen deutlichen Erfolg ein.

Wesentlich knapper ging es beim BSC Blasheim zu. Das Team von Trainer Sebastian Numrich verlor mit 4:5 in Schnathorst, obwohl es einen optimalen Start erwischt hatte. Bereits nach zehn Minuten sah SVS-Torhüter Florian Niehaus die rote Karte nach einer Notbremse, und Blasheims Kevin Greve verwandelte den fälligen Strafstoß zum 0:1. „Danach meinten wir scheinbar, dass es ein Selbstläufer wird“, so Numrich, dessen Mannschaft mit dem Sieg gegen den Bezirksligisten Dielingen im Pokal für eine Überraschung gesorgt hatte. Doch die Schnathorster kämpften sich in Unterzahl ins Spiel zurück und drehten die Partie verdient.

Auch der VfB Fabbenstedt drehte beim 5:3 gegen den bisherigen Tabellenführer SSV Pr. Ströhen einen Rückstand, jedoch wesentlich spektakulärer. „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich habe in meiner Laufbahn schon einiges gesehen. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, war SSV-Coach Andre Krause später fassungslos. Sein Team führte zur Pause sicher mit 2:0 in Fabbenstedt und legte nach dem Seitenwechsel sogar das 3:0 nach. „Normalerweise ist ein Spiel dann durch“, so Krause. Doch die Pr. Ströher luden die Fabbenstedter durch teilweise haarsträubende Fehler ein und kassierten in nur fünf Minuten drei Treffer von Felix Droste. „Da hat die ganze Defensive inklusive Torhüter schlecht ausgesehen“, bemängelte Krause. Die Gastgeber bekamen nun Oberwasser, der SSV stand sich auf den eigenen Füßen, kassierte zwei weitere Treffer und war die Tabellenführung los. „Wir konnten auf einmal nicht mehr Fußball spielen. Das müssen wir am Dienstag beim Training aufarbeiten und die Niederlage schnell aus den Köpfen bekommen“, blickte Krause nach vorn.

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Kommentare