TuS Stemwede nach dem 1:1 gegen den TuSpo Rahden

Kassen: „Euphorie ist jetzt noch größer“

Die ausgewechselten Stemweder Ananda Nottbeck (r.) und Nils Kaes trieben ihr Team von der Seitenlinie aus an.

Wehdem - Von Maik Hanke. „Was ich in den vergangenen Jahren nicht alles an vergebenen Chancen gesehen habe...“, sagt Sven Kassen mit einem Lachen, „daran habe ich mich langsam gewöhnt.“ Das Match in der Fußball-Kreisliga A gegen den TuSpo Rahden am vergangenen Sonntag war wieder eines dieser frustrierenden Spiele. „Wir hätten noch fünf, sechs Stunden spielen können und der Ball wäre nicht reingegangen“, sagt Trainer Kassen über das 1:1-Unentschieden seines TuS Stemwede. Dabei gaben seine Spieler alles – auf und neben dem Platz.

Drei Gesichter von Frust bei Stemwedes Trainer Sven Kassen: In der zweiten Hälfte hatte der Aufsteiger den TuSpo Rahden am Rande einer Niederlage – vergab aber mehrere Großchancen. - Fotos: Hanke

Die Bilder von Cristiano Ronaldo im Fußball-EM-Finale, wie er als selbsternannter Co-Trainer seine Mitspieler zum Titel pushte, gingen um die Welt. Ähnliche Szenen spielten sich am Sonntag in Wehdem ab. Ananda Nottbeck, Kapitän von A-Ligist TuS Stemwede, hatte sich im Spiel gegen den TuSpo Rahden wenige Minuten vor Ende erschöpft auswechseln lassen – und lief an der Seitenlinie nochmal zu Hochform auf. Er tigerte die Seitenlinie hoch und runter, peitschte seine Mitspieler an, rannte mit letzter Kraft ins Aus gegangenen Bällen hinterher. Geholfen hat es nichts. Die Stemweder mussten sich mit einem 1:1 gegen den TuSpo zufrieden geben.

„Das dulde ich schon“, sagt Sven Kassen über Nottbeck. „Das erwarte ich von meinen Spielern sonst ja auch auf dem Feld.“ Insgesamt kann Kassen seine Mannschaft nur loben, auch wenn es nicht der erhoffte vierte Saisonsieg für den Aufsteiger wurde: „Die Einstellung war ganz klar positiv. Das Spiel war super. Aber wir hatten einfach nicht die Fortune auf unserer Seite.“

Die ausgewechselten Stemweder Ananda Nottbeck (r.) und Nils Kaes trieben ihr Team von der Seitenlinie aus an.

Daniel Hegerfeld hatte Stemwede kurz vor der Halbzeit 1:0 in Führung gebracht. In der zweiten Hälfte erwies sich der TuSpo als brutal effizient. Die Mannschaft von Spielertrainer Martin Neumann kam einmal vors Tor – und Felix Wriedt nutzte prompt die Chance zum 1:1. Während die Rahdener danach versuchten, hinten dicht zu machen, und ihrem zweiten Saisonpunkt entgegenfieberten, stürmten die Stemweder an. Die wohl beste Chance hatte Ananda Nottbeck. Bei einem Angriff über die rechte Seite, stieß der Abwehrmann in den Strafraum vor, bekam die Flanke punktgenau auf den Kopf serviert – und köpfte aus kurzer Distanz doch übers Tor.

Während sich die Rahdener über den Schlusspfiff und den zweiten Punkt der Saison freuten und den letzten Tabellenplatz verließen, hat der gut gestartete TuS Stemwede nun das zweite Spiel in Folge nicht gewinnen können. Für Sven Kassen nach drei Siegen zum Saisonstart überhaupt kein Problem.

„Die Euphorie im Team ist jetzt sogar noch größer“, sagt Kassen. „Alle sind noch galliger, oben dran zu bleiben.“ Stemwede ist Tabellenfünfter, hat gemeinsam mit drei anderen Teams zehn Punkte auf dem Konto und liegt nur drei Zähler hinter Tabellenführer SSV Pr. Ströhen. 

Am kommenden Sonntag geht es für den TuS Stemwede zum BSC Blasheim – die Mannschaft, die der TuSpo Rahden nun auf den letzten Tabellenplatz verdrängte. Dort peilt Stemwede wieder einen Sieg an, doch Kassen warnt: „Die Tabelle lügt ein bisschen.“ Blasheim hätte die meisten Spiele knapp verloren und sei sicher nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt. „Unterschätzen dürfen wir die auf keinen Fall.“ Spannend wird das Spiel für Kassen auch, weil es gegen seinen Ex-Trainer aus Varler Zeiten Sebastian Numrich geht. „Wir waren jahrelange Weggefährten. Ich weiß, wie er tickt“, sagt Kassen. Dass ihm das viel weiterhilft, glaubt er indes nicht.

Vielleicht kann er aber noch ein paar Geheiminfos abstauben: Kassen fährt gemeinsam mit Numrich und ein paar anderen Kumpels am Sonnabend nach Dortmund, zum Bundesligaspiel gegen Darmstadt. Dort werden sie wohl kaum drum herum kommen, auch über das anstehende Spiel zu sprechen. „Aber wahrscheinlich erzählen wir mehr dummes Zeug“, freut sich Kassen.

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