Sechs neue Fußballer für die Herren-Teams

Flüchtlinge beim TuS Stemwede: „Es gilt das Leistungsprinzip“

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Der TuS Stemwede hat extra eine Trainings-Gruppe für Flüchtlinge eingerichtet. Einige der Spieler sollen in die Herren-Teams rücken.

Stemwede - Von Maik Hanke. „Es ist ziemlich viel Papierkram“, sagt Marek Boguschewski. Ein Flüchtling integriert sich nicht mal eben so in einen Sportverein. Klar, mittrainieren kann jeder, aber offiziell im Spielbetrieb mitzuspielen, ist schon komplizierter. Für sechs Flüchtlinge soll es in der kommenden Saison aber soweit sein, berichtet der Geschäftsführer des TuS Stemwede. Sie sollen in der nächsten Spielzeit regulär zum Einsatz kommen.

Karl-Heinz Eikenhorst (r.) übergibt die Spende im Namen der DFB-Stiftung Egidius Braun an Marek Boguschewski.

Es ist das Ergebnis einer gelungenen Integration beim TuS Stemwede. Rund 15 Flüchtlinge – mal mehr, mal weniger – trainieren jeden Mittwochabend beim TuS Stemwede unter der Leitung von Sören Klimek, Jan-Marven Marten, Alexander Zahnow, Florian Helling. Zur Unterstützung ihres Engagements hatte Boguschewski kürzlich eine Spende in Höhe von 500 Euro entgegengenommen. Fußballkreis-Vorsitzender Karl-Heinz Eikenhorst übergab sie ihm im Namen der DFB-Stiftung Egidius Braun (wir berichteten).

Die Idee eines Flüchtlings-Trainings sei aus der Not geboren, sagt Boguschewski. Als nur ein paar Flüchtlinge da waren, konnten sie noch unter Sven Kassen beim regulären Training der Senioren mitmachen. „Aber es ist unmöglich, 15 auf einmal unterzubringen“, erklärt Boguschewski. Deswegen wurde eine Trainingsgruppe für die Flüchtlinge gegründet. Dort können sie besser an den Sport herangeführt werden.

„Fußballspielen können die alle“, sagt Coach Jan-Marven Marten, und Marek Boguschewski ergänzt: „Sie sind unheimlich ballverliebt, haben aber noch nicht so das taktische Verständnis.“

Ein Problem ist auch noch die Sprache. Deswegen soll mit dem Geld der DFB-Stiftung unter anderem ein Deutschkurs finanziert werden. Eine Germanistik-Studentin aus dem Verein sei bereit, den Kurs zu leiten. Dort sollen die Flüchtlinge unter anderem auch das nötige Fußballvokabular lernen.

Nach einigen Monaten Training seien einige Spieler jedenfalls so weit, dass sie bei den drei Herren-Teams im Saisonbetrieb zum Einsatz kommen könnten. Das Zeug für die zweite Mannschaft hätten einige Spieler auf jeden Fall, sagt Boguschewski.

Noch ist aber der Papierkram zu erledigen. Von sechs Spielern liegen dem Verein mittlerweile die offiziellen Meldebestätigungen vor. Sie dürfen für mindestens ein Jahr in Stemwede bleiben.

Für die Männer – drei aus Nigeria, einer aus Ghana, einer aus Guinea, einer aus Afghanistan – wurde jetzt die Spielerlaubnis beantragt. Der Landesverband muss nun innerhalb eines Monats versuchen zu prüfen, ob die Spieler in ihren Heimatländern schon bei einem Verein gemeldet sind, und wenn ja, ob es dort Einwände gibt, dass die Spieler beim TuS Stemwede zum Einsatz kommen.

Bis Saisonstart soll das geklärt sein. Dann dürfen die Flüchtlinge im Saisonbetrieb in einem der Teams zum Einsatz kommen. „Das normale Leistungsprinzip gilt“, sagt Boguschewski. „Zwei Spieler planen wir direkt zum Saisonstart in der zweiten Mannschaft ein.“ 

han

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