TuS N-Lübbecke ist ein verdienter Absteiger aus der Handball-Bundesliga

Am Ende feiern immer die anderen

Gabor Langhans (v.r.), Tom Wetzel und Jannik Borcherding schauen wie viele andere Spieler des TuS N-Lübbecke der Meisterfeier der Rhein-Neckar Löwen zu. Die Drei werden den Verein zur neuen Saison verlassen. - Foto: Hanke

Lübbecke - Von Maik Hanke. Sie rissen die Schale hoch, lagen sich in den Armen, sprangen auf Tische und tanzten mit den Fans: Die Rhein-Neckar Löwen feierten am Sonntag in der Merkur-Arena ihre erste Deutsche Handball-Meisterschaft. Wieder verdammt, anderen beim Feiern zuzugucken, war dabei der TuS N-Lübbecke. Es war ein Sinnbild für eine miserable Saison, die zurecht mit dem Abstieg endete.

Ganz klar, die Rhein-Neckar Löwen spielen in einer anderen Liga als die Lübbecker – demnächst sogar offiziell –, aber nicht nur mussten die Lübbecker am Ende des Spiels der gegnerischen Mannschaft gratulieren: Wieder waren sie zuvor die klar unterlegene Mannschaft. Mit 35 Gegentoren war es die schlechteste Defensivleistung der TuS in der Saison, nie hat der Verein in der Saison höher verloren als beim 23:35 am Sonntag.

Eine Statistik, die zum Ende der Saison passt. Mickrige acht Punkte und nur zwei Siege brachte der Verein in einer Saison zustande, in der der Klassenerhalt so leicht war wie selten zuvor. Der HSV Hamburg stand wegen des Lizenzentzugs früh als Absteiger fest, und die Vereine bis Platz zwölf schafften allesamt keine 20 Punkte. Dem TVB 1898 Stuttgart reichten am Ende gerade einmal 14 Punkte für den Klassenerhalt.

Der TuS N-Lübbecke hatte während der gesamten Saison nie in die Spur gefunden. Da halfen auch zwei Trainerwechsel – von Goran Suton zu den Interimstrainern Zlatko Feric und Hans Georg Borgmann und im Winter zu Goran Perkovac – nichts.

Hoffnung keimte nach ordentlichem Start in die Rückrunde nur kurz auf. Die Schlüsselspiele gegen Leipzig und den Bergischen HC gingen verloren. Somit war der Abstieg schon lange vor Saisonende nur eine Formalie.

„Ich gehe heute sehr traurig aus der Halle“, sagte Perkovac nach dem letzten Spiel am Sonntag dieser Zeitung. „Ich habe nicht das erreicht, was ich mir vorgenommen habe.“ Hätten sich die Stammkräfte Gabor Langhans und Vuko Borozan nicht langfristig verletzt, hätte seine Mannschaft eine deutlich bessere Chance auf den Klassenerhalt gehabt, glaubt Perkovac. So war der Qualitätsverlust trotz mehrerer Neuzugänge in der Winterpause nicht zu verkraften.

Perkovac selbst geht jetzt erst einmal zurück zu seiner Familie in die Schweiz, hofft aber zukünftig auf ein weiteres Engagement in der Bundesliga. „Ich bin offen für alles, mache jetzt aber eher erst mal Urlaub“, sagte er.

Beim TuS steht derweil ein großer Umbruch an. Nicht nur Perkovac muss gehen: Ein Großteil der Mannschaft zieht einen Wechsel dem Abstieg vor. Außerdem muss sich sich der Verein intern neu aufstellen. Wie am Sonntag bekannt wurde, muss ein ernstlich erkrankter Geschäftsführer Uwe Kölling zurücktreten.

Appel ersetzt Kölling interimsweise

Torsten Appel, bisher zuständig für Marketing und Sponsoring, übernimmt interimsweise Köllings Posten. Er sei kurzfristig gefragt worden, bestätigte Appel. Wie es weitergeht, könne er noch nicht genau sagen: „Viele Gespräche werden in den nächsten Wochen anstehen.“

Bevor Kölling ging, hatte er aber noch einen ganzen Berg an Arbeit erledigt: Er plante fast den kompletten Kader für die kommende Saison durch und verpflichtete viele neue Spieler. Appel sagte, es stehe nur noch eine einzige Verpflichtung aus.

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