Fußball-Kreisliga B: Der große Saisonrückblick

Einer überragt – andere mit Luft nach oben

Der TuS Stemwede feierte drei Fußball-Meisterschaften in dieser Saison – darunter auch die ersten Herren in der B-Liga. - Foto: Pollex

Wehdem - Von Timon Ewald. Trotz einiger Spielausfälle in der Hinrunde und einem daraus resultierenden straffen Spielplan in der zweiten Saisonhälfte durften sich die Mannschaften aus dem Nordkreis pünktlich in die verdiente Sommerpause verabschieden. Besonders zufrieden kann der TuS Stemwede auf die abgelaufene Spielzeit in der Fußball-Kreisliga B zurückblicken.

Der TuS Stemwede mit der stärksten Defensive der Liga darf nach der Meisterschaft in der kommenden Saison im Kreisoberhaus um Punkte kämpfen. Die Reserve des TuSpo Rahden hingegen muss nach nur einem Jahr Ligazugehörigkeit den Gang in die Kreisliga C antreten. Gerade noch dem Abstieg von der Schippe gesprungen ist die zweite Mannschaft des TuS Dielingen, die nach zwei Entscheidungsrunden am Ende doch in ihr 14. B-Liga-Jahr in Folge gehen darf.

„Mit einer solch grandiosen Saison hatte ich nicht gerechnet“, gestand Stemwedes Spielertrainer Sven Kassen nach einer Saison zum Einrahmen. „Wir wollten zwar oben angreifen, aber dass dieses Vorhaben so erfolgreich war, ist überwältigend.“

Mit sieben Punkten Vorsprung konnten sich die Stemweder am Ende gegen den Verfolger aus Pr. Oldendorf durchsetzen. Wichtig war laut Kassen insbesondere der hervorragende Start: „Bereits unser erstes Spiel haben wir mit 5:0 gegen Levern gewonnen. Dieser Erfolg gegen einen Mitkonkurrenten gab uns Auftrieb für die weiteren Aufgaben. Die Mannschaft hat im Saisonverlauf eine echte Siegermentalität entwickelt und wollte jedes Spiel noch besser als das vorherige bestreiten.“

Im April setzte der TuS Eintracht Tonnenheide beim 14:0 gegen den FC Preußen Espelkamp II ein dickes Ausrufezeichen. - Foto: Pollex

In der Kreisliga A betritt der Verein ab der kommenden Saison Neuland, was für Kassen aber keine Hürde darstellt: „Obwohl wir Aufsteiger sind, haben wir eine enorme Qualität im Kader und vertrauen auf unsere eigenen Stärken. Meine Jungs werden aufgrund der geringeren Erwartungshaltung befreit aufspielen können.“ Bei der Umsetzung seines Plans wird Kassen auch auf Verstärkungen bauen können. Den Namen seines neu verpflichteten Wunschspielers wollte er allerdings noch nicht bekanntgeben.

Nach einer lediglich durchwachsenen Hinrunde brauchte sich der TuS Eintracht Tonnenheide nicht mehr mit dem Aufstieg zu befassen. Vielleicht aber gerade deshalb zeigte die Mannschaft von Wolfgang Wischmeyer in der Rückserie eine beachtliche Formsteigerung.

Zwölf Siege aus 15 Spielen bedeuteten Platz zwei in der Rückrundentabelle und Platz vier insgesamt. Wischmeyer: „Nach der verkorksten Hinrunde mit vielen unnötigen Punktverlusten haben wir auch aufgrund des geringen Drucks nach der Winterpause zum Glück den Spaß am Fußball wiedergefunden. An der Konkurrenz aus Stemwede und Oldendorf wäre aber eh schwer vorbeizukommen gewesen. Beide Teams haben eine sehr starke Serie hingelegt.“

Dass in seiner Mannschaft einiges an Potential steckt, haben Siege gegen die beiden Spitzenreiter gezeigt. In Pr. Oldendorf kam man dabei nach einem 0:2-Rückstand und ohne fünf Stammkräfte noch zu einem 4:2-Sieg. Im kommenden Jahr nimmt die Eintracht somit den nächsten Anlauf auf den Aufstieg und hat sich dafür erstklassig verstärkt. Torben Kreienbrock wird Wischmeyer als Co-Trainer auf dem Platz unterstützen. Seiner Meinung nach kann der ehemalige Landesliga-Spieler der entscheidende Faktor werden.

TuS Levern zeigt zwei Gesichter

Wischmeyer: „Ich erhoffe mir von der Verpflichtung, dass wir auch die engen Partien für uns entscheiden können. Weitere Verpflichtungen werden wir wahrscheinlich nicht tätigen. Teil der Philosophie des Vereins ist es, vorrangig den Jugendspielern Chancen in der ersten Mannschaft zu geben.“

Im April setzte der TuS Eintracht Tonnenheide beim 14:0 gegen den FC Preußen Espelkamp II ein dickes Ausrufezeichen. - Foto: Pollex

Nur eine Platzierung schlechter landete der TuS Levern. Trotzdem klaffte eine Lücke von 17 Punkten zwischen beiden Kontrahenten. „Natürlich herrscht in der Mannschaft eine schlechtere Gemütslage, auch wenn man bedenkt, dass wir letztes Jahr dieselbe Platzierung erreicht haben, damals aber 14 Punkte mehr hatten“, sagt Trainer Sebastian Schmidt. „Grund dafür waren nicht zuletzt schwere Verletzungen von Leistungsträgern wie Lars von der Wellen oder Dennis Kröcker, die leider nicht kompensierbar waren.“ Gerade gegen Mannschaften aus unteren Tabellenregionen habe man viele Punkte eingebüßt.

Manchmal zeigten die Blau-Weißen auch mitreißenden Fußball. „Beim 4:1 gegen Tonnenheide haben wir toll gespielt. Dieses Spiel sollte der Maßstab für die kommenden Aufgaben sein.“ Der Blick geht somit optimistisch nach vorn. Schmidt: „Der Aufstieg ist bei unserem schmal besetzten Kader noch nicht Pflicht, aber ich denke, wir sollten um eine Top-drei-Platzierung mitspielen.“ Dabei helfen soll neben Neuverpflichtung Dolay Selami Oglou aus Dielingen auch Marius Helmich, der vom Landesligisten TuS Tengern zu seinem Heimatverein zurückkehrt.

Seyhan hadert mit „vielen Kleinigkeiten“

Der scheidende Coach des FC Oppenwehe, Vedat Seyhan, hatte sich vor der Saison einiges mehr ausgemalt als den neunten Tabellenrang. Allerdings fehlten zum Schluss nur fünf Punkte auf den ersehnten Rang fünf. Seyhan: „Schlussendlich hätten wir sicherlich 15 Punkte mehr haben können. Schuld waren meiner Meinung nach viele Kleinigkeiten, die die Moral der Mannschaft negativ beeinflusst haben. Das beginnt bei der Zuverlässigkeit und hört beim Siegeswillen auf.“

Dass seine Mannschaft durchaus fähig ist, mit der richtigen Einstellung auch schwierige Spiele zu gewinnen, zeigte sie beispielsweise beim Auswärtssieg in Tonnenheide. „Dort haben wir gekämpft bis zum Umfallen, obwohl wir Verletzungen kompensieren mussten.“

Um neuen Zug in die Mannschaft zu bringen, gibt Seyhan das Trainer-Amt an den ehemaligen Pr. Ströher Coach Toni Trucco ab. „Toni kennt die Mannschaft bereits gut, weshalb ich hoffe, dass er einen besseren Job macht als ich. Die Mannschaft muss ihm aber auch helfen und den Willen zeigen, seine Ideen umzusetzen. Dabei wünsche ich ihm alles Gute“, so Seyhan über seinen Nachfolger.

Während der ersten Mannschaft der umjubelte Aufstieg in die Bezirksliga gelang, hatte es die Reserve des TuS Dielingen deutlich schwerer. Am Ende schaffte man es aber nach zwei „Ehrenrunden“ doch noch, den Klassenerhalt perfekt zu machen. Nachdem man noch in der Abstiegs-Entscheidungsrunde den Gegnern von Espelkamp II und Nettelstedt unterlegen war, setzte sich die Truppe von Trainer Sven Uetrecht in der Relegation durch.

Der Saisonverlauf war hingegen äußerst untypisch für die B-Liga-erprobten Blau-Gelben, die im kommenden Jahr bereits in ihre 14. Saison gehen werden. In der Vergangenheit waren sie häufig die erfolgreichste Zweite der Liga. In Zukunft gilt es, diesen Status zurückzugewinnen. Der Erfolg der ersten Mannschaft und der zu erwartende Qualitätszuwachs an Spielermaterial dürfte dabei hilfreich sein.

Für die zweite Mannschaft des TuSpo Rahden blieb es hingegen bei einem kurzen Gastspiel in der Spielklasse. Bereits nach einer Saison stieg das Team von Sören Ihlenfeld wieder ab. Trotz eines zunächst aussichtsreichen Saisonstarts fiel die Mannschaft früh auf den letzten Tabellenrang zurück und gab die rote Laterne auch nicht mehr ab.

Nur einen Sieg konnten die Auestädter feiern – ein 3:1 gegen Preußen Espelkamp II. Nun wird es das Ziel sein, in der unteren Spielklasse wieder Fuß zu fassen, damit man die Rahdener vielleicht in Zukunft wieder in der Kreisliga B begrüßen darf.

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