Tischtennis-Bundesligist SV Werder verzichtet auf internationales Parkett

„Wir wollen die Belastung runterfahren“

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Spitzenspieler Bastian Steger tritt in der kommenden Saison mit dem SV Werder Bremen nicht im internationalen Wettbewerb an.

Bremen - Diese Meldung verblüfft auf den ersten Blick: Obwohl Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen in der vergangenen Saison im ETTU-Cup für Furore gesorgt hatte und erst im Endspiel an Weinviertel Niederösterreich gescheitert war, verzichten die Hanseaten in der kommenden Spielzeit auf eine Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Warum? Unter anderem die Antwort auf diese Frage gibt es im Interview mit dem Bremer Teammanager Sascha Greber.

Herr Greber, letztes Jahr schrammte Werder nur haarscharf am Gewinn des ETTU-Cups vorbei. Wieso nimmt ihr Team also in der nächsten Saison keinen neuen Anlauf?

Sascha Greber: „Wir haben das lange intern diskutiert. Natürlich waren die internationalen Spiele immer Festtage in Bremen. Aber wir wollen uns einfach für ein Jahr komplett auf Meisterschaft und Pokal konzentrieren. Ohne die zusätzliche Belastung auf dem internationalen Parkett.“

Gelder will der Verein damit nicht einsparen? Schließlich ist der SVW finanziell nicht auf Rosen gebettet. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass Reisekosten eingespart werden sollen.

Greber: „Nein, das ist eine rein sportliche Entscheidung. Mit den Finanzen hat das absolut nichts zu tun.“

Anders gefragt: Die Vertragsverlängerung von Spitzenspieler Bastian Steger wäre auch möglich gewesen, wenn Werder international erneut gemeldet hätte?

Greber: „Ja, natürlich. Nochmal: Wir wollen aus sportlichen Gründen die Belastung runterfahren. Gerade Basti hat dafür vollstes Verständnis und trägt unsere Entscheidung komplett mit.“

War die Belastung denn in der Vergangenheit wirklich derart hoch?

Greber: „Absolut. Es kamen da locker bis zu 40 Spiele zusammen. Basti hat zum Beispiel fast durchgespielt. Das Finale gegen Niederösterreich war Ende Mai, danach ist er gleich zur Nationalmannschaft gereist und bereitet sich auf Olympia vor. Und nach Rio startet fast sofort wieder die Liga. Der Verzicht auf die internationalen Partien wird ihm gut tun. Er braucht auch mal Pausen.“

Zudem kann man sich wahrscheinlich besser auf die Aufgaben in der Bundesliga vorbereiten.

Greber: „Ganz genau, bei unseren internationalen Spielen sind wir meistens von Donnerstag bis Samstag unterwegs gewesen und einen Tag später wartete dann schon ein Liga-Match. Das war natürlich nie eine ideale Vorbereitung, sondern extrem stressig.“

Also jetzt das Ziehen der Reißleine, um nach drei Jahren ohne Playoffs in der Bundesliga wieder unter die besten Vier zu kommen?

Greber: „Das ist natürlich unser großes Ziel. Aber in der kommenden Saison wollen bestimmt acht Teams in die Playoffs kommen. So eine ausgeglichene Liga hat es selten zuvor gegeben. Zwischen Rang drei und acht dürfte für uns also alles möglich sein. Kleinigkeiten wie eine ideale Vorbereitung auf den Gegner und genügend Ruhepausen werden in der Endabrechnung vielleicht den Ausschlag geben, wo man landet. Auch deshalb verzichten wir nächste Saison auf internationale Einsätze.“

Ist dieser Entschluss denn für die kommenden Jahre in Stein gemeißelt?

Greber: „Nein, auf keinen Fall. Das gilt nur für ein Jahr. Danach entscheiden wir neu. Uns ist die Entscheidung wirklich nicht leicht gefallen. Aber zusammen mit unserem Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald sind wir der Meinung, dass es momentan keine bessere Lösung gibt.“

drö

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