Wetten, dass . . .?

Kirchdorfs Laurids Breuer trifft viermal gegen Wagenfeld – und hat es vorher geahnt

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Kirchdorfs Laurids Breuer (li.) erzielte beim 6:1 in Wagenfeld vier Tore für seine Mannschaft. 

Kirchdorf - Von Arne Flügge. Laurids Breuer hatte schon am Tag vor dem Spiel ein gutes Gefühl. „Morgen mach’ ich drei Dinger“, hatte der Stürmer von Fußball-Kreisligist TuS Kirchdorf zu Kim Wiegmann gesagt. Kirchdorfs Co-Trainer schmunzelte nur – und schlug Breuer sofort eine Wette vor. Der nahm an – und hielt Wort. Mehr noch: Am Sonntag beim 6:1-Auswärtssieg in Wagenfeld traf Breuer gleich viermal (!) – Wiechmann muss nun eine Kiste Bacardi springen lassen. „Das scheißt ihn jetzt wohl ein bisschen an“, schmunzelt Breuer.

Für die Getränke auf der nächsten Mannschaftsfeier ist also gesorgt. Wichtiger dürfte aber sein, dass der TuS Kirchdorf nach einer kurzen Schwächephase (1:6 im Pokal gegen Sudweyhe II, 0:6 in der Liga gegen Mörsen) wieder in die Spur gefunden hat. Trainer Christian Jeinsen sieht zwar lieber immer die Mannschaft als Ganzes, doch diesmal hob er Breuer hervor. „Das war wirklich eine außerordentlich gute Leistung von ihm.“ Zumal es für Laurids Breuer der erste Viererpack im Herrenbereich war. „In der Jugend traf er schon mal häufiger in einem Spiel. Doch diese vier Tore sind schon etwas ganz Besonderes.“

In der vergangenen Saison hatte Breuer bereits einige Male beim Kreisligisten ausgeholfen, wenn Not am Mann war, jetzt läuft für den 19-Jährigen sein erstes Herrenjahr. Die Umstellung für den Offensivmann „war schon nicht so einfach. Körperlich ist das etwas ganz anderes. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen“, räumt der Offensivspieler ein: „Ich muss jetzt mehr Fußball intensiv arbeiten.“

Doch Breuer hat nicht lange gebraucht, um sich in der Kreisliga zurechtzufinden. „Ich der A-Jugend stach er schon heraus. Jetzt ist er einer von vielen. Da hat sich Laurids schnell angepasst. Und sportlich hilft er uns ohnehin weiter“, sagt sein Teamkollege Henrik Albers. Coach Jeinsen sieht die Stärken seines Stürmers „vor allem in seiner Schnelligkeit, der Dynamik und dem Durchsetzungsvermögen“. Vermutlich wurde er in Wagenfeld auch deshalb im linken offensiven Mittelfeld aufgeboten, „obwohl ich mich im Zentrum eigentlich wohler fühle“, wie der junge Fußballer sagt.

Schlussendlich aber sieht sich Breuer als Teamplayer, der dort zu finden ist, wo er gebraucht wird. „Er ist aufgeschlossen, ein dufter Typ, der Bock hat, Fußball zu spielen“, beschreibt Trainer Jeinsen die wesentlichen Charakterzüge seines Spielers. Er weiß aber auch: „Im taktischen Bereich kann Laurids sicherlich noch einiges lernen.“ Das aber sei für einen 19-Jährigen normal. Jeinsen: „Man kann von keinem A-Jugendlichen erwarten, dass er als kompletter Spieler in den Herrenbereich wechselt.“

Und manchmal wolle Breuer noch zu oft mit dem Kopf durch die Wand, anstatt in bestimmten Situationen abzuspielen. Aber auch das wird der Blondschopf sehr bald verinnerlicht haben.

In den bisherigen sieben Saisonspielen kommt der junge Kirchdorfer bereits auf acht Tore. Wie viele es werden sollen in dieser Spielzeit – darüber macht sich der Industriemechaniker keinen Kopf. „Ich habe mir noch nie eine Marke gesetzt“, beteuert der Stürmer, „ich versuche einfach immer, so viele Tore wie möglich zu schießen. Und da geht noch mehr“, meint Breuer, „schließlich gibt es immer noch zu viele Dinger, die ich versiebe.“

TuS-Trainer Jeinsen hofft nun, dass sein Spieler trotz der vielen Tore nicht abhebt. „Ich schätze ihn aber so ein, dass er auf dem Boden bleibt. Denn Laurids weiß, dass er auch schon schlechte Spiele gemacht hat. Und dass er von der Mannschaft abhängig ist.“ Gute Gefühle vor einem Spiel darf er indes ruhig behalten . . .

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