Stuhrs Verteidiger unterläuft in 83. Minute Eigentor

Troues Missgeschick beim 2:2

Heiligenfeldes Nils Kummer (Mitte) im Duell mit den Stuhrern Fynn Rusche (re.) und Janis Öhlerking. Am Ende trennten sich beide Mannschaften gestern 2:2. - Foto: Flügge

Heiligenfelde - Von Arne Flügge. Es ist nicht überliefert, ob Trainer Walter Brinkmann in diesen Tagen mit einem Metalldetektor loszieht, um den Glückscent aufzuspüren, der irgendwo auf dem Sportplatz des SV Heiligenfelde verbuddelt sein muss. Sollte er ihn tatsächlich suchen und finden, dürfte das Kupferstück einen Ehrenplatz im Dorfgemeinschaftshaus bekommen. Denn der Dusel stand dem SV Heiligenfelde gestern im Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga beim 2:2 (0:0) gegen den TV Stuhr Pate.

„Es ist wirklich ein sehr glücklicher Punktgewinn für uns“, räumte der A-Lizenzinhaber später ein, „Stuhr hat sehr viel gearbeitet, die Jungs haben ein unglaubliches Stehvermögen. Und das bei diesen Temperaturen“, lobte Brinkmann den Gegner. Das wünsche er sich auch von allen seinen Spielern. „Man hat gemerkt“, sagte Brinkmann, „dass einige noch nicht so weit sind, um die gesamten 90 Minuten alles auf den Platz zu bringen. Daran müssen wir noch viel arbeiten, wenn wir uns da oben festbeißen wollen.“

Stuhrs Trainer-Gespann war nach dem Abpfiff ziemlich frustiert. Denn zum einen hätte die Mannschaft beim Stande von 2:1 den Sack zumachen müssen, ließ aber dicke Möglichkeiten aus. Zum anderen fiel der 2:2-Ausgleich in der 83. Minute auch noch durch ein unglückliches Eigentor von Janik Troue. „Das ist natürlich richtig bitter“, seufzte Stephan Stindt, „aber da macht ihm keiner einen Vorwurf. Wir hätten unsere Dinger reinmachen müssen, dann wären wir hier als Sieger vom Platz gegangen.“ Und sein Trainer-Kollege Christian Meyer ergänzte: „Als verdienter Sieger. Denn wir waren in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Wir müssen das 3:1 machen. Da hat Heiligenfelde richtig Glück gehabt.“

In der ersten Halbzeit entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die für den neutralen Beobacher vielleicht nicht besonders schön anzusehen war, dafür aber intensiv von mannschafts-taktischem Verhalten und Defensivordnungen geprägt war. „Das war fußballerisch und taktisch das Beste, was ich bisher in der Bezirksliga gesehen habe“, meinte Brinkmann. Und wenn sich zwei Teams auf so hohem Niveau neutralisieren, „dann gibt es nun mal wenig Chancen und auch kein Spektakel.“ So hatten beide Teams auch nur eine Möglichkeit. Philipp Albrecht prüfte Stuhrs Torwart Kevin Keßler (36.), auf der anderen Seite setzte Daniel Horeis einen Kopfball nicht weit neben das Tor (39.).

Kurz nach dem Wechsel leistete sich dann Heiligenfeldes Roman Obst einen katastrophalen Fehler, als er einen viel zu kurzen Rückpass auf seinen Torwart Jörn Wachtendorf spielte. Adrian Herrmann roch den Braten, ging dazwischen, passte noch quer zu Riccardo Azzaralleo, der den Ball zum 1:0 für Stuhr über die Linie drückte (51.). Der Tabellendritte war jetzt am Drücker. Horeis zwang Wachtendorf zu einer Glanzparade (55.), Azzarellos Kopfball ging knapp vorbei (62.). „Nach dem Bock von Roman waren wir eigentlich schon weg“, konstatierte SVH-Coach Brinkmann.

Doch mit einem direkten Freistoß markierte Tobias Dickmann das 1:1 (68.). Im Gegenzug ließ Azzarello eine Chance liegen, ehe Wachtendorf Stuhrs Mirko Müller zu Fall brachte – Elfmeter. „Da muss er nicht mit aller Energie hingehen“, haderte Brinkmann. Finn Rusche verwandelte zum 2:1 (75.). Herzrasen anschließend auf der Stuhrer Bank: Zunächst wurde Azzarello wieder gefoult, doch der Pfiff blieb diesmal aus (77.). Dann traf Stuhrs Stürmer völlig frei vor dem leeren Tor nur den Pfosten (79.), und Janik Troue köpfte freistehend aus drei Metern halbrechter Position am Tor vorbei (80.). „Einen von den beiden müssen wir einfach machen“, ärgerte sich Stuhrs Trainer Stindt: „Und das war ein klarer Elfmeter.“ Doch alles Zetern half nichts.

Zu allem Stuhrer Unglück war Heiligenfeldes Björn Isensee in der 84. Minute noch zu einer unglaublichen Energieleistung fähig, setzte sich auf der linken Seite gleich gegen drei Stuhrer durch, und sein Torschuss wurde von Troue unglücklich mit dem Kopf zum 2:2 abgefälscht.

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Bartels hält Werder am Leben

Bartels hält Werder am Leben

Meistgelesene Artikel

Die Demut der Krieger

Die Demut der Krieger

Grandios: TuS Sulingen gewinnt in Unterzahl gegen Bavenstedt

Grandios: TuS Sulingen gewinnt in Unterzahl gegen Bavenstedt

HSG Phoenix versagt in Wilhelmshaven

HSG Phoenix versagt in Wilhelmshaven

Sulingen in Abwehr noch zu sorglos

Sulingen in Abwehr noch zu sorglos

Kommentare