66. Schwarmer Grasbahnrennen

Topstars patzen – da ist Enrico Janoschka zur Stelle

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Schwarme - Von Gerd Töbelmann. Die eigentliche Überraschung zuerst: Nach Tagen ergiebiger Regenfälle präsentierte sich der Niedersachsenring beim 66. Schwarmer Grasbahnrennen bei schönstem Sonnenschein in Topzustand. Leider wollten den Sieg von MSC-Clubfahrer Enrico Janoschka nur etwa 800 Zuschauer sehen.

Nicht so schön war die Tatsache, dass Mitfavorit Bernd Diener nach einem selbst verschuldeten Unfall mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Allerdings wurden zunächst keine schwereren Verletzungen diagnostiziert.

Ausgerechnet Diener: Der 57-Jährige war top drauf, hatte kurz zuvor einen neuen Bahnrekord aufgestellt und meinte noch vor dem Rennen: „Ich bin gut in Schuss und habe unter anderem in Lüdinghausen gewonnen. Eigentlich wollte ich nach der Saison ja Schluss machen. Aber jetzt überlege ich mir das noch.“ Der schwere Sturz dürfte nun wesentlich zur Entscheidungsfindung beitragen.

Es passierte im ersten Rennen in der ersten Runde. Diener wollte den führenden Matthias Kröger ausgangs der Fahrerlagerkurve innen überholen, war aber wohl zu optimistisch, streifte Krögers Hinterrad und machte einen mächtigen Abgang. Während Kröger nichts geschah und auch dessen Maschine heil davon kam, erwischte es Diener da schon schlimmer. Nach der ersten Diagnose durch den anwesenden Notarzt wurde der Rettungshubschrauber herbeigerufen.

Die zunächst schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich aber nicht. „Bernd ist ansprechbar, kann Arme und Beine bewegen und hat sich nach erster Erkenntnis keine Brüche zugezogen. Dennoch hat es der Arzt für sinnvoll erklärt, Bernd zur genaueren Diagnose in Krankenhaus fliegen zu lassen“, meinte MSC-Chef Marc Wessel.

Kröger reagierte mit Unverständnis auf Dieners Manöver: „Bernd ist ein alter Hase. Seine Maschine ging wirklich gut ab, aber man muss doch nicht schon in der ersten Runde alles auf eine Karte setzen. Da hätte er doch noch eine oder zwei Runden warten können.“ Wie abgebrüht Bahnfahrer sind, zeigt die Tatsache, dass Kröger nach fast einstündiger Unterbrechung den Re-Start gewann.

Vor Diener hatte sich schon der eigentliche Top-Favorit verabschiedet. Nach einem Unfall seines „Schraubers“ (Bänderrisse nach einem Umknicken) ließ sich Titelverteidiger Jörg Tebbe von der Teilnehmerliste streichen. „Ich möchte jetzt bei meinem Mechaniker sein und werde ihn ins Krankenhaus begleiten. Diesen Tag hatte ich mir eigentlich auch anders vorgestellt“, sagte Tebbe.

Hinzu kam, dass auch James Shames nach zwei Vorlaufsiegen nicht in den Titelkampf eingreifen konnte. Grund: Der Engländer rutschte im dritten Vorlauf aus und blieb ohne Punkt. Auch Landsmann Richard Hall konnte nicht um den Sieg mitkämpfen. Eine Lebensmittelvergiftung zwang ihn bereits am Freitag zur Absage.

66. Schwarmer Grasbahnrennen

Blieben noch die beiden deutschen „Haudegen“ Janoschka und Kröger übrig. Vor dem Endlauf war klar: Liegt Janoschka da vor Kröger, ist der MSC-Fahrer auch Gesamtsieger. Der 40-Jährige erwischte einen Traumstart, feierte einen Start-Ziel-Sieg und reckte wenig später etwas unverhofft den Siegerpokal in die Höhe.

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