Zumbruch soll Behrens vorn unterstützen

Aufsteiger Melchiorshausen will im Bremer Oberhaus mithalten

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Melchiorshausens Trainer Wilco Freund (links) und Spartenleiter Heiner Böttcher (rechts) setzen einige Hoffnungen in die Neuzugänge (v.l.) Nico Zumbruch und Alexander Keskinsoy. Nicht auf dem Bild ist Jan-Philipp Brünings.

Melchiorshausen - Von Gerd Töbelmann. Die Feierlichkeiten hatten es in sich. Als feststand, dass der TSV Melchiorshausen den Aufstieg in die Bremen-Liga geschafft hatte, machten Spieler und Trainer die Nacht zum Tag. „Wir hatten wirklich nicht damit gerechnet, das wir noch hochgehen“, erinnert sich Trainer Wilco Freund (49) noch heute gern an die Aufstiegsparty. Schnee von gestern. Jetzt will der Landesliga-Vize zeigen, dass er in Bremens höchster Liga kein Fallobst ist, sondern mithalten kann.

Um dieses Ziel zu erreichen, plant Freund eine Umstellung des Systems. „In der vergangenen Saison habe ich viel Wert darauf gelegt, dass es im offensiven Bereich stimmt. Für die Bremen-Liga müssen wir hinten aber konzentrierter arbeiten.“ Soll heißen: Die Abstände sollen minimiert werden, damit es die gegnerischen Angreifer nicht zu leicht haben. In diesem Zusammenhang kommen den Blau-Weißen die Gegebenheit des engen Sportplates an der B 6 nicht gerade ungelegen. Die Nagelprobe findet schon am ersten Spieltag (6. August) statt, wenn sich Titel-Mitfavorit SG Aumund-Vegesack in Melchiorshausen vorstellt.

Der Kader konnte zu großen Stücken gehalten werden. Nur der Abgang von Andre Schmidt (beruflich nach Hamburg) tut etwas weh.

Demgegenüber zog Melchiorshausen aber vier Neuzugänge an Land. Am meisten dürfte Nico Zumbruch den Aufsteiger weiterbringen. Der 22-Jährige kommt vom Bezirksligisten TuS Sudweyhe und brachte es dort immerhin auf 19 Saisontreffer. „Ich kenne Nico aus meiner Sudweyher Zeit. Er ist ein typischer Stürmer, der auch schon mal eigensinnig ist. Aber er weiß, wo der Kasten steht“, sagt Freund. Allerdings schleppt Zumbruch noch einige Kilos zu viel mit sich herum. „Stimmt. Aber ich habe wegen einer Verletzung mein letztes Spiel Ende April gemacht und bin erst seit zwei Wochen wieder im Training“, erklärt Zumbruch, der zusammen mit Goalgetter Lars Behrens vorn für „Stimmung“ sorgen soll. Beim Ristedter „Württemberg-Cup“ wirkte Zumbruch sehr bemüht, doch die mangelnde Fitness war nicht zu übersehen.

Ebenfalls ein Mann für den Angriff ist der vom Bezirksligisten SC Weyhe gekommene Jan-Philipp Brünings. Der 19-Jährige könnte dann vermehrt zum Einsatz kommen, wenn Konterstärke gefragt ist. „Jan-Philipp ist sehr schnell und hat einen guten Schuss. Er ist vorn eine echte Alternative“, meint Freund.

Ganz schwer wird es dagegen Alexander Keskinsoy haben, sich Spielanteile zu verschaffen, denn der 19-Jährige, der vom TuS Komet Arsten kommt, ist Torwart – und da ist Keskinsoy nur einer von gleich fünfen. Sollte alles nach Plan laufen, wird Florian Aschoff gegen Vegesack das Tor hüten. Aber auch die erfahrenen Jens Ruscher und Sascha Kleemann stehen bei Bedarf zur Verfügung. Trainersohn Thore Freund wird es auch schwer haben, auf viele Einsätze zu kommen.

Neuzugang Nummer vier ist noch ein „Phantom“: Der Kroate Dejan Horvat hatte schon vor seinen Kontakten zu Melchiorshausen einem Kumpel versprochen, zumindest bis zur Winterpause beim TSV Lahausen II (1. Kreisklasse) zu spielen. „Er hat mir aber die Zusage gegeben, dass er im neuen Jahr für uns spielt“, sagt Freund. Horvat spielte bis zur U 19 in der kroatischen Nationalmannschaft und versuchte es danach auch als Profi in Polen. Freund sieht Horvats Einsatzbereich auf der linken Seite: „Er ist klein und bissig, muss aber noch an seiner Fitness arbeiten. Aber das kriegen wir hin, wenn er da ist.“

Von den Einzelspielern her zählt Melchiorshausen sicherlich nicht zu den besseren Teams der neuen Liga. „Das ist uns allen klar. Deshalb muss es, wie schon in der Landesliga, über den Teamgeist gehen“, glaubt Freund. Im Team steckt aber auch sehr viel Potenzial. Die „Küken“ um Lucas Görgens, Yannik und Lucas Chwolka oder auch Philipp Zabywalski haben schon in der Landesliga überzeugt und werden in der kommenden Saison mit Sicherheit noch besser und stabiler werden.

Die richtigen Worte zur Motivation wird Freund finden, denn der Fußballlehrer absolviert derzeit noch eine Zusatzausbildung zum Mentaltrainer. „Man glaubt gar nicht, was sich auch bei einer Teamsportart wie Fußball bei den Spielern zwischen den Ohren abspielt. Wenn man da durch eine richtige Ansprache die guten Trainingsleistungen auch in die Punktspiele übertragen kann, dann sind wir einen großen Schritt weiter“, weiß Freund.

Aber nur mit „jungen Hüpfern“ geht es natürlich auch nicht. Melchiorshausen muss hoffen, dass Torjäger Lars Behrens (37 Jahre/29 Landesliga-Tore) einigermaßen fit bleibt. Das gilt auch für Kapitän Matthias Kastens, der zusammen mit Ruslan Arify die Zentrale im Mittelfeld besetzt. Aber auch Dennis Dörgeloh spielt in der Innenverteidigung einen wichtigen Part. „Sollten da alle Räder ineinandergreifen, glaube ich, dass wir die Klasse halten können“, blickt Freund, der im zweiten Jahr im Bremer Verband arbeitet, voraus.

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