Landesligist scheidet im NFV-Pokal aus

Sulingens großartige Moral wird nicht belohnt – 3:4

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Sulingens Kapitän Dennis Neumann (re.) gewinnt hier das Sprintduell gegen den Havelser Marcel Kohn. Am Ende setzte sich aber der Favorit mit 4:3 durch.

Sulingen - Von Arne Flügge. Dennis Neumann stand am Mittelkreis, wischte sich mit dem Trikot den Schweiß von der Stirn und stieß erstmal einen tiefen Seufzer aus. „Wir waren dran“, klagte der Kapitän von Fußball-Landesligist TuS Sulingen, „wir hätten es packen können.“ Doch am Ende triumphierte der Favorit. Im Achtelfinale des NFV-Pokals setzte sich Regionalliga-Spitzenreiter TSV Havelse am Mittwochabend vor 400 Zuschauern im Sulinger Sportpark mit 4:3 (2:1) durch und musste bis an die Grenzen gehen.

„Wir haben in der ersten Runde einen Regionalligisten geschlagen und heute einem richtig starken Regionalligisten in Bestbesetzung über 90 Minuten alles abverlangt. Wir können stolz darauf sein, was wir in diesem Pokal geleistet haben. Auch wenn’s schade ist, dass wir nicht weiter sind“, analysierte TuS-Trainer Maarten Schops.

In der Tat wäre für die Sulinger mehr drin gewesen, wenn sie in der Defensive achtsamer gewesen oder die individuellen Fehler vermieden hätten. Bereits in der ersten Minute ging Havelse mit 1:0 in Führung. TuS-Keeper David Schröder ließ einen Schuss von Christoph Rischler nach vorn abklatschen, Marcel Kunstmann war zur Stelle und staubte ab.

Doch nur fünf Minuten später reparierte Sulingen diesen Schaden. Nach Flanke von Jonas Wangler nahm Mehmet Koc den Ball im Strafraum an und schoss eiskalt das 1:1 (6.). Insgesamt agierten die Sulinger in der ersten Halbzeit aber noch zu nervös. „Wir waren zu ängstlich“, räumte Dennis Neumann ein. Auch Schops fand „noch zu viel Respekt gehabt zu haben“. Hinzu kam ein weiteres unnötiges Gegentor in der 18. Minute. Ein Freistoß von Deniz Undav segelte an Freund und Feind vorbei ins lange Eck. Schröder machte dabei keine gute Figur. Wahrscheinlich war ihm aber die Sicht versperrt gewesen. „Wir haben viel zu einfache Gegentore kassiert“, monierte Kapitän Neumann, „und dann musst du gegen so eine starke Mannschaft immer hinterherhecheln.“

Zumal Havelse fünf Minuten nach der Pause erneut durch Undav auf 3:1 stellte, nachdem die Sulinger den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekommen hatte. „Wir müssen noch lernen, in der Defensive 90 Minuten lang konzentiert zu stehen“, sagte Schops.

Doch wer nun gedacht hatte, die Gastgeber würden nach dem dritten Nackenschlag einknicken, der sah sich getäuscht. Die Sulinger ließen nun (fast) alle taktischen Fesseln fallen, zeigten eine unglaubliche Moral und schubsten Havelse immer wieder in die ein oder andere Verlegenheit. Und als Manuel Meyer nach Foul an Sören Sandmann den fälligen Strafstoß zum 3:2 verwandelte, war wieder richtig Leben in der Bude. Selbst das Tor von Deniz Cicek zum 4:2 (75.) steckten die tapferen Hausherren weg, spielten weiter mutig nach vorn und kamen durch Pierre Neuse noch zum 4:3 (88.). Zu mehr reichte es dann aber nicht mehr.

Klar, dass die Mannschaft anschließend geknickt war. „Dass wir immer wieder zurückgekommen sind, spricht für unsere Moral“, meinte Kapitän Neumann, „doch das Gefühl im Moment ist einfach nur scheiße.“ Schops versuchte, sein Team gleich wieder aufzubauen: „Havelse musste 90 Minuten alles reinhauen, um uns zu schlagen. Darauf können die Jungs stolz sein.“

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