Bezirksligist dreht Spiel gegen SCT in der Nachspielzeit

Stuhrer Moral macht Stindt mächtig stolz

Daniel Horeis (rechts) traf beim Stuhrer Last-Minute-Sieg gegen Twistringen doppelt. - Foto: Töbelmann

Stuhr - Von Gerd Töbelmann. Twistringens Trainer Stefan Müller konnte zwar noch lächeln, aber im Innern kochte es bei ihm: „Sowas passiert eigentlich nur Teams, die später auch absteigen.“ Damit meinte der Coach die Tatsache, dass sich sein Team in der Nachspielzeit noch zwei Tore eingefangen hatte und das Spiel beim TV Stuhr noch mit 3:4 (0:1) verloren ging. Müllers Verwunderung ist auch deshalb verständlich, weil sich sein Team in der Liga mittlerweile gefangen und ins vordere Mittelfeld gekämpft hat.

Dabei hatte es Müller irgendwie schon vor der Partie geahnt: „In Stuhr haben wir in den letzten Jahren immer verloren. Irgendwie liegen die uns nicht.“

Bereits in der vierten Minute hätte das in die andere Richtung gehen können, doch Julian Fuhrmann rutschte das Leder aus passabler Schussentfernung über den Spann. So klingelte es beim 1:0 (21.) auf der anderen Seite. Daniel Horeis bewies Vollstreckerqualitäten, scheiterte zunächst im ersten Versuch, jagte das Spielgerät dann aber im Nachsetzen in die Maschen. Wenig später hätte Riccardo Azzarello auf 2:0 erhöhen können, doch völlig frei vor SCT-Keeper Mark Schultalbers versagten ihm die Nerven. Auf der Gegenseite zeigte auch Stuhrs Torwart Kevin Keßler, dass er was kann und rettete in höchster Not gegen Niklas Hiller (36.). Dass Stuhr nicht mehr Chancen bekam, lag vielleicht auch an der Tatsache, dass Torben Drawert das erste Mal in der Saison rechter Verteidiger spielte und nicht wie sonst oft üblich seine gefürchteten Flankenläufe über die rechte Seite starten konnte. „Wir wollten das halt mal ausprobieren“, sagte Stuhrs Coach Stephan Stindt.

Nach dem Wechsel ging es dann auf beiden Seiten so richtig zur Sache, wobei sich die Stuhrer in erster Linie auf Twistringens Danny Lange eingeschossen hatten, der ihrer Meinung nach ein ums andere Mal überhart agiert haben soll. TVS-Trainer Christian Meyer, ansonsten außerhalb des Platzes die Ruhe selbst, war teilweise außer sich und attackierte Lange in ungewohnt scharfer Art und Weise. Da hatte Meyer verbal sicherlich übers Ziel hinausgeschossen.

Aber der Spielverlauf war nach der Führung auch nervig für Stuhr. In der 49. Minute glich Simon Beuke nach einem Freistoß von Timo Hiller per Kopfball zum 1:1 aus. Und in der 61. Minute schaffte Nils Warnke per Foulelfmeter (Adrian Herrmann an Niklas Hiller) gar das 2:1 der Gäste. Es war beinahe der einzige Pfiff des schwachen Schiris Leo Heckmann (TSV Asendorf), der unstrittig war.

Und jetzt ging es so richtig rund. Der eingewechselte Timo Wetjen, der kurz zuvor auch in der Reserve getroffen hatte, besorgte mit seinem ersten Ballkontakt nach Linksflanke von Tobias Peters den Treffer zum 2:2-Ausgleich. Twistringen schüttelte sich kurz und ging dann wieder in Führung. Und wie! Julian Fuhrmann traf aus halbrechter Position per Freistoß aus 22 Metern zum 3:2 (75.) der Gäste. „Danach habe ich mit Andre Lausch und Hauke Neubert eigentlich Erfahrung eingwechselt, um das Ding nach Hause zu bringen, aber es war nur noch chaotisch“, stöhnte Stefan Müller.

Kollege Stindt hingen war nach der Partie sehr angetan: „Das war wirklich eine geile Aufholjagd. Dass wir das Match mit zwei Toren in der Nachspielzeit noch drehen, ist einfach nur toll.“

Nach Fehler von Andre Marischen schaltete Horeis am schnellsten und beförderte den Ball per Kopfball-Bogenlampe zum 3:3 (90.+5) ins Netz. Stuhr war jetzt nicht mehr zu halten und schaffte 60 Sekunden später durch Azzarello tatsächlich noch den 4:3-Siegtreffer.

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