Nach einem Seuchenjahr startet Marek Löffler in Heiligenfelde einen Neuanfang

Die stille Granate

Schneller Antritt: Marek Löffler fühlt sich beim SV Heiligenfelde pudelwohl und bietet Trainer Walter Brinkmann auch taktisch mehr Möglichkeiten. - Foto: Flügge

Heiligenfelde - Von Arne Flügge. Die abgelaufene Saison war schmerzhaft für Marek Löffler: Eine Schulter-Operation, zweimal musste der Fußballer – damals noch in Diensten des TSV Schwarme – zudem wegen Fußproblemen unters Messer. Ein Seuchenjahr, in dem an seinen Sport nicht zu denken war. Trotzdem holte ihn Trainer Walter Brinkmann zu Saisonbeginn zum Bezirksligisten SV Heiligenfelde. Und Löffler zahlte das Vertrauen am Sonntag beim 3:0-Sieg gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst nun mit zwei Toren innerhalb von 120 Sekunden zurück. „Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon mal zwei Dinger in zwei Minuten gemacht habe“, schmunzelt Löffler. Dass er auch noch seinen 20. Geburtstag feierte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

Klar musste er anschließend eine Kiste Bier springen lassen. „Doch sonst hielt sich alles im Rahmen“, berichtet Löffler von einer eher ruhigen Geburtstagsfeier. Der 20-Jährige ist generell kein Lautsprecher oder in der Kategorie Feierbiest zu finden. Marek Löffler ist abseits des Platzes eher introvertiert, aufgeräumt, mehr der stille Typ.

Das mag auch damit zusammenhängen, dass seine Mutter bei einem Verkehrsunfall starb, als er fünf Jahre alt war. „Es kann schon sein, dass ich deswegen ein eher ruhiger Typ geworden bin“, sagt Löffler, „Mamas Tod war ein Riesenverlust.“ Der die Familie dann noch tiefer zusammengeschweißt hat. „Wir sind alles noch enger zusammengerückt. Und das hat mir gutgetan.“

Löffler braucht das Gefühl der Geborgenheit. Das findet er auch beim SV Heiligenfelde. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Als Neuzugang freut mich das riesig. Ich brauche diesen Teamgeist und bin froh, nun ein Teil dieser tollen Mannschaft zu sein. Und daher fühle ich mich hier auch so wohl.“

Warum ihn Trainer Brinkmann trotz der einjährigen Verletzungspause unbedingt haben wollte, „weiß ich gar nicht so genau. Ich habe einen Anruf von ihm bekommen, und dann hat sich das alles schnell ergeben.“ Zumal Löffler gerne wieder höher spielen wollte, Heiligenfelde nicht weit weg ist von Schwarme, „und ich über Walter nur Gutes gehört hatte“. Der Coach hat Löffler nur einmal gesehen und wollte ihn dann unbedingt holen. „Der Junge hat die besondere Begabung, einen beidfüßigen Torabschluss zu haben. Zudem hat er noch ein wahnsinniges Entwicklungspotenzial“, sagt Brinkmann über Löffler: „Er kann mal eine richtige Rakete werden.“ Hinzu kommen seine Grundschnelligkeit, der Antritt und die körperliche Präsenz.

Brinkmann hat seinen Neuzugang langsam herangeführt, die Belastung immer mehr gesteigert. „Am Anfang musste Marek zwischendurch auch mal wieder aussetzen, weil die Schmerzen zurückkamen“, berichtet der A-Lizenz-Inhaber. Doch mittlerweile kann Löffler wieder alles mitmachen, ist schmerzfrei. „Der Fuß ist okay, und die Ärzte haben mir gesagt, dass die Schulter, die ich mir zweimal ausgekugelt hatte und die dann operiert werden musste, wieder so ist wie frührer. Daher kann ich jetzt Gas geben und habe auch keine Angst vor Zweikämpfen“, erklärt der angehende Speditionskaufmann. Und ergänzt: „Natürlich bin ich noch nicht bei 100 Prozent, und ich denke, dass ich mich in allen Bereichen noch verbessern kann. Und das will ich auch“

Von der D- bis zur A-Jugend spielte Löffler beim SC Weyhe, sammelte dort unter anderem in der Regionalliga Erfahrung. „Damals aber noch im defensiven Bereich“, wie er sagt. Brinkmann indes sieht seinen Spieler eher in vorderster Front. Dort, wo Joshua Brandhoff als bisher einzige Spitze häufig auf sich allein gestellt war. „Wir können jetzt auch mal unser System umstellen und mit zwei Spitzen spielen.“ Am Sonntag setzte Brinkmann diese Taktik um, spielte im 4-4-2 mit der Doppelspitze Brandhoff/Löffler. Es funktionierte bestens. Zwei Tore innerhalb von nur 120 Sekunden – so kann es weitergehen.

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